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Kann Cannabis bei Demenz helfen?

Überblick

Cannabis wird seit Tausenden von Jahren zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Jüngste Gesetzesänderungen und wissenschaftliche Entdeckungen haben zu einer Renaissance der medizinischen Forschung über die Wirkstoffe der Pflanze und ihre Auswirkungen auf das menschliche Nervensystem geführt. Untersuchungen haben ergeben, dass PatientInnen mit Demenz von einer kurzen Behandlung mit Cannabinoiden profitieren können und dass Cannabinoide sogar das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit verhindern können.

Das Endocannabinoid-System

Neuropsychiatrische Symptome von Demenz sind schwer zu behandeln; besonders Aufregung oder Gereiztheit. Diese sind eine Hauptursache für eine Verschlechterung der Lebensqualität, wiederholte Krankenhausaufenthalte und erhöhte Morbidität und Mortalität. Es kann auch für Angehörige sehr schwierig sein, mit ihnen umzugehen.  Studien des letzten Jahrzehnts legen nahe, dass sowohl synthetische als auch natürlich vorkommende Cannabinoide (Phyto-Cannabinoide) diese anhaltenden Symptome lindern können. Derzeit laufen mehrere größere klinische Studien, die möglicherweise schlüssige Beweise liefern.

Bei den meisten Menschen, die mit Demenz leben treten möglicherweise neuropsychiatrische Symptome im Verlauf ihrer Demenz (NPS) auf, dazu gehören Erregung, Aggressivität, Apathie, Herumlaufen und Essstörungen. Diese Symptome haben erhebliche Auswirkungen auf die Krankheit und Sterblichkeit von Menschen mit Demenz und erfordern häufig zusätzliche Medikamente, Krankenhausaufenthalte und oft stationäre Pflege. Diese Ergebnisse können sich wiederum auf die Gesundheit der Pflegenden auswirken. Die derzeitige Behandlung von NPS umfasst nichtpharmakologische Verhaltensinterventionen und zusätzliche pharmakologische Behandlungenin Form der Off-Label-Anwendung von atypischen Antipsychotika, Antidepressiva und Antiepileptika. Leider sind diese Medikamente hier nicht sehr wirksam und können auch Nebenwirkungen haben, die den Patienten zusätzlich stark einschränken. Weitgehend einig sind sich Ärzte und Ärztinnen, PatientInnen, Pflegekräfte und politische Entscheidungsträger, dass dringend alternative Therapiemöglichkeiten für diese Symptome erforderlich sind.

Das humane Endocannabinoidsystem (ECS) ist seit kurzem auf dem Schirm zur Behandlung von Demenzsymptomen. Das Endocannabinoidsystem (ECS) besteht aus drei Hauptelementen:

  • Endocannabinoiden, Cannabinoidmolekülen, die im Körper produziert werden. 
  • Rezeptoren auf der Oberfläche menschlicher Zellen, die sich mit Cannabinoiden verbinden und interzelluläre Signale übertragen. Die am häufigsten untersuchten Rezeptoren sind CB1-Rezeptoren an Gehirnzellen und CB2-Rezeptoren an Immunsystem und Blutzellen.
  • Enzyme, die Cannabinoide abbauen.

Sowohl Phyto- als auch synthetische Cannabinoide können an die ECS-Rezeptoren binden und die neuronale Kommunikation über Neurotransmitter wie Acetylcholin, GABA, Dopamin und Serotonin verändern. Beispielsweise beeinträchtigt eine gestörte Aktivität des Neurotransmitters Acetylcholin im Gehirn Prozesse wie Lernen, Gedächtnis, erholsamen Schlaf und andere kognitive Funktionen direkt. In der Tat sind viele Demenzsymptome mit einer Störung der Acetylcholin-Aktivität (neuromuskulär) verbunden, und dieser Neurotransmitter ist ein Hauptziel der aktuellen Demenzmedikamente. Es wurde wiederholt gezeigt, dass das ECS die neuronale Kommunikation mit Acetylcholin (sowie anderen wichtigen Neurotransmittern) moduliert, das damit verbundene Verständnis hat WissenschaftlerInnen dazu veranlasst, zu untersuchen, ob das Eingreifen in das Endocannabinoidsystems zur Linderung von Demenzsymptomen dienen kann oder das Fortschreiten der Krankheit verlansamen kann. Klinische Studien zeigen, dass Cannabinoide für Menschen mit Demenz sicher sind.

Randomisierte, kontrollierte klinische Studien liefern den zuverlässigsten Beweis für die Sicherheit und Wirksamkeit medizinischer Behandlungen. In den letzten 20 Jahren haben nur sieben solcher Studien die Wirksamkeit von Cannabinoiden gegen NPS bei den verschiedenen Arten von Demenz untersucht und die meisten von ihnen wiesen schwerwiegende methodische Mängel auf. Die Durchführung klinischer Studien mit Cannabis war angesichts des historischen rechtlichen Status von Cannabis äußerst schwierig.  

1997 berichtete eine Gruppe aus den USA , dass Patienten mit Alzheimer-Krankheit, denen sechs Wochen lang zweimal täglich Dronabinol oral verabreicht wurde, einen erhöhten Appetit und eine Verringerung des gestörten Verhaltens erlebten, wie von den Pflegepersonen bewertet (CMAI-Score). Ähnliche Ergebnisse wurden später bei zwei Patienten berichtet, die an Alzheimer leiden, denen 14 Tage lang eine ähnliche Dosis verabreicht wurde. 

Mehrere größeren Studien wurden in den Niederlanden 2015 und 2017 durchgeführt (eine weitere Studie aus 2015 finden Sie hier), in diesen erhielten Patienten mit verschiedenen Arten von Demenz synthetischem THC zwei- oder dreima pro Tag erhalten über einen Zeitraum zwischen vier Tagen und zwölf Wochen. Während diese Studien darauf hinwiesen, dass die Behandlung sicher ist in Bezug auf unerwünschte Nebenwirkungen, gab es keine klinisch signifikanten Verbesserungen bei einer Vielzahl von Symptomen, die mit Demenz assoziiert sind.

Laut einer kürzlich durchgeführten wissenschaftliche Review-Studie über die Verwendung von Cannabinoiden bei Demenzsymptomen sind vorläufige Ergebnisse dennoch ermutigend. An jenen Studien nahmen Menschen mit unterschiedlichen Arten von Demenz teil und eine solche „heterogene“ Probenahme kann bedeutende klinische Auswirkungen maskieren. Darüber hinaus erschweren die Verwendung relativ kleiner THC-Dosen und die gleichzeitige Verabreichung anderer Medikamente noch immer relevante Schlussfolgerungen.

Im Mai 2019 versuchte eine kanadische Gruppe , einige dieser Mängel zu beheben. Diese gut kontrollierte und statistisch belastbare Studie umfasste 40 Teilnehmer, alle mit einer Diagnose der Alzheimer-Krankheit. Es zeigte sich, dass eine ähnliche Dosis synthetischen THC zur Behandlung von Bewegung wirksam war. 45 Prozent der Patienten in dieser Studie verspürten jedoch eine Sedierung, jedoch nicht in einem Ausmaß, in dem sie die Behandlung abbrechen mussten.

Demenz & Cannabis

Die Idee, dass Cannabinoide neuropsychiatrische Symptome von Demenz lindern könnten, scheint intuitiv richtig zu sein, da Cannabis aufgrund seiner pharmakologischen und neurobiologischen Wirkungen auf das menschliche Gehirn häufig zur Entspannung und Verringerung von Angstzuständen eingesetzt wird. Einige WissenschaftlerInnen gehen jedoch davon aus, dass Cannabinoide auch nützlich sein könnten als Modulatoren der Neurodegeneration selbst, die hauptsächlich die Neuropathologie der Demenz darstellt. 

Forscher sehen Potenzial für Cannabidiol (CBD) bei der Verhinderung des Fortschreitens der Alzheimer-Krankheit. CBD hat eine sehr geringe Toxizität, verteilt sich schnell und kann die Blut-Hirn-Schranke passieren. Eine Reihe von Studien liefern Hinweise darauf, dass dieses Phytocannabinoid tatsächlich verschiedene Eigenschaften aufweist, darunter Neuroprotektion, entzündungshemmende und antioxidative Wirkungen: alles wichtige Faktoren für die Verzögerung der Neurodegeneration.

Leider gab es bisher keine klinischen Studien, in denen das therapeutische Potenzial von CBD für Demenz untersucht wurde. Versuche in Tierlabors und Zellkulturen zeigen jedoch, dass CBD- und THC / CBD-Kombinationen die Produktion und Akkumulation der schädlichen Proteine und Plaques ( und Tau) reduzieren können, die bei Alzheimer eine Neurodegeneration verursachen. In einer Reihe von Studien wurde sogar festgestellt, dass eine kurze CBD-Behandlung bei Mäusen die Zerstörung von Neuronen im Hippocampus (einem Bereich des Gehirns, der an der Gedächtnisbildung beteiligt ist) verringert und die Bildung neuer Zellen fördert. Neben dem Schutz von Neuronen wurde auch festgestellt, dass CBD therapeutische Verhaltenseffekte hat , um das Einsetzen einer Beeinträchtigung der sozialen Erkennung bei erwachsenen Labormäusen mit Alzheimer-ähnlichen Erkrankungen zu verhindern. Wie das Journal of Behavioral Pharmacology optimistisch zusammenfasste, „könnte CBD bei Alzheimer-Patienten eine symptomatische Linderung bewirken und / oder das Fortschreiten der Krankheit verhindern.“

In Großbritannien begann Ende 2019 eine große klinische Studie mit Demenzkranken, die voraussichtlich zuverlässigere Belege für die Wirksamkeit von Cannabinoid bei der symptomatischen Behandlung von Demenz liefern wird. Die Studie wäre die erste, die ein Mundspray auf Cannabisbasis verwendet, das THC und CBD (Nabiximole) enthält. Eine weitere große klinische Studie in Israel läuft derzeit und wird voraussichtlich Mitte 2020 abgeschlossen. Diese Studie wäre die erste, bei der ein lokal hergestelltes medizinisches Cannabisöl (Avidekel) verwendet wird, dessen Hauptbestandteil CBD ist.

Randomisierte klinische Studien sind streng reguliert und liefern ein hohes Maß an Evidenz, sind aber auch zeitaufwändig und aufwendig. Aus diesem Grund verwenden Forscher und Ärzte auch Kohortenstudien und Fallberichte, um den Nutzen einer Therapie zu bewerten. 

Mehrere solcher Studien weisen deutlicher auf Cannabinoide als wirksame Behandlungen für NPS bei Demenz hin. Im Jahr 2014 bei einer Kohorte von 40 Patienten wurde festgestellt, dass sie mit verschiedenen Arten von Demenz weniger Aufregung und Aggression zeigten und sich nach einer höheren Dosis eines THC-Analogons mehr ausruht zeigten als in klinischen Studien. Zwei Jahre später berichtete ein israelisches Team über ähnliche Ergebnisse von einer Gruppe von 11 Alzheimer-Patienten, denen 28 Tage lang medizinisches Cannabisöl (mit einer ähnlichen Dosis THC und unterschiedlichen Mengen Cannabidiol) in ähnlichen Dosen verabreicht wurde. Im Jahr 2019 ein lieferte ein Krankenhaus in Genf Hinweise darauf, dass eine höhere Dosis von oralem Cannabisextrakt mit THC und CBD, die zwei Monate lang mit einer allmählichen Erhöhung der Dosierung verabreicht wurde, gut vertragen wurde und Verhaltensprobleme, Muskelsteifheit und die tägliche Pflege bei 10 weiblichen Patientinnen mit Demenz erheblich verbesserte. Schließlich berichteten mehrere anekdotische Fallberichte von Patienten, die mit unterschiedlichen Dosen von THC-Analoga behandelt wurden, über eine Verringerung der Verhaltens- und psychischen Symptome von Demenz.

Nebenwirkungen

 

Haftungsausschluss

Inhalte auf The Cannigma dienen nur zu Informationszwecken. Sie sind kein Ersatz für professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Vor Beginn einer Behandlung mit Cannabis sollten Sie sich immer von einem Arzt mit Erfahrung mit medizinischem Cannabis beraten lassen.

Über Demenz

Überblick

Demenz wird oft als eine einzelne Krankheit oder ein einzelnes Syndrom betrachtet, aber eigentlich handelt es sich um eine Gruppe von Symptomen mit verschiedenen Ursachen. Bei einer Demenz handelt es sich um einen Abbau der kognitiven und verhaltensbezogenen Fähigkeiten, der so schwer ist, dass das tägliche Leben beeinträchtigt wird. 

Weltweit sind etwa 50 Millionen Menschen bzw. 5-8% der Gesamtbevölkerung über 60 Jahre betroffen, darunter fast 1,6 Millionen in Deutschland. Fast 10 Millionen Menschen erkranken jedes Jahr an Demenz. Aufgrund des Bevölkerungswachstums und dem zunehmendem Alter der Menschen tritt Demenz immer häufiger auf. Sie ist bereits heute eine der weltweit führenden Ursachen für Behinderungen. Als Krankheit hat sie nicht nur Auswirkungen auf die Betroffenen, sondern auch auf die Angehörigen. 

Es gibt verschiedene Arten von Demenz: Die meisten sind progressiv, was bedeutet, dass sie mit der Zeit schlimmer werden, aber einige Arten sind reversibel und können mit einer Behandlung geheilt werden. 

Die häufigsten Demenzarten sind:

  • Alzheimer tritt auf, wenn sich Plaques von Beta-Amyloid-Proteinen und faserige Proteinschnipsel im Gehirn ansammeln und gesunde Nervenzellen schädigen. Es wird geschätzt, dass 60-70% der Menschen mit Demenz an Alzheimer oder einer Kombination aus Alzheimer und einer anderen Demenzart leiden.
  • Eine Gefäßdemenz tritt auf, wenn die Blutgefäße, die das Blut zum Gehirn transportieren, beschädigt oder verschlossen sind, was zum Absterben von Gehirnzellen führt. 
  • Bei einer Lewy-Körperchen-Demenz sammeln sich abnormale Proteinklumpen (Lewy-Körperchen) im Gehirn von Menschen mit Lewy-Körperchen-Demenz, Alzheimer oder Parkinson an.
  • Bei der Frontotemporalen Demenz sterben die Nervenzellen im frontalen und temporalen Bereich des Gehirns ab.

Eine Mischdemenz umfasst Elemente der anderen Demenzarten. Demenzen können viele verschiedene Ursachen haben, am häufigsten ist jedoch eine Kombination aus Alzheimer und Gefäßdemenz.

Symptome

Die genauen Symptome einer Demenz können je nach Demenzart variieren, aber sie alle haben bestimmte Hauptsymptome gemeinsam:

  • Gedächtnisverlust, insbesondere des Kurzzeitgedächtnisses
  • Kommunikations- und Sprachschwierigkeiten wie z. B. das Vergessen gängiger Wörter
  • Schwierigkeiten mit Konzentration und Fokussierung
  • Verlust von Urteils- und Argumentationsvermögen
  • Verminderte visuelle Wahrnehmung

Weitere Demenzsymptome:

  • Veränderung der Persönlichkeit
  • Unangemessenes Verhalten
  • Depressionen und Angstzustände
  • Unruhezustände und Rastlosigkeit
  • Halluzinationen 
  • Paranoia 

Menschen mit Demenz haben in der Regel Schwierigkeiten, komplexe Aufgaben zu bewältigen, wie das Auffinden einer Brieftasche und das Bezahlen einer Rechnung. Sie können sich schlecht neue Gesichter oder Termine merken. Sie können sich in einer ungewohnten Umgebung schlecht orientieren und haben Probleme mit der Bewältigung von zusammenhängenden Aufgaben wie Planung und Zubereitung einer Mahlzeit.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Viele Menschen kämpfen mit Gedächtnisverlust, wenn sie älter werden, so dass ein paar Schwierigkeiten beim Erinnern an Dinge einfach zum normalen Alterungsprozess gehören können und nicht unbedingt auf eine Demenz hinweisen müssen. Aber wenn einer Ihrer Angehörigen einen erheblichen Gedächtnisverlust zusammen mit einem Verlust des Denkvermögens und weitere Hauptsymptome einer Demenz zeigt, sollten Sie das von einem Arzt untersuchen lassen. Durch eine frühzeitige Diagnose können alle möglichen vermeidbaren Ursachen einer Demenz behandelt werden und es gibt eine Vielzahl an Therapien, durch die Betroffene die verbleibende Zeit vor dem Fortschreiten der Krankheit optimal nutzen können.

Diagnose

Eine Demenz zu diagnostizieren ist schwierig, da sich viele der Symptome mit häufigen medizinischen Problemen überschneiden. Ihr Arzt wird wahrscheinlich eine Reihe von Tests durchführen, Ihre vollständige Anamnese erheben, eine körperliche Untersuchung durchführen und Ihre Symptome überprüfen, um herauszufinden, welche Demenzart Sie haben. Diese Untersuchungen umfassen:

  • Kognitive und Gedächtnistests sowie eine neurologische Auswertung, um den Verlust Ihrer Fähigkeiten zu messen und einen Maßstab für das Fortschreiten Ihrer Demenz zu erhalten.
  • CT- und MRT-Scans, um nach Anzeichen für einen Schlaganfall oder eine Blutung im Gehirn, die die Ursache für Ihre Symptome sein können, zu suchen.
  • PET-Scans, um Amyloid-Proteinablagerungen, die das Hauptkennzeichen von Alzheimer sind, zu finden.
  • Bluttests für medizinische Störungen, die Ihre Gehirnfunktion beeinträchtigen könnten, wie z. B. eine unteraktive Schilddrüse oder Vitamin B-12-Mangel.
  • Psychiatrische Bewertung der psychischen Gesundheit, die ebenfalls einen Einfluss auf Ihre Symptome haben kann.

Manchmal werden Sie an einen Neurologen oder einen anderen Spezialisten verwiesen, damit festgestellt werden kann, welche Demenzart Sie haben.

Ursachen

Der Wissenschaft ist bekannt, dass Demenz durch Veränderungen in den Gehirnzellen verursacht wird, aber niemand weiß genau, was diese Veränderungen verursacht. Obwohl Demenz mit zunehmendem Alter immer häufiger auftritt, werden manchen Menschen 100 Jahre alt ohne Symptome einer Demenz zu entwickeln. Ein erheblicher Teil der Forschung konzentriert sich sowohl auf die Suche nach der Ursache als auch nach möglichen Behandlungsmöglichkeiten der Demenz. 

Es gibt bestimmte Krankheiten, die die Entwicklung einer Demenz begünstigen, zum Beispiel:

  • Die Huntington-Krankheit, die durch eine Genmutation verursacht wird. Dabei werden die Nervenzellen in Ihrem Gehirn und Rückenmark abgebaut, was die Symptome einer Demenz verursacht.
  • Parkinson führt generell zu Demenzsymptomen. 
  • Traumatische Hirnverletzungen durch wiederholte oder schwere Hirntraumata können Symptome einer Demenz verursachen, obwohl diese Symptome erst mehrere Jahre nach der Verletzung auftreten können. 
  • Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ist eine seltene Hirnerkrankung, die ebenfalls Demenzsymptome verursacht.

Manchmal können Demenzsymptom durch reversible Faktoren verursacht werden und wieder verschwinden, sobald die zugrunde liegende Ursache beseitigt ist. Dazu gehören:

  • Stimmungsschwankungen wie Angst und Depressionen. Tatsächlich wird eine schwere Depression manchmal als Pseudodemenz diagnostiziert, da sich die Anzeichen und Symptome so sehr überschneiden, dass sie nicht mehr zu trennen sind. 
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Das Immunsystem Ihres Körpers, das eigentlich Infektionserreger ausschalten soll, aber fehlgeschaltet ist und deswegen Nervenzellen angreift.
  • Ein aus dem Gleichgewicht geratener Stoffwechsel wie z. B. ein zu niedriger Blutzucker-, zu hoher Kalzium- oder Natriumspiegel oder eine Unterfunktion der Schilddrüse.
  • Dehydrierung
  • Vitaminmangel wie ein Mangel an B-Vitaminen, Kupfer und Thiamin.
  • Subdurale Hämatome oder Blutungen im Gehirn.
  • Hirntumore
  • Umweltgifte wie Blei, Pestizide, schwerer Alkoholkonsum oder bestimmte Drogen
  • Hypoxie, wenn die Organe aufgrund eines Asthmaanfalls, Herzinfarkts oder einer Kohlenmonoxidvergiftung nicht genügend Sauerstoff bekommen.

Es ist nicht klar, ob man sich vor der Entwicklung einer Demenz schützen kann, aber es gibt einige Möglichkeiten, um das Risiko zu senken:

  • Treiben Sie regelmäßig Sport.
  • Essen Sie viel Gemüse und wenig Fleisch und Milchprodukte.
  • Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholkonsum.
  • Ergreifen Sie Maßnahmen, um Ihren Blutdruck und Cholesterinspiegel zu senken.
  • Vermeiden Sie Übergewicht und reduzieren Sie ggf. Ihr Gewicht.
  • Geben Sie das Rauchen auf.
  • Erlernen Sie eine neue Fähigkeit und pflegen Sie aktiv soziale Beziehungen.
  • Sorgen Sie für einen gesunden Schlaf und beseitigen Sie die Ursachen für schlechten Schlaf.

Behandlung

Wenn Sie eine Demenz haben, gibt es keine Möglichkeit, sie zu heilen oder zu stoppen. Änderungen des Lebensstils, wie oben beschrieben, können den Fortschritt nur verlangsamen. Auch verschreibungspflichtige Medikamente können Ihnen beim Umgang mit der Krankheit helfen. Die richtige Kombination von Medikamenten, Therapien, Nahrungsergänzungsmitteln und Lebensstiländerungen können das Fortschreiten von Demenzsymptomen verlangsamen und ein selbstständiges Leben verlängern.

Medikamente 

Es gibt nur sehr wenige Medikamente, die die Demenz selbst behandeln. Die wichtigsten Optionen sind:

  • Cholinesterasehemmer wie Donepezil (Aricept), Rivastigmin (Exelon) und Galantamin (Razadyne) verlangsamen das Fortschreiten der Demenz. Sie werden hauptsächlich zur Behandlung von Alzheimer eingesetzt.
  • Menatin (Namenda) reguliert die Aktivität von Glutamat und ist an vielen Prozessen im Gehirn beteiligt. 

Ihr Arzt kann auch Medikamente verschreiben, die bestimmte Demenzsymptome behandeln wie z. B. Medikamente gegen Schlaflosigkeit, Depressionen, Halluzinationen, Unruhe oder Parkinson.

Alternative Therapien

Verschiedene verhaltensbezogene und kognitive Therapien können dabei helfen, die Auswirkungen einer Demenz zu reduzieren:

  • In der Ergotherapie lernen Menschen mit Demenz wie sie mit ihren Symptomen besser umgehen und Stürze und Verletzungen vermeiden können.
  • Die Kognitive Stimulationstherapie (KST) wird in der Regel als Gruppentherapie durchgeführt, um Problemlöse- und Sprachfähigkeiten sowie das Gedächtnis zu verbessern.
  • Bei der kognitiven Rehabilitation trainieren Sie, andere – noch funktionierende – Teile Ihres Gehirns zu nutzen, um die geschädigten Teile auszugleichen.

Verschiedene weitere Therapien, wie Aromatherapie, Musiktherapie, Massage, Haustiertherapie und Kunsttherapie können ebenfalls helfen. 

Alternative Behandlungsmethoden

Obwohl es keine eindeutigen Beweise gibt, finden einige Menschen, dass bestimmte Nahrungsergänzungsmittel und Kräuterheilmittel dabei helfen, das Fortschreiten ihrer Demenz zu verlangsamen. Dazu gehören Curcumin (Kurkuma-Extrakt), Ginkgo biloba, Vitamin E und Omega-3-Fischöle. 

Viele Betroffene sind auch der Meinung, dass Cannabidiol, ein Cannabisextrakt, sehr effektiv gegen die Auswirkungen ihrer Demenz hilft. Diese sind als CBD-Öl, CBD-Kaugummi, zum Inhalieren oder Dampfen erhältlich. Von CBD wird man nicht high und es macht nicht süchtig. 

Veränderung des Lebensstils

Auch Änderungen in Ihrem Lebensstil können einen großen Beitrag zur Bekämpfung Ihrer Demenzsymptome leisten. Dazu gehören:

  • Bewegung, insbesondere Sportarten wie Yoga und Tai-Chi, die die Muskeln stärken und das Gleichgewicht und die Koordination verbessern. 
  • Eine gesunde Ernährung, insbesondere die sogenannte „MIND-Diät“, die reich an Ballaststoffen, grünem Gemüse, Vollkorn, ölhaltigem Fisch und Olivenöl ist und bei der auf frittierte und verarbeitete Lebensmittel, rotes Fleisch und gehärtete Fette verzichtet wird. 
  • Rituale und Gewohnheiten aufstellen, die leichter zu merken sind und helfen, Unruhe und Paranoia zu lindern.

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