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Was ist das cannabinoid-hyperemesis-syndrom?

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Joint drehen und CHS

Cannabis gilt in der Regel als Gegenmittel bei Übelkeit – nicht aber als Auslöser. Für einen kleinen Teil der CannabiskonsumentInnen, die unter dem Cannabinoid-Hyperemesis-Syndrom leiden, kann der Konsum von Cannabis immer wieder zu schwerer Übelkeit und häufigem Erbrechen führen.

Das Syndrom kann auch nach Jahren des Cannabiskonsums ohne Vorwarnung auftreten – die einzige endgültige Lösung ist das vollständige Absetzen von Cannabis. Ein medizinische Erhebung stellte fest, dass 96% der Patienten nach dem Einstellen des Cannabiskonsums keine Symptome mehr zeigten. 

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Einige Patienten tendieren dazu warme Bäder zu nehmen oder warm zu duschen, um ihren Beschwerden zumindest vorübergehend Abhilfe zu verschaffen. Dieses Verhalten ist für Ärzte vielerorts zum Anhaltspunkt einer Diagnose des Cannabinoid-Hyperemesis-Syndroms geworden. 

Während die meisten davon ausgehen, dass nur eine sehr kleine Randgruppe der Cannabiskonsumenten an CHS leidet, bewies eine Studie, dass ein Drittel der regelmäßigen Cannabiskonsumenten (welche an mehr als 20 Tagen im Monat Cannabis konsumieren) zumindest eine milde Form von CHS aufweisen. 

Dennoch führen nur wenige CHS-Patienten ihre Übelkeitsanfälle auf den Konsum von Cannabis zurück. Da Cannabis als bewährtes Mittel gegen Übelkeit gilt, erhöhen einige Patienten vorerst die Menge an Cannabis, die sie konsumieren.

Für viele Menschen ist es schwer nachzuvollziehen, dass der Konsum von Cannabis CHS auslösen kann, da die meisten Konsumenten selbst bei exzessivem Konsum keine Beschwerden entwickeln.

Symptome bei CHS

Frau duscht
Patienten mit CHS nehmen zur Linderung ihrer Symptome häufig warme Duschen und Bäder, was für Ärzte ein ausschlaggebender Indikator bei der Diagnose von CHS geworden ist.
(Shutterstock)

Zusätzlich zu den wiederkehrenden Übelkeitsanfällen leiden CHS-Patienten häufig unter einem bestimmten Profil an Symptomen, welche in drei Stufen unterteilt werden

Prodromale Phase

In der sog. Prodromalen Phase leiden Patienten unter Morgenübelkeit, Brechreiz, Appetitlosigkeit, sowie Bauch- und Unterleibsschmerzen, die tagelang anhalten können. Diese Phase kann Monate oder Jahre andauern, während dieser einige Patienten dazu neigen mehr Cannabis zu konsumieren, um der Übelkeit entgegenzuwirken.

Hyperämische Phase

In der hyperämischen Phase treten oft die charakteristischen, unkontrollierbaren Übelkeits- und Brechanfälle, sowie starke Magenkrämpfe auf. Viele Patienten haben darüber hinaus ein großes Bedürfnis in warmen Wasser zu baden. Oft geht mit den genannten Symptomen Gewichts- und Wasserverlust einher. Diese Übelkeitsattacken wiederholen sich wöchentlich bis monatlich.

Erholungsphase

Sobald ein Patient den Cannabiskonsum einstellt, gelangt er in die sog. Erholungsphase, in welcher Übelkeits- und Brechanfälle, sowie Magenschmerzen langsam nachlassen und sich die Essgewohnheiten normalisieren. Dieser Prozess kann einige Zeit dauern – im Regelfall tritt eine spürbare Verbesserung der Beschwerden zwischen 7 und 10 Tagen nach Absetzen des Cannabis ein. In schwereren Fällen kann es Monate oder Jahre dauern bis die Symptome ganz verschwinden. Wenn in dieser Erholungszeit wieder Cannabis konsumiert wird, ist normalerweise mit einem sofortigen Wiederauftreten der Beschwerden zu rechnen. 

Diese oftmals langanhaltenden und wiederkehrenden Brechanfälle können bei Patienten zu Problemen wie Dehydrierung, Orientierungslosigkeit und Elektrolyte-Ungleichgewicht führen. In seltenen Fällen kann eine anhaltende Dehydrierung Leberschäden oder in Einzelfällen sogar Leberversagen verursachen. 

Was verursacht CHS?

Es scheint erwiesen, dass häufiger Cannabiskonsum die Chancen an CHS zu erkranken erhöht, da das Absetzen von Cannabis Ärzten zufolge das einzige zu sein scheint, das tatsächlich gegen die Beschwerden hilft. Dennoch sind Ärzte erst auf dem Weg verlässliche Aussagen über den exakten Verlauf und Mechanismus der Krankheit zu treffen. 

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Forscher stellten bereits fest, dass die Effekte von Cannabis in zwei Phasen auftreten – d.h. es löst unterschiedliche Effekte in unterschiedlichen Zusammensetzungen aus. Einige Komponenten der Pflanze können je nach Dosierung Übelkeit bekämpfen oder hervorrufen

Eine andere Theorie besagt, dass die durch den Konsum von Cannabis im Körper stimulierten CB1-Rezeptoren des Endocannabinoidsystems im Normalfall Übelkeitsgefühle mindern, aber gegenteilige Effekte auf den Darmtrakt haben. Dazu zählen verspäteter Stuhlgang, veränderte Verdauungsgeschwindigkeit, sowie Sodbrennen.

Ein anderer Ansatz ist, dass die Endocannabinoid-Rezeptoren wie CB1 und TRPV1 durch exzessiven Cannabiskonsum überstimuliert werden und deswegen keine körpereigenen Stoffe zur Hemmung von Übelkeit mehr freisetzen können, was dazu führt, dass Patienten unverhältnismäßig schlecht ist, der Körper aber keine Ressourcen hat, um dem Abhilfe zu schaffen.

Was aber immer noch für Verwirrung unter ForscherInnen sorgt, ist dass diese Beschwerden nur bei einigen wenigen Cannabispatienten auftreten und es keine Anhaltspunkte gibt, anhand deren man gefährdete Personen identifizieren könnte. Ein Bericht stellt dahingehend die Hypothese auf, dass CHS nur bei Personen auftritt, die generell anfällig für Übelkeit und Brechreiz sind. Manche Patienten stellten zudem die Theorie auf, dass die Symptome auf Pestizide im Cannabis zurückzuführen seien, doch das Profil einer Pestizid-Vergiftung unterscheidet sich grundlegend von dem des CHS. Ebenso existieren anekdotische Berichte mancher CHS-Patienten, die berichten, dass sich ihre Beschwerden nicht verminderten nachdem sie auf organisches, pestizidfreies Cannabis umgestiegen sind. Auch wenn eine Pestizidvergiftung eine potentielle Gefahr beim Konsum von Cannabis darstellt, manifestiert sich diese normalerweise anders als CHS.

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