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Jan 12, 2020 Letztes Update Jul 19, 2021 5 min lesen

Auf die Haut? Äußere Anwendung von Hanf

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von Christine Giraud
Hanfsalbe

Cannabis-Behandlungen werden immer beliebter. Wie wir in einem anderen Artikel gezeigt haben, gibt es verschiedene Arten, Hanf einzunehmen. Heute beschäftigen wir uns mit der lokalen, auch äußere Anwendung genannt.

  • Die wachsende Beliebtheit von Cannabis Lokaltherapien vor allem auf der Haut ergibt sich aus dem Zusammenwirken verschiedener  Trends: Der Wunsch, weniger Medikamente einzusetzen, das wachsende Interesse an der Naturheilkunde und eine größere Akzeptanz von medizinischem Cannabis. 
  • Auch die Darreichungsformen sind vielfältig und dezent: Lotionen, Salben, Öle, Roll-ons, Gele, Gleitmittel, Sprays, Balsame, Pflaster und Tinkturen. Aber wie funktionieren sie? Und ist der Hype gerechtfertigt?  

Wirkung

Wir alle haben die CannabinoidrezeptorenCB1 und CB2 – auf der obersten Schicht unserer Haut, der Epidermis. Die Anwendung auf der Haut aktiviert die Rezeptoren, die Hautprobleme, wie Schmerzen, Entzündungen, Juckreiz und Rötungen reduzieren können.

Es gibt zwei Möglichkeiten, um Cannabis über die Haut zu verabreichen. Salbe: Zur lokalen, äußerlichen Anwendung wird die entsprechende Hautstelle mit der Substanz eingerieben. Da die Bestandteile der Cannabispflanze fettlöslich sind, dringen die Wirkstoffe in der Regel nur in wenige Hautschichten ein und sie werden davon weder high noch berauscht sein Auch im Drogentest wird die Substanz nicht nachzuweisen sein. Die Wirkung einer qualitativ hochwertigen Substanz setzt innerhalb von 10 bis 30 Minuten ein und wirkt für 2-3 Stunden.

Salbe auf die Haut. Auch eine Form der Cannabis-Anwendung (Shutterstock)
  • Pflaster: Außerdem gibt es sogenannte transdermale Produkte. Dies sind in der Regel Pflaster, die chemische Substanzen beinhalten, die dazu führen, dass das Cannabis in die Haut eindringt und in die Blutbahn gelangt. Hier werden chronische Schmerzen, die tief und andauernd sind – wie beispielsweise Wirbelsäulenstenose, Ischias und Neuropathie – von dieser systemischen Behandlung profitieren. Enthält ein Pflaster THC, was meistens der Fall ist, können Sie davon, abhängig von der Dosierung und Ihrer individuellen Verträglichkeit, high oder berauscht werden. Die Wirkung entfaltet sich bei transdermalen Pflastern in der Regel innerhalb von 20-30 Minuten und hält 8-24 Stunden an.

Forschung

Es gibt nur wenige große klinische Doppelblindstudien in den Vereinigten Staaten aufgrund des sogenannten Schedule 1-Status von Marihuana. Das bedeutet jedoch nicht, dass es gar keine Informationen gibt. Auf PubMed sind mehr als 20.000 Veröffentlichungen über Cannabis verfügbar. Dennoch ist dem allgemeinen Konsens zufolge mehr klinische Forschung erforderlich. Bei den bisher durchgeführten Studien werden oft Labormäuse als Probanden verwendet. Dies lässt einige Rückschlüsse zu, ist aber nicht optimal, da die Haut der Mäuse viel aufnahmefähiger ist als die menschliche Haut.

Cannabis-Forschung (Foto von Chokniti Khongchum von Pexels)
  • Private und staatliche Einrichtungen in Israel erforschen seit Jahrzehnten medizinisches Cannabis und haben interessante Erkenntnisse darüber gewonnen, wie Hautkrebs und Psoriasis mit Cannabis bekämpft werden können. 
  • In Kanada haben sich seit der Legalisierung im Jahr 2018 mehr Forscher dem Feld angeschlossen und die Regierung hat die Mittel erhöht, wobei sich die neuen Studien nicht auf Substanzen zur Anwendung auf der Haut konzentrieren.
  • Einige Hersteller hoffen, dass die Forschung auch auf andere Inhaltsstoffe, die häufig in Cannabis Rezepturen vorkommen, erweitert wird. Im Gegensatz zu reinen Blüten enthalten die Produkte zur äußerlichen Anwendung in der Regel zusätzliche Inhaltsstoffe wie Arnika, Lavendel, Mangobutter, Kurkuma, Ingwer, weiße Weidenrinde, Aloe, Wintergrün und andere. Die Wirkungsweisen und Wechselwirkungen dieser Inhaltsstoffe mit Cannabis sind nicht immer ausreichend erforscht.
  • Tatsächlich wird im Allgemeinen oft fälschlicherweise angenommen, dass natürliche Inhaltsstoffe in einer Rezeptur gut zusammenwirken. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Zum Beispiel hat man festgestellt, dass Bienenwachs Cannabinoide daran hindert, in die Haut einzudringen. „Wir haben herausgefunden, dass es in einem Balsam gut wirkt, jedoch nicht in einer Creme“, sagt eine Forscherin dieser Wechselwirkung. Trotzdem lässt sich in einigen Cannabiscremes immer noch Bienenwachs finden.

CBD-Öl vs. Hanfsamenöl

Da CBD (Cannbidiol), das aus Hanf gewonnen wird, und im Gegensatz zu Marihuana nicht streng reguliert ist, haben die Verbraucher oft keine Ahnung, was sie tatsächlich kaufen – oder ob die Produkte überhaupt CBD enthalten.

 Cannabis. CBD ist ein Hauptbestandteil (Bild von Julia Teichmann von Pixabay)

Laut Aliza Sherman von Ellementa, einem weltweiten Frauen-Wellnessunternehmen, das Frauen über Cannabis informieren will, „gibt es viele irreführende Praktiken. Unternehmen können mehr für ein CBD-Produkt als eine herkömmliche Schmerzsalbe berechnen, aber die Verbraucher erhalten möglicherweise nicht das, wofür sie bezahlt haben.“

Unternehmen behaupten oft, dass sie „Hanf“ in ihren Produkten verwenden, um so die Verbraucher glauben zu lassen, dass sie CBD erwerben, obwohl es sich häufig tatsächlich nur um Hanfsamenöl handelt – das zwar reich an Omega-Fettsäuren ist, aber kein CBD enthält. Zum Unterschied zwischen Hanfsamenöl und CBD.-Öl siehe hier.Es ist daher wichtig, Hanf, Marihuana und Hanfprodukte wie z.B. CBD-Öl oder CBD-Salben von vertrauenswürdigen Anbietern zu beziehen, um sicherzustellen, dass das Cannabis frei von Schad- und Giftstoffen ist.

 Hanfpflanze. Aufgepasst! (Foto von Rick Proctor auf Unsplash)

Einkaufstipps

Es ist eine aufregende Zeit, um Cannabis und seine heilenden Eigenschaften zu entdecken, aber es braucht auch Recherche, um zu wissen, was man kaufen sollte. Hier sind vier Tipps, um sicherzustellen, dass Sie die hochwertigsten Produkte erwerben:

  1. Suchen Sie nach Vollspektrum-Produkten, anstatt nach CBD- oder THC-Isolaten. Vollspektrum-Produkte enthalten alle aktiven Cannabinoide und Terpene – die ganze Pflanze also. Sie müssen gegebenenfalls eine gewisse Variabilität einbüßen, aber dieser integrative Ansatz, der als „Entourage-Effect“ bezeichnet wird, gilt bei vielen als effektiver. 
  2. Finden Sie heraus, wie das Cannabis in Ihrem Produkt angebaut und verarbeitet wird. Viele Menschen möchten Hanf-basiertes CBD, weil es einen geringfügigen THC-Gehalt aufweist. Im Gegensatz zu CBD aus legalem Marihuana ist aus Hanf gewonnenes CBD jedoch nicht streng reguliert und kann viele Verunreinigungen wie Herbizide, Pestizide, Schwermetalle, Lösungsmittel, Bakterien, Schimmel und Pilze enthalten. Vergewissern Sie sich, dass die Produkte von Drittanbietern laborgeprüft sind. Suchen Sie bei jedem Kauf nach QR-Codes, die mit den Analysenzertifikaten verknüpft sind. 
  3. Wenn Ihr Produkt neben Cannabis noch andere Inhaltsstoffe enthält, sollten Sie herausfinden, ob diese aus biologischem Anbau stammen und ob sie in maßgeblichen  Mengen vorhanden sind. Viele Unternehmen fügen einem Produkt eine winzige Menge eines Inhaltsstoffs zu, nur damit sie ihn auf dem Etikett auflisten können. 
  4. Haben Sie keine Angst, Ihre eigenen Produkte  herzustellen. So können Sie Geld sparen, wissen, was Sie tatsächlich benutzen und außerdem das Produkt an Ihre Bedürfnisse anpassen. Cheri Sicard, eine professionelle Cannabis-Köchin, unterrichtet, wie man Cannabis-Rezepturen zubereitet. „Der Preis ist für viele ein Faktor. Und so, wie alles andere bei Cannabis, ist alles sehr individuell…. sowohl was die Dosierung als auch was die Krankheit, die Sie behandeln möchten, betrifft.“
CBD – bald im Supermarkt? (Foto von Oleg Magni von Pexels)

Cannabis zur äußeren Anwendung – Schlußfolgerung und Ratschläge

  • Wenn Sie daran interessiert sind, Cannabis-Behandlungen mit Hanf zu Lokaltherapie und äußerer Anwendung auszuprobieren, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür. 
  • Wie wir gezeigt haben, gehen trotz der noch nötigen Forschung Hersteller und auch große Teile der medizinischen Gemeinschaft von der Wirksamkeit von Cannabis und den Produkten, die sie herstellen, aus. 
  • Informieren Sie sich aber über die rechtliche Lage (z.B. hier) und über den Anbieter der Produkte! 
  • Beachten Sie unsere Einkaufstipps (siehe oben)
  • Empfehlen Sie gern Produkte weiter, von denen Sie überzeugt sind, um anderen Verbrauchern zu helfen und diese Produkte zu unterstützen.

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