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Kann Cannabis der Angst helfen?
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11 Min.
Emily Earlenbaugh, PHD von Emily Earlenbaugh, PHD

Das Endocannabinoid-System

Hilft Cannabis bei Angststörungen? Derzeit laufen noch Studien zu diesem Thema, aber es ist bereit jetzt klar, dass Cannabis Stress abbauen kann. 

Das liegt vor allem daran, wie Cannabis mit dem natürlichen Endocannabinoid-System des Menschen interagiert. Das wichtige Endocannabinoid-System setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen: Endocannabinoide, Rezeptoren und Enzyme. Endocannabinoide sind Moleküle, die den Cannabinoiden (einige der aktiven Wirkstoffe in Cannabis) sehr ähnlich sind, allerdings werden sie natürlicherweise in unserem Körper produziert. Endocannabinoide binden sich an Endocannabinoid-Rezeptoren (CB1- und CB2-Rezeptoren), die im ganzen Körper auf der Oberfläche von Zellen zu finden sind. Dies aktiviert eine Kettenreaktion, durch die das innere Gleichgewicht (Homöostase) unseres Körpers aufrechterhalten und viele wichtige Körperfunktionen reguliert werden. Zum Beispiel: 

  • Hunger
  • Stressreaktion
  • Gedächtnis 
  • Entzündungen
  • Schlaf
  • Muskelkontrolle
  • Antrieb
  • Stimmung
  • und Schmerzen 

Anschließend bauen Enzyme die Endocannabinoide wieder ab und entfernen sie aus unserem Körper. 

Das Endocannabinoid-System funktioniert bei gesunden Menschen eigentlich selbstständig. Das heißt, die CB1- und CB2-Rezeptoren werden durch unsere natürlichen Endocannabinoide stimuliert. Allerdings können diese Rezeptoren auch durch Cannabinoide stimuliert werden. Daher verursacht Cannabis bei Menschen und anderen Säugetieren so viele medizinische und psychoaktive Effekte. 

Vor allem bei Angstzuständen könnte die Aktivierung dieser Rezeptoren hilfreich sein, da das Endocannabinoid-System an der Regulierung unseres Stresspegels und von Angstzuständen beteiligt ist. Eine Studie ergab, dass das Endocannabinoid-System bestimmt, wie beängstigend wir angsteinflößende Reize empfinden und was wir als angemessene Verhaltensreaktion erachten. Die Wissenschaftler haben – kaum überraschend – festgestellt, dass eine Beeinträchtigung oder Dysregulierung des Endocannabinoid-Systems die Entstehung von Angststörungen begünstigen kann. Es ist also völlig logisch, dass Cannabis gegen Angstzustände helfen könnte. Durch die Zufuhr von Cannabinoiden zum Endocannabinoid-System kann die Angst gelindert werden. 

Cannabis-Forschung

Es ergibt theoretisch viel Sinn, dass Cannabis gegen Angst helfen könnte. Tatsächlich ist Angst eine der häufigsten Erkrankungen, weswegen Cannabis konsumiert wird. In Nordamerika zum Beispiel gehört sie zu den fünf häufigsten Erkrankungen bei denen Betroffene Cannabis verwenden. Nichtsdestotrotz müssen noch weitere Forschungsergebnisse abgewartet werden, bis man mit Sicherheit sagen kann, ob Cannabis tatsächlich gegen Angststörungen hilft. 

In einer Studie wurde herausgefunden, dass Cannabis die Stressreaktionen verringern kann. Dazu wurden mit ProbandInnen, die entweder Cannabis konsumierten oder nicht, Stresstests durchgeführt, wie zum Beispiel das Lösen von Rechenaufgaben vor einem Publikum oder das Eintauchen der Hände in Eiswasser. Die CannabiskonsumentInnen berichteten während des Tests von einem niedrigeren Stressniveau als die Nicht-KonsumentInnen. Noch interessanter waren die Testergebnisse, die zeigten, dass CannabiskonsumentInnen weniger Cortisol (ein Hormon, das Stress anzeigt) im Blut hatten als diejenigen, die kein Cannabis konsumierten. 

In einer ähnlichen Studie führten die Wissenschaftler mit ProbandInnen mit generalisierten sozialen Ängsten einen Stresstest durch, bei dem sie vor Publikum sprechen mussten. Einige ProbandInnen erhielten vorher ein Placebo und andere 600 mg CBD (ein Cannabinoid aus der Cannabispflanze). Diejenigen, die vorher CBD einnahmen, spürten eine deutlichere Verbesserung der subjektiven und physiologischen Angst als diejenigen, die das Placebo bekamen. 

Andere Studien haben gezeigt, dass PatientInnen mit chronischen Schmerzen eine stärkere kurzfristige Linderung ihrer Angstsymptome erleben, wenn sie Cannabis anstatt eines Placebos einnehmen. Leider sind viele dieser Studien methodisch ungenau, weswegen sie mit Vorsicht zu genießen sind. Laut Meta-Rezensionen der Literatur gibt es durchaus Hinweise darauf, dass Cannabis bei Angst helfen kann, aber nur in begrenztem Maße. 

Ebenso gibt es Studien, deren Ergebnisse in die entgegengesetzte Richtung deuten. 

Cannabis kann zwar Angst lindern, aber Studien zeigen, dass es auch Angst verursachen kann. Das wissen CannabiskonsumentInnen schon seit langem. Obwohl Cannabis manchmal Entspannung bringt, kann es auch Angst und Paranoia erzeugen. Dies hängt oft mit der Dosierung zusammen. Die gleichen Cannabinoide, die in niedrigen Dosen die Angst lindern, können sie bei höheren Dosen verstärken. Für die beiden wichtigsten Cannabinoide, THC und CBD, haben Studien sogenannte „biphasische Effekte“ ergeben. Das heißt, dass Cannabis in verschiedenen Dosierungen entgegengesetzte Effekte hervorrufen kann. Die eingenommene Dosis kann den Unterschied zwischen einer angstauslösenden oder einer angstlindernden Erfahrung ausmachen. 

Zusätzlich zu diesen unmittelbaren Auswirkungen auf die Angst gibt es einige Hinweise darauf, dass Cannabiskonsum die Angstsymptome mit der Zeit verschlimmern kann. Im Bericht der National Academy of Sciences aus dem Jahr 2017 wird eine Studie beschrieben, in der CannabiskonsumentInnen über einen Zeitraum von drei Jahren beobachtet wurden. Es wurde kein Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und den meisten Angststörungen gefunden, aber die Wissenschaftler stellten einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum bei älteren Erwachsenen und der Entwicklung einer sozialen Angststörung fest. Dies galt nicht für jüngere Bevölkerungsgruppen, so dass unklar ist, ob dies auf physiologische Altersunterschiede oder soziale Faktoren im Zusammenhang mit dem Stigma durch den Cannabiskonsum, weswegen sich ältere KonsumentInnen von ihrem sozialen Umfeld abwenden, zurückzuführen ist. In beiden Fällen gab es moderate Belege dafür, dass Cannabiskonsum zu sozialen Angststörungen bei älteren Erwachsenen führen, und begrenzte Belege dafür, dass eine andere Störung entstehen könnte. 

Die Studien zu Angst war bisher zum großen Teil begrenzt und etwas unsicher, da Cannabis unvorhersehbare Auswirkungen auf die Angst hatte. Da jedoch einige Studien positive und andere Studien negative Ergebnisse zeigen, fragen sich die WissenschaftlerInnen und PatientInnen gleichermaßen, welche Faktoren regelmäßig die positiven Ergebnisse liefern. Während ein eindeutiger Faktor die Dosierung ist, ist Cannabis auch eine sehr vielseitige Pflanze und Cannabisprodukte können eine Vielzahl verschiedener aktiver Komponenten enthalten. Abhängig von der jeweiligen Mischung aus Cannabinoiden und anderen Wirkstoffen wie Terpenen und Flavonoiden (den anderen medizinisch aktiven Wirkstoffe in Cannabis) können die KonsumentInnen sehr unterschiedliche Auswirkungen spüren. 

Um diese Theorie zu bestätigen und die besten Chemotypen zur Behandlung von Angst zu finden, haben die Forscher von Whistler Therapeutics in Kanada eine Studie erstellt, um zu prüfen, welche Sorten am effektivsten und welche am wenigsten wirksam zur Linderung von Angst sind. Dies war die erste (und einzige) Studie ihrer Art, die sich mit den Unterschieden bei den angstbezogenen Wirkungen der verschiedenen Cannabissorten beschäftigte. 

Zu diesem Zweck arbeiteten die Wissenschaftler ausschließlich mit einem Unternehmen zusammen, das sein eigenes Cannabis anbaut und verkauft und prüften die chemische Zusammensetzung jeder Sorte. Insgesamt wurden 25 Sorten untersucht und 442 PatientInnen zu diesen spezifischen Sorten befragt. Die Befragten wurden gebeten, die am stärksten und die am schwächsten wirkenden Sorten zur Verringerung ihrer Angst zu bewerten. Dann verglichen die Wissenschaftler diese Umfrageergebnisse mit zwei unabhängigen Labortests, die die chemische Zusammensetzung der überprüften Sorten zeigten. 

Von den getesteten Sorten (und denken Sie daran, dass hier nur 25 Stämme untersucht wurden) wurden Kush-Sorten mit einem hohen Anteil an den Terpenen Trans-Nerolidol, Beta-Caryophyllen und D-Limonen als am besten angstlösend bewertet. Darüber hinaus ergab die statistische Analyse, dass eine Sorte mit einem hohen Anteil an THC und dem Terpen Trans-Nerolidol am besten gegen Angst hilft. 

Die Analyse des am wenigsten wirksamen Stammes deutet darauf hin, dass das Terpen Terpinolen besonders schlecht gegen Angst hilft, ebenso wie die Terpene Guaiol, Eukalyptol, Gamma-Terpinen, Alpha-Phellandren, 3-Caren und Sabinenhydrat.

Obwohl diese Studie begrenzt war, weist sie darauf hin, dass die Angst je nach chemischem Profil des Cannabisprodukts unterschiedlich stark verringert werden kann. 

Legaler Konsum

Laut Forschungsergebnissen kann die Verwendung von Cannabis gegen Angst entweder nützlich oder schädlich sein und die Angstsymptome lindern, verursachen oder verschlimmern. Wer also Cannabis gegen seine Angststörung einnehmen möchte, sollte am besten mit einem Arzt oder einem Cannabinoid-Experten sprechen. Diese medizinischen Fachleute können prüfen, ob Cannabis die richtige Behandlung für Sie ist und welche Cannabissorten für Ihre Bedürfnisse am besten geeignet sind. 

Bevor Sie mit dem Cannabiskonsum beginnen, sollten Sie auch prüfen, ob Cannabis in Ihrem Land zur Behandlung von Angst überhaupt zugelassen ist.

Derzeit können Patienten mit bestimmten Angststörungen und einer ärztlichen Empfehlung oder Verschreibung in den folgenden Ländern Cannabis konsumieren:

  • Österreich
  • Brasilien
  • Kambodscha 
  • Kanada
  • Chile 
  • Kolumbien 
  • Ecuador
  • Estland
  • Finnland
  • Deutschland
  • Griechenland
  • Guam
  • Israel 
  • Peru
  • Philippinen
  • Polen
  • Puerto Rico
  • Spanien
  • Uruguay

Wenn Sie bestimmte Arten von Angststörungen und eine ärztliche Empfehlung haben, können Sie auch in folgenden US-Bundesstaaten Cannabis konsumieren:

  • Arizona
  • Arkansas
  • Kalifornien
  • Colorado
  • Connecticut
  • Delaware
  • District of Columbia
  • Florida
  • Hawaii
  • Illinois
  • Louisiana
  • Maine
  • Maryland
  • Massachusetts
  • Michigan
  • Minnesota
  • Missouri
  • Montana
  • Nevada
  • New Jersey
  • New Mexico
  • New York
  • North Dakota
  • Ohio
  • Oklahoma
  • Oregon
  • Pennsylvania
  • Utah
  • Vermont
  • Washington
  • West Virginia
Über Angst

Was ist eine Angststörung?

Jeder von uns hat schon mal das Gefühl von Angst erlebt; bevor ein wichtiger Test ansteht oder bevor es in ein Vorstellungsgespräch geht. Menschen mit einer Angststörung leiden jedoch häufiger und intensiver unter Angstzuständen als andere. Wenn Sie an einer Angststörung leiden, verspüren Sie das Gefühl von Angst intensiver und es hält länger an. Es kann jeder an einer Angststörung leiden. Es betrifft sowohl Männer als auch Frauen, Erwachsene und Kinder. Fast 300 Millionen Menschen weltweit leiden an einer Angststörung und in Deutschland sind es 14-15% der Bevölkerung, die im Laufe ihres Lebens eine Angststörung entwickeln. Es gibt verschiedene Arten von Angststörungen und weiteren Zuständen, bei denen Angst das Hauptsymptom ist. Diese schließen ein:  

 

  • Medizinisch bedingte Angststörungen – Dies ist der Fall, wenn Ihre Gefühle von Angst, Furcht oder Gefahr durch ein anderes körperliches Gesundheitsproblem verursacht werden. 
  • Phobien – Von einer Phobie spricht man, wenn Ihre Symptome durch bestimmte Umstände ausgelöst werden. Einige der häufigsten Phobien sind das Sehen einer Spinne (Arachnaphobie), das Umgeben von zu vielen Menschen in einem weiten, offenen Raum (Agoraphobie), das Fühlen in einem engen, geschlossenen Raum (Klaustrophobie) oder das Befinden in sozialen Situationen (Soziophobie). 
  • Generalisierte Angststörung (GAD) – Dies ist eine sehr häufige Form der Angststörung, von der ca. 6% der Bevölkerung im Laufe des Lebens betroffen sind. Im Gegensatz zu einer Phobie gibt es keinen bestimmten Auslöser, durch den Sie die Symptome der Angststörung spüren. Sie kann im Alltag und bei gewöhnlichen Ereignissen zu Tage treten. GAD geht oft mit anderen psychischen Problemen wie Depressionen einher.
  • Panikstörung – Bei einer Panikstörung treten normalerweise Panikattacken auf – kurze, aber intensive Gefühle von Terror, Untergang und Gefahr sowie Beklemmung, Schmerzen in der Brust, Atemnot oder Herzklopfen. Wenn Sie bereits einmal eine Panikattacke hatten, reicht es schon aus, sich darüber Sorgen zu machen, wieder eine zu erleben.
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) – Dies ist eine Angststörung, die durch ein bestimmtes, äußerst erschreckendes oder traumatisches Ereignis verursacht wird. 
  • Trennungsangststörung – Diese Störung betrifft Kinder und wird diagnostiziert, wenn ein Kind über die Trennung von seinen Eltern oder Personen in einer elterlichen Rolle mehr als normal verunsichert ist. 
  • Substanzbedingte AngststörungDies ist Angst oder Furcht, die durch Drogenmissbrauch, Kontakt mit einer toxischen Substanz oder bestimmte Medikamente verursacht wird.

Es gibt auch andere Angststörungen und -zustände, die zu keinem der oben genannten Typen gehören, bei denen jedoch ebenfalls Angstsymptome auftreten, die Ihr Leben beeinträchtigen und Sie in Bedrängnis bringen können.

Was sind typische Symptome einer Angststörung?

Wenn Sie an einer Angststörung leiden, können Sie sowohl an physischen als auch psychischen Symptomen leiden. Diese Symptome können bereits in der Kindheit auftreten oder sich später im Erwachsenenalter entwickeln. Einige Menschen, die unter Angstzuständen leiden, entwickeln die Symptome erst nach einem bestimmten, verstörenden oder traumatischen Ereignis, jedoch können sich die Symptome einige Jahre später äußern. 

Psychologische Symptome von Angstzuständen sind:  

  • Sie fühlen sich unruhig, nervös oder gestresst 
  • Konzentrationsschwierigkeiten, weil Ihre Ängste Ihr Denken bestimmt
  • Reizbarkeit 
  • Ein Gefühl einer bevorstehenden schweren und angsteinflößenden Situation, das Gefühl der Angst oder der Panik 
  • Der starke Wunsch, Situationen zu vermeiden, die Angst auslösen 

Zu den körperlichen Symptomen von Angststörungen gehören: 

  • Eine erhöhte Herzfrequenz, Herzklopfen 
  • Schnelle Atmung (Hyperventilation) 
  • Schwitzen 
  • Zittern 
  • Schlaflosigkeit 
  • Ein trockener Mund 
  • Übelkeit, Bauchschmerzen 
  • Kribbelgefühl in den Gliedmaßen oder schmerzende Muskeln 
  • Kopfschmerzen  

Wenn Sie an GAD leiden, können Sie an einigen dieser Symptome über einen längeren Zeitraum mit mehr oder weniger Leidensdruck leiden. Menschen mit GAD fällt es oft schwer, sich daran zu erinnern, wann sie sich das letzte Mal entspannt haben. Ebenfalls ist es möglich, dass Sie lange Zeit an einer generalisierten Angststörung leiden, ohne es zu merken, weil Sie es gewohnt sind, sich so zu fühlen. Andere Menschen wiederum spüren diese Symptome möglicherweise sehr intensiv und stark, jedoch nur für kurze Zeit. Panikattacken sind beispielsweise Attacken mit extremer Angst, die innerhalb weniger Minuten einen Höhepunkt erreichen können und dann wieder abflachen. 

Wenn Sie eine Panikattacke erleiden, macht sich diese durch einen hohen Puls, das schwere Atmen, Schwindelanfälle sowie Schweißausbrüche bemerkbar. Oft werden Panikattacken mit einem Herzinfarkt verwechselt, da die Symptome ähnlich plötzlich auftreten.

Angststörungen werden von Person zu Person anders empfunden. Die Symptome variieren und äußern sich bei jeder Person unterschiedlich (Art der Symptome, Intensität und Länge der Symptome). Angststörungen treffen häufig zusammen mit einer anderen psychischen oder physischen Erkrankungen auf, was es schwieriger machen kann, Angstsymptome zu erkennen.

Wann sollte ich einen Arzt wegen Angstsymptomen aufsuchen?

Manchmal ist es aufgrund Ihrer Symptome schwierig zu wissen, wann Sie zum Arzt gehen müssen. Hier finden Sie einige Hinweise.  

  • Sie sorgen sich so sehr, dass Sorgen Ihr Leben bestimmen
  • Ihre Angst beeinträchtigt Ihre Arbeit, Ihre Beziehungen oder Ihr tägliches Leben 
  • Sie meiden bestimmte Situationen, Orte oder Personen 
  • Sie fühlen sich depressiv, haben Probleme mit Alkohol oder Drogenmissbrauch oder haben andere psychische Probleme sowie Angstzustände 
  • Wenn Sie Selbstmordgedanken haben, sollten Sie sofort ärztliche Hilfe suchen

Wenn Sie an einer Angststörung leiden und keine Hilfe suchen, kann sich Ihre Situation mit der Zeit verschlimmern und zu Komplikationen wie Depressionen, sozialer Isolation, Drogen- oder Alkoholmissbrauch, chronischer Schlaflosigkeit und starken Kopfschmerzen führen. Wie bei vielen anderen Erkrankungen können Sie Ihre Angststörung besser behandeln, wenn Sie sie rechtzeitig erkennen und behandeln.

Was verursacht Angst?

Ärzte und Wissenschaftler sind sich über die genauen Ursachen von Angststörungen noch nicht schlüssig. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die Einfluss darauf haben können, einschließlich einer familiären Vorgeschichte von Angstzuständen, die wie ein traumatisches Ereignis erlebt werden. Einige der Risikofaktoren für die Entwicklung von Angstzuständen sind: 

  • Das Erleben oder Miterleben von traumatischen Ereignissen wie Gewalt oder Missbrauch 
  • Stress, entweder durch einen einzelnen sehr belastenden Vorfall, beispielsweise durch die Sorge um den ernsthaften Gesundheitszustand eines geliebten Menschen oder weil Sie mit anhaltendem, leichten Stress leben, der sich über einen langen Zeitraum hinweg aufgebaut hat 
  • Andere psychische Störungen wie Depressionen 
  • Eine Familiengeschichte von Angststörungen 
  • Drogen- oder Alkoholmissbrauch 
  • Bestimmte Persönlichkeitstypen empfinden eher Angst als andere  

Angststörungen können sich auch aufgrund von körperlichen und medizinischen Gesundheitsproblemen entwickeln:  

  • Herzkrankheit 
  • Schilddrüsenprobleme, die Ihr hormonelles Gleichgewicht beeinträchtigen
  • Atemwegserkrankungen, einschließlich Asthma und chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Seltene Tumore
  • Chronische Schmerzen oder Reizdarmsyndrom 
  • Entzug von Alkohol, Drogen oder bestimmten Medikamenten
  • Als Nebenwirkung bestimmter Arzneimittel.  Es ist jedoch sehr wichtig zu wissen, dass viele Menschen ohne ersichtlichen Grund an GAD oder einer anderen Angststörung leiden.

Ist eine Angststörung behandelbar?

Im Allgemeinen können Angststörungen behandelt werden. Es hängt davon ab, unter welcher Art von Angststörung Sie leiden und wie früh Sie eine Behandlung starten. Je früher Sie Hilfe für Ihre Angststörung erhalten, desto besser sind Ihre Chancen, sie zu reduzieren oder gar zu heilen.

Wenn Ihre Angststörung durch einen medizinischen Zustand oder als Nebenwirkung bestimmter Medikamente verursacht wird, sollte die Behandlung des zugrunde liegenden Zustands oder die Einstellung der Einnahme dieses Arzneimittels auch Ihre Angststörung behandeln. Selbst zu lernen, wie man mit dieser Krankheit umgeht, ist ein Fortschritt. Aber manchmal ist die Angststörung bereits zur Gewohnheit geworden und kann auch dann noch auftreten, wenn die medizinische Ursache behoben wurde.

Es gibt eine Anzahl an Medikamente, die gegen Angstzustände wirken. Einige von ihnen wirken rascher als andere. Nachstehend finden Sie einen Auszug an Medikamente gegen Angstzustände:  

  • SSRIs (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) – Diese Antidepressiva erhöhen den Serotoninspiegel in Ihrem Gehirn und helfen Ihnen, sich entspannter zu fühlen. Es kann einige Wochen dauern, bis SSRIs ihre Wirkung zeigt, jedoch ist die Aufnahme von SSRIs über einen langen Zeitraum von mehreren Jahren ungefährlich. SSRIs beinhalten Sertralin, Escitalopram und Paroxetin.
  • SNRIs (Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) – Dies ist eine andere Art von Antidepressivum, das Ihren Serotonin- und Noradrenalinspiegel erhöht, um Ihre Angst zu lindern. Es kann ebenfalls einige Wochen dauern, bis SNRIs wirken, und sie können in den ersten Wochen unangenehme Nebenwirkungen haben. SNRIs beinhalten Venlafaxin und Duloxetin. 
  • Benzodiazepine – Dies sind Beruhigungsmittel, die Angstsymptome in nur einer halben Stunde und somit sehr schnell lindern. Sie können jedoch nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da sie schnell abhängig machen und auch weniger effektiv werden, je länger sie eingenommen werden. Wenn Sie ein Benzodiazepin verschrieben bekommen, dauert die Therapie maximal 4 Wochen. Das häufigste Benzodiazepin ist Diazepam. 
  • Therapie – Bei manchen Menschen eignen sich psychologische Therapiesitzungen sehr gut zur Behandlung von Angststörungen. Geführte Meditation, Entspannungsübungen, kognitive Verhaltenstherapie (CBT) und Gruppentherapien können bei Angstzuständen wirksam sein. Sie müssen diese Techniken in der Regel von einem ausgebildeten Therapeuten erlernen. Sobald Sie diese jedoch beherrschen, können Sie sie bei Bedarf auch selbst anwenden. 
  • Alternative Therapien – Einige alternative Therapien wie z.B die Hypnotherapie, können bei Angststörungen wirksam sein. 
  • Änderungen des Lebensstils – Viele Menschen sind der Meinung, dass einige Änderungen des Lebensstils für die Behandlung ihrer Angst hilfreich sein können. Wenn Sie Sport treiben, Alkohol und Drogen meiden und an Aktivitäten teilnehmen, die Ihnen Spaß machen, können Sie die Angstsymptome lindern.

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