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Kann Cannabis bei chronischen Rücken- / Nackenschmerzen helfen?

Das Endocannabinoid-System und Schmerzen

Um zu verstehen, wie Cannabis bei chronischen Rücken- oder Nackenschmerzen helfen kann, muss man zuerst verstehen, wie Cannabis mit dem menschlichen Körper interagiert.

Cannabis wirkt auf den menschlichen Körper, wenn seine aktiven Inhaltsstoffe, die so genannten Cannabinoide, vom körpereigenen Endocannabinoid-System verarbeitet werden. Dieses wichtige System ist im gesamten menschlichen Körper vorhanden und steuert oder beeinflusst einige seiner wichtigsten Funktionen, zum Beispiel:

  • Hunger
  • Stressreaktion
  • Gedächtnis 
  • Entzündungen
  • Schlaf
  • Muskelkontrolle
  • Antrieb
  • Stimmung
  • Schmerzen 

Das Endocannabinoid-System setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen: Endocannabinoide, Rezeptoren und Enzyme. Endocannabinoide sind Moleküle, die den Cannabinoiden im Cannabis sehr ähnlich sind, aber sie werden vom menschlichen Körper auf natürliche Weise selbst produziert. Diese Endocannabinoide binden sich an Endocannabinoid-Rezeptoren (CB1- und CB2-Rezeptoren), die im ganzen Körper auf der Oberfläche von Zellen zu finden sind. Dann bauen spezielle Enzyme die Endocannabinoide ab und entsorgen sie. 

Wenn es richtig funktioniert, soll dieses System helfen, die Homöostase (oder das Gleichgewicht) im menschlichen Körper aufrechtzuerhalten. 

Eine der Hauptaufgaben des Endocannabinoid-Systems ist die Regulierung des Schmerzempfindens. Obwohl der Mensch Cannabis bereits seit Jahrtausenden als Schmerzmittel einsetzt, verstehen wir erst seit der relativ jungen Entdeckung des Endocannabinoid-Systems und der Erforschung seiner Funktion, warum das so ist. 

Das Endocannabinoid-System entfaltet seine schmerzstillende Wirkung vor allem durch Stimulation der CB1- und CB2-Rezeptoren mit den körpereigenen Endocannabinoiden.

CB1-Rezeptoren sind im gesamten peripheren und zentralen Nervensystem zu finden und spielen eine große Rolle bei der Schmerzweiterleitung. Wenn die CB1-Rezeptoren stimuliert werden, hemmt dies die Informationsübertragung im gesamten Nervensystem, was die Schmerzsignale und damit unsere Schmerzwahrnehmung reduziert. Die Stimulation von CB1-Rezeptoren kann sogar unsere emotionale Reaktion auf Schmerzen verändern. 

In einer Studie, in der nachgewiesen wurde, wie CB1 Schmerzen beeinflusst, haben die Wissenschaftler durch Veränderung verschiedener Gene die CB1-Rezeptoren aus dem peripheren Nervensystem von Mäusen entfernt (aber im zentralen Nervensystem belassen) und sie dann mit Cannabinoiden behandelt. Bei den Mäusen ohne CB1-Rezeptoren war die schmerzstillende Wirkung von Cannabinoiden stark reduziert, was darauf hindeutet, dass die Stimulation der CB1-Rezeptoren im peripheren Nervensystem eine wichtige Rolle bei der Fähigkeit des Endocannabinoid-Systems zur Schmerzlinderung spielt. 

CB2-Rezeptoren hingegen finden sich vor allem in Immunzellen, die aber ebenfalls eine wichtige Aufgabe bei der Beseitigung von Schmerzen haben, da sie die Aktivität der Immunzellen im zentralen Nervensystem regulieren. In einer weiteren Studie wurden die CB2-Rezeptoren von Mäusen chemisch stimuliert, wodurch sie eine verringerte Schmerzreaktion zeigten. In Studien mit CB2 reduzierte die Aktivierung dieses Rezeptors sowohl die Marker für entzündliche Schmerzen als auch für nozizeptive Schmerzen (Wahrnehmung von Schmerzen).

Obwohl ursprünglich angenommen wurde, dass diese Effekte ausschließlich aufgrund der Anwesenheit von CB2 in Immunzellen zurückzuführen sind, gibt es inzwischen neue Belege dafür, dass CB2-Rezeptoren auch auf sensorischen Neuronen und Nervenfasern exprimieren können. Wissenschaftler glauben daher, dass es noch andere Wege gibt, durch die CB2 die Schmerzsignale beeinflussen kann, zum Beispiel durch eine indirekte Aktivierung von Opiatrezeptoren. 

Während die Wissenschaftler derzeit noch an den Details forschen, belegen die bisherigen Ergebnisse eindeutig, dass die Stimulation des Endocannabinoid-Systems zu einer Verringerung von Schmerzen führen kann. Theoretisch sollte Cannabis also durch die Aktivierung der Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems in der Lage sein, die Schmerzen im Rücken, Nacken und an anderen Körperstellen zu beseitigen.

Forschungsergebnisse zu Cannabis bei chronischen Rücken- oder Nackenschmerzen

Wenn es nur darum geht, Cannabis speziell bei Rücken- oder Nackenschmerzen zu verwenden, sind die Forschungsergebnisse recht begrenzt. Die meisten Studien zu Cannabis und Schmerzen haben sich eher auf neuropathische Schmerzen oder Schmerzen durch Krankheiten wie Krebs oder HIV konzentriert. Dennoch können wir viel darüber lernen, wie Cannabis Rücken- oder Nackenschmerzen lindern kann, wenn wir die Studien betrachten, bei denen untersucht wurde, wie Cannabis Schmerzen im Allgemeinen beeinflusst. 

Wenn man sich mit Studien über Cannabis und chronische Schmerzen befasst, wird eines klar: Schmerzen sind einer der häufigsten Gründe, warum Menschen medizinisches Cannabis konsumieren. Wenn CannabispatientInnen gefragt werden, warum sie diese Medikamente einnehmen, antwortet ein sehr hoher Prozentsatz, dass sie es wegen chronischer Schmerzen verwenden. Bei einer Umfrage kamen sogar Werte von 97% heraus. 

Noch interessanter ist, dass diese Patienten mit der Wirkung zufrieden scheinen. In einer Umfrage der UC Berkeley gaben 81% der PatientInnen an, dass Cannabis ihre Schmerzen besser lindere als Opioide, wobei auch PatientInnen, die keine Opioid-haltigen Schmerzmittel einnahmen, von ähnlichen Ergebnissen berichteten.

Natürlich sind Umfragedaten bekanntlich unzuverlässig, da die PatientInnen möglicherweise nicht beurteilen können, ob die Wirkung auf das Cannabis, den Placebo-Effekt oder etwas anderes zurückzuführen sind. Daher müssen auch präklinische und klinische Daten, mit denen Wissenschaftler kontrollierte Studien durchführen können, betrachtet werden. 

Zur Analyse dieser Forschungsergebnisse wurden verschiedene Studien zu Cannabis und Schmerzen gemischt. Es wurden mehrere große Meta-Rezensionen zu den schmerzlindernden Eigenschaften von Cannabis durchgeführt und die Autoren sind sich nicht ganz einig, wie überzeugend die Belege sind. Dennoch finden so gut wie alle, dass noch mehr Forschung erforderlich ist, um sowohl die bestmögliche Nutzung der im Handel erhältlichen Cannabisprodukte zu ermitteln als auch die Frage, ob die Vorteile der Schmerzlinderung die potenziellen Risiken von Cannabis überwiegen, vollständig zu beantworten. 

So berichteten beispielsweise die National Academies of Science and Engineering in einer Meta-Rezension der Cannabis-Literatur im Jahr 2017, dass es substanzielle Hinweise darauf gibt, dass Cannabis eine wirksame Behandlungsmethode von chronischen Schmerzen bei Erwachsenen ist und ein moderates Maß an Schmerzlinderung erzeugt. Sie gaben jedoch auch an, dass „nur sehr wenig über die Wirksamkeit, Dosierung, Darreichungsformen oder Nebenwirkungen von häufig konsumierten und kommerziell erhältlichen Cannabisprodukten bekannt ist“, und empfahlen, mehr Forschung zu betreiben, um diese Fragen zu klären. 

Die Autoren einer Rezension aus dem Jahr 2019 waren sich einig, dass einige Forschungsergebnisse auf die Wirksamkeit von Cannabis bei Schmerzen hinweisen und dass die aktuelle Forschung die derzeit verwendeten Cannabisprodukte nicht ausreichend repräsentiert, weswegen sie zur Vorsicht mahnten. 

Sie wiesen darauf hin, dass es aufgrund von Forschungseinschränkungen immer noch schwierig ist, klinisch relevante Studien über die Wirksamkeit von Cannabis bei Schmerzen durchzuführen. In den meisten Studien zur schmerzlindernden Wirkung von Cannabis wurde inhaliertes Cannabis verwendet – und nicht die Tinkturen und Nahrungsmittel, die von vielen chronischen Schmerzpatienten konsumiert werden. Außerdem werden selbst diese inhalierbaren Optionen oft von staatlichen Stellen angeboten und haben möglicherweise nicht die chemischen Profile wie die in Apotheken erhältlichen. Es gibt also eine große Lücke in dem Wissen, wie man die verfügbaren Cannabisprodukte sicher und effektiv zur Schmerzlinderung einsetzen kann. 

Eine Überprüfung der Evidenzbasis der Harvard University im Jahr 2017 ergab bei klinischen Studien, die den Einsatz von Cannabis bei Schmerzen unterstützen, eine „bescheidene“ Evidenz. In der Umfrage wurde auch erste Hinweise darauf gefunden, dass Cannabis zur Verringerung des Opioidkonsums beitragen könnte, wenn beide Substanzen zusammen verwendet werden. Dennoch empfahlen auch diese Wissenschaftler mehr Forschung, um die potenziellen Nebenwirkungen besser zu verstehen und mehr Klarheit darüber zu gewinnen, wie man Cannabis effektiv gegen Schmerzen einsetzen kann. 

Abgesehen von diesen Rezensionen haben andere Studien mehr Informationen darüber hervorgebracht, wie verschiedene Arten von Cannabis oder deren Verwendung Schmerzen beeinflussen können. Eine Studie ergab zum Beispiel, dass der kombinierte Einsatz von THC und CBD die schmerzlindernden Fähigkeiten von Cannabis im Vergleich zum Konsum nur einer dieser Substanzen deutlicher verbessert. Eine weitere Studie ergab, dass das Inhalieren von Cannabis zur Schmerzbekämpfung weniger negative Auswirkungen auf das Verdauungssystem hat als die orale Einnahme.

Cannabis bei chronischen Rücken- oder Nackenschmerzen

Basierend auf den verfügbaren Forschungsergebnissen ist klar, dass Cannabis ein großes Potenzial zur Bekämpfung von chronischen Schmerzen hat und viele Menschen nutzen es bereits für diesen Zweck. Der Konsum von Cannabis lindert Schmerzen und Entzündungen, was einen großen Einfluss auf die Lebensqualität haben kann. Derzeit laufen allerdings noch viele Studien zum Einsatz von Cannabis gegen Schmerzen und es gibt viele unbeantwortete Fragen. Dennoch wurden bereits jetzt erhebliche Fortschritte erzielt und es werden noch weitere folgen. 

Natürlich warnen die Wissenschaftler auch davor, dass wir noch nicht alle Risikofaktoren beim langfristigen Konsum von Cannabis kennen. Cannabis ist eine starke Substanz, die bei längerem Konsum Nebenwirkungen haben kann, insbesondere bei Menschen mit genetischen Veranlagungen für Krankheiten wie Schizophrenie und Depressionen. Wie bei jedem anderen Medikament sollten Sie auch hier die möglichen Risiken und Vorteile mit Ihrem Arzt besprechen, bevor Sie mit einer Cannabisbehandlung beginnen. 

Bevor Sie mit dem Cannabiskonsum beginnen, sollten Sie auch prüfen, ob Cannabis in Ihrem Land zur Behandlung chronischer Schmerzen überhaupt zugelassen ist. Selbst wenn es in Ihrem Land erlaubt ist, müssen Sie möglicherweise die Zustimmung Ihres Arztes einholen, bevor Sie es verwenden können. 

Derzeit können Patienten mit chronischen Schmerzen in folgenden Ländern Cannabis konsumieren:

  • Kanada
  • Chile 
  • Kolumbien 
  • Tschechische Republik
  • Deutschland
  • Israel 
  • Jamaika
  • Polen
  • Puerto Rico
  • Türkei
  • Uruguay

Außerdem kann Cannabis in folgenden US-Bundesstaaten bei chronischen Schmerzen verwendet werden:

  • Alaska
  • Arizona
  • Arkansas
  • Kalifornien
  • Colorado
  • Delaware
  • District of Columbia
  • Georgia
  • Hawaii
  • Iowa
  • Louisiana
  • Maine
  • Maryland
  • Massachusetts
  • Michigan
  • Minnesota
  • Missouri
  • Montana
  • Nevada
  • New Hampshire
  • New Mexico
  • Oklahoma
  • Oregon
  • Rhode Island
  • South Carolina
  • Virginia
  • Washington
Haftungsausschluss

Inhalte auf The Cannigma dienen nur zu Informationszwecken. Sie sind kein Ersatz für professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Vor Beginn einer Behandlung mit Cannabis sollten Sie sich immer von einem Arzt mit Erfahrung mit medizinischem Cannabis beraten lassen.

Über chronische Rücken- / Nackenschmerzen

Überblick

Nacken- und Rückenschmerzen sind sehr häufig und betreffen die Mehrheit der Menschen auf die eine oder andere Weise. Während praktisch jeder Mensch hin und wieder für kurze Zeit akute Schmerzen hat, leiden viele Menschen an chronischen Schmerzen, die sehr einschränkend sein und jeden Aspekt des Lebens betreffen können. 

Rückenschmerzen sind so häufig, dass neun von 10 Erwachsenen sie irgendwann in ihrem Leben erleben. Fünf von 10 arbeitenden Erwachsenen haben sie jedes Jahr, was sie zum häufigsten Grund für Fehlzeiten am Arbeitsplatz und Berufsunfähigkeit macht.

Normale Rücken- oder Nackenschmerzen bessern sich in der Regel innerhalb weniger Wochen oder Monate, je nach Ursache. Manchmal kommen sie jedoch zurück. Chronische Rückenschmerzen durch Bandscheibenvorfälle und Stenosen oder Operationen verschwinden sogar oft erst nach einem Jahr.

Klassifizierung

Rückenschmerzen werden nach der Dauer der Symptome klassifiziert. Sie gelten als akut, wenn sie weniger als sechs Wochen andauern. Subakute Rückenschmerzen dauern zwischen sechs und zwölf Wochen und chronische Rückenschmerzen mehr als zwölf Wochen. 

Nackenschmerzen hingegen werden nach ihrer Ursache klassifiziert. Auch wenn etwa die Hälfte der Menschen gemischte Schmerzen hat, ist die Ursache in vielen Fällen neurologisch oder unspezifisch. Andere haben Nackenschmerzen aufgrund einer anderen Erkrankung, wie zum Beispiel eine zervikale Arthrose. Nackenschmerzen können auch das Ergebnis einer falschen Bewegung oder einer Fehlstellung sein.

Ursachen

Was verursacht Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen können entweder genetische, erworbene oder lebensstilspezifische Ursachen haben. Die häufigsten Ursachen sind: 

  • Übermäßiger Sport. Dies kann dazu führen, dass sich die Muskeln und Bänder im Rücken dehnen oder reißen, was zu Schmerzen im unteren Rückenbereich und Muskelkrämpfen führen kann. Sie können die Schmerzen lindern, indem Sie sich ausruhen und rezeptfreie Medikamente einnehmen.
  • Bandscheibenverletzung. Bandscheibenverletzungen sind extrem häufig und treten oft auch bei jüngeren Menschen auf. Die Bandscheiben befinden sich zwischen den Knochen unserer Wirbelsäule (Wirbelkörper), so dass wir uns bücken und flexibel bewegen können. Sie rutschen oft aus ihrer angestammten Position heraus, was zu Bandscheibenvorwölbungen und -vorfällen führt, die Verletzungen und Schmerzen verursachen. Dies kann durch den Körperbau einer Person begünstigt werden, aber auch durch das Anheben eines schweren Gegenstandes, eine anormale Bewegung oder sogar spontan geschehen. Auch eine schlechte Körperhaltung kann zu einer Bandscheibenverletzung beitragen. 
  • Ischias. Wenn sich eine Bandscheibe nach hinten vorwölbt, kann sie eine austretende Nervenwurzel, die für das Gefühl in den Beinen zuständig ist, einquetschen. Wenn sie dabei auf den Ischiasnerv trifft, spüren die Betroffenen einen starken Schmerz, Kribbeln oder ein Taubheitsgefühl in den Beinen und Füßen. Unbehandelt kann dies sogar zu einer Muskelschwächung führen. 
  • Spinalkanalstenose. Bei einer Spinalkanalstenose ist der Kanal in der Wirbelsäule verengt, durch den das Rückenmark verläuft. Der entstehende Druck auf Rückenmark, Nerven und Blutgefäße kann Rückenschmerzen und bleibende Nervenschädigungen verursachen. Betroffene spüren beim Gehen und Stehen ein Taubheitsgefühl und Krämpfe überall im Körper.
  • Abnormale Krümmung der Wirbelsäule. Dazu gehören bestimmte Krankheiten, die in der Regel im Kindesalter diagnostiziert werden, meist Skoliose und Lordose. Diese Anomalien verursachen Schmerzen und Fehlhaltungen, die durch den Druck auf die Muskeln und Wirbel zu Schmerzen führen. 
  • Andere schwere Erkrankungen. Chronische Rückenschmerzen kommen sehr häufig bei Patienten mit Arthritis, Fibromyalgie, Spondylitis usw. vor. 

Was verursacht Nackenschmerzen?

Wie bereits erwähnt, können die Ursachen von Nackenschmerzen auch zu Rückenschmerzen führen, aber nicht zwangsläufig. Die Hauptursachen für Nackenschmerzen sind: 

  • Degeneration der Bandscheiben und der Wirbel im Nacken. Diese degenerieren normalerweise mit zunehmendem Alter, was zu chronischen oder anhaltenden Schmerzen führen kann. Diese Schmerzen können auch durch spezifische Erkrankungen wie Entzündungen, Traumata und andere Ursachen verursacht werden. 
  • Schlechte Schlafposition. Viele Menschen wachen manchmal mit einem steifen Nacken oder Schmerzen in den Schultern oder im Rücken auf. Dies kann entweder auf die Schlafposition, das Kissen, die Matratze oder den Stresspegel vor dem Schlafengehen zurückzuführen sein. 
  • Schlechte Körperhaltung. Wer im Alltag oft eine nach vorn geneigte Position einnimmt, zum Beispiel, um auf das Handy zu schauen oder bei der Arbeit am Computer, überlastet seine Nackenmuskulatur. Um den Schaden zu minimieren, sollte man seinen Nacken regelmäßig in alle Richtungen dehnen.
  • Stress und Angst. Die Redewendung „den Stress im Nacken sitzen haben“ besteht nicht ohne Grund. Stress kann zu Muskelverspannungen führen, was Schmerzen verursacht.
  • Torticollis (Schiefhals). Dies ist eine Erkrankung, bei der sich der Kopf aus unbekannten Gründen zur Seite dreht. Der Versuch, den Kopf gerade zu halten, kann sehr schmerzhaft sein. Ein Torticollis tritt oft über Nacht oder bei sehr kalten Temperaturen über einen längeren Zeitraum auf. In diesem Fall sollte sich der Nacken innerhalb weniger Stunden oder Tage wieder beruhigen. Es könnte aber auch ein Symptom einer schweren Erkrankung wie einer Infektion, ein Tumor oder Nebenwirkungen bestimmter Medikamente sein. 
  • Schleudertrauma. Bei einem Schleudertrauma ruckt der Kopf aufgrund einer plötzlichen Verletzung im Nacken nach vorne und hinten. Dies geschieht in der Regel bei Autounfällen, kann aber auch durch sportliche Aktivitäten verursacht werden. 
  • Zervikale Radikulopathie. Sie tritt auf, wenn die mit dem Rückenmark verbundenen Nerven im Nacken gereizt werden, meist aufgrund von Begleiterscheinungen wie einer Arthritis im Nacken oder einem Bandscheibenvorfall. Abgesehen von Schmerzen im Nacken, kann diese Erkrankung auch zu einem Taubheitsgefühl oder Schmerzen und einem Schwächegefühl in den Armen führen.

Andere Ursachen. Manchmal können Nackenschmerzen auf andere Probleme wie Krebs, systemische oder andere seltene Erkrankungen hinweisen.

Risikofaktoren

Viele Menschen berichten nach einem Umzug von chronischen Rückenschmerzen. Andere haben Beschwerden, weil sie jahrelang einen körperlich anstrengenden Beruf ausüben. Aber auch Menschen mit einer schlechten Körperhaltung, einem sitzenden Lebensstil oder Übergewicht haben ein hohes Risiko, da ihre Muskeln und Wirbel ständig Druck ausgesetzt sind. Das Gleiche gilt für Frauen im letzten Stadium der Schwangerschaft. An dieser Stelle ist anzumerken, dass auch Raucher ein höheres Risiko für Rückenprobleme haben, obwohl die Ursache dafür noch nicht erforscht ist. 

Neuere Studien haben auch mehrere psychologische Faktoren, die zu Rückenschmerzen beitragen, aufgedeckt. Dazu gehören Stress am Arbeitsplatz, familiäre Probleme und sogar der Stress, der durch das Beenden einer Beziehung verursacht wird. Inaktivität kann Rückenschmerzen genauso verschlimmern wie eine Sportverletzung. 

Rückenschmerzen können auch bei Menschen vorkommen, die überhaupt keine Risikofaktoren haben. Sie treten manchmal einfach spontan auf, ohne dass man etwas Schweres gehoben hat und auch wenn man eine perfekte Körperhaltung hat, gut schläft und vorbildlich lebt.

Diagnose

Normalerweise muss man bei leichten bis mittelschweren Schmerzen oder Beschwerden nicht unbedingt zum Arzt gehen. Diese Beschwerden verschwinden normalerweise von allein und lassen sich durch rezeptfreie Medikamente beheben. Wenn die Schmerzen jedoch stark, anhaltend oder von zusätzlichen Symptomen begleitet werden, sollte man einen Arzt aufsuchen. Anhand verschiedener Untersuchungen kann man die zugrunde liegenden Ursachen aufdecken und Medikamente, die gegen diese Ursache wirken, bestimmen. 

Wenn Sie sich mit Rücken- oder Nackenschmerzen an Ihren Arzt wenden wird er eine umfassende Anamnese und eine körperliche Untersuchung durchführen. Ihr Schmerz ist durch seine Lage, Dauer und möglichen Ursachen gekennzeichnet. Der Arzt wird auch Ihr Alter, Ihre Krankengeschichte und Ihre Schmerzen sowie die gleichzeitig bestehenden Krankheiten berücksichtigen. Mit einer neurologischen Untersuchung können Veränderungen im Empfinden und in der Motorik beurteilt werden.

Weitere Untersuchungsmöglichkeiten:

  • Röntgenuntersuchung. Mit einer Röntgenuntersuchung kann der Raum zwischen zwei Wirbelkörpern geprüft und es können Arthritis-ähnliche Erkrankungen und Tumore erkannt werden.
  • MRT. Dabei können die Nerven genauer betrachtet sowie Probleme mit Gelenken, Sehnen und Bändern entdeckt werden. Alternativ kann auch eine Myelographie oder ein CT-Scan eingesetzt werden. 
  • Elektrodiagnostische Untersuchungen. Auch eine Elektromyographie (EMG) oder die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) werden manchmal zur Diagnose von Nacken- und Schulterschmerzen eingesetzt.

Behandlung

Normale Rückenschmerzen verschwinden in der Regel nach ein paar Tagen wieder, in schwereren Fällen dauert es Wochen oder Monate. Um sie effektiv zu behandeln, sollte man sich ausruhen und rezeptfreie Medikamente einnehmen. Außerdem gibt es mehrere Möglichkeiten, um zu verhindern, dass sich das schmerzauslösende Ereignis wiederholt oder sich die Schmerzen verschlechtern. Dies hängt von der Ursache der Schmerzen ab.

  • Bleiben Sie aktiv. Wer regelmäßig Sport treibt, erholt sich schneller von Rückenschmerzen. Für einen gesunden Rücken werden besonders Walking, Schwimmen und Yoga empfohlen. Anstatt im Bett oder auf der Couch zu liegen, sollte man schnell wieder vorsichtig Sport treiben, da die Aktivität die Genesung unterstützt. 
  • Dehnen. Dehnen ist eines der wichtigsten Dinge, die Sie für Ihren Körper tun können. Dies kann viele chronische Schmerzen verhindern, einschließlich Nacken- und Rückenschmerzen. 
  • Massage. Lassen Sie jemanden sanften Druck auf Ihre schmerzenden Muskeln und Gelenke ausüben, um Verspannungen zu lösen. 
  • Wärme- und Kälteanwendungen. Viele Menschen nehmen ein heißes Bad oder legen eine Wärmflasche auf die schmerzhafte Stelle, um die Schmerzen zu lindern. Andere erreichen das gleiche Ergebnis mit einem Eisbeutel – auch dies hängt von der Ursache der Schmerzen ab. Achten Sie darauf, den Eisbeutel nicht direkt auf die Haut zu legen, da dies Erfrierungen verursachen kann. 
  • Optimieren Sie Ihren Schlaf. Überprüfen Sie, ob Sie eine rückenfreundliche Schlafhaltung einnehmen und ob Ihr Kissen Ihren Nacken richtig stützt. Wenn die Schmerzen anhalten, versuchen Sie, ohne Kissen oder mit einem speziellen Nackenkissen zu schlafen.
  • Stärkung der Bauchmuskulatur. Eine starke Bauchmuskulatur sorgt für mehr Stabilität und kann Rückenschmerzen verhindern oder sogar beheben. 
  • Entspannung. Optimistische Menschen erholen sich schneller von Verletzungen. Auch bei Rückenschmerzen sollten Sie stets positiv bleiben, denn die Sorge um die Rückenschmerzen kann die Muskeln weiter verspannen und die Situation verschlimmern.
  • Weiche Halskrause. Kurzzeitig können Sie gegen Ihre Beschwerden auch eine Halskrause tragen. Tun Sie dies jedoch nicht zu lang, da dies die Muskeln in Ihrem Nacken schwächen kann. 
  • Operation. Diese Option wird nur dann empfohlen, wenn die Schmerzursache (zum Beispiel Ischiasreizung) operativ behandelt werden kann. 
  • Geben Sie das Rauchen auf. Raucher brauchen viel länger, um sich von Verletzungen, einschließlich akuter und chronischer Schmerzen, zu erholen. Ein weiterer Grund, mit dem Rauchen aufzuhören!

Radiofrequenzdenervierung. Bei diesem Verfahren werden Nadeln in die Nerven, die das betroffene Gelenk versorgen, eingeführt. Anschließend werden Radiowellen durch die Nadeln geschickt, um die Nerven zu erwärmen, was verhindert, dass sie Schmerzsignale aussenden. Dieses Verfahren wird manchmal bei mittleren bis starken Rückenschmerzen empfohlen, die ihren Ursprung in den Gelenken der Wirbelsäule haben. Zu den Komplikationen gehören Blutungen, Infektionen und mögliche Nervenschäden.

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