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Kann Cannabis bei Schlaflosigkeit helfen?

Das Endocannabinoid-System

Es besteht großes Interesse an der Behandlung von Insomnie mit Cannabis und erste Forschungsergebnisse zeigen, dass Cannabis einen signifikanten Einfluss auf den Schlaf hat. Dies scheint zum großen Teil darauf zurückzuführen zu sein, wie Cannabis das Endocannabinoid-System des menschlichen Körpers beeinflusst. 

Das Endocannabinoid-System ist eines der wichtigsten Systeme im menschlichen Körper und spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des inneren Gleichgewichts unseres Körpers (Homöostase). Es reguliert einige der wichtigsten Funktionen unseres Körpers, zum Beispiel: 

  • Stressreaktion
  • Entzündungen
  • Antrieb
  • Stimmung
  • Gedächtnis 
  • Muskelkontrolle
  • Hunger
  • Schmerzen
  • Schlaf 

Das Endocannabinoid-System setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen: Endocannabinoide, Rezeptoren und Enzyme. Endocannabinoide sind Moleküle, die den Cannabinoiden im Cannabis sehr ähnlich sind, aber sie werden vom menschlichen Körper auf natürliche Weise selbst produziert. Wenn alles korrekt funktioniert, binden sich die Endocannabinoide an Endocannabinoid-Rezeptoren (CB1- und CB2-Rezeptoren), die im ganzen Körper auf der Oberfläche von Zellen zu finden sind. Dann bauen spezielle Enzyme die Endocannabinoide ab und entsorgen sie. 

Interessanterweise kann das Endocannabinoid-System auch von Phytocannabinoiden (einige der aktiven Inhaltsstoffe von Cannabis, oft einfach nur als „Cannabinoide“ bezeichnet) stimuliert werden. Diese Moleküle können ebenfalls die CB1- und CB2-Rezeptoren aktivieren, um wichtige Körperfunktionen zu stimulieren und das Gleichgewicht wiederherzustellen. Daher bietet Cannabis so viele verschiedene und medizinische Vorteile. 

Vor allem beim Thema Schlaf könnte die Aktivierung dieser Rezeptoren hilfreich sein, da das Endocannabinoid-System an der Regulierung unseres Schlafs beteiligt ist. Zum Beispiel wurde herausgefunden, dass die Aktivierung von CB1-Rezeptoren Müdigkeit auslöst.

Studien mit Mäusen haben auch ergeben, dass die CB1-Aktivierung mit Veränderungen in der Stabilität und Länge der NREM-Phasen (non-rapid eye movement sleep), die für eine erholsame Nachtruhe entscheidend sind, verbunden war. 

Darüber hinaus testeten die Forscher auch, ob die CB1-Aktivierung für die Homöostase des Schlafs notwendig ist. Das ist die Methode, wie der Mensch Schlafmangel durch einen tieferen und längeren Schlaf ausgleicht. Dazu wurden Mäuse in eine Schlafmangelsituation versetzt und anschließend die Aktivierung ihrer CB1-Rezeptoren blockiert. Diese Blockierung hatte keinen Einfluss auf den NREM-Schlaf nach dem Schlafentzug. Als sie dann schlafen durften, schliefen diese Mäuse noch länger, um den verlorenen Schlaf aufzuholen. Die Autoren sagen, dass diese Arbeit die These unterstützt, dass die Aktivierung der Endocannabinoide über CB1-Rezeptoren für lange und stabile NREM-Schlafphasen notwendig ist, aber möglicherweise nicht für die Homöostase des Schlafs im Allgemeinen. 

Es ist also klar, dass die Aktivierung von Endocannabinoiden – insbesondere über CB1-Rezeptoren – eine wichtige Rolle bei der Schlafregulierung spielt. Dennoch geht aus diesen Forschungsergebnissen nicht hervor, inwiefern Cannabis den Schlaf des Menschen beeinflussen könnte, wenn es zur Behandlung von Schlaflosigkeit eingesetzt wird. Dazu müssen wir uns die klinische Forschung genauer ansehen.

Forschung zu Insomnie und Cannabis

Die Menschheit verwendet Cannabis schon sehr lange für einen besseren Schlaf. Bereits in der Antike haben die Menschen die sedierende Wirkung einiger Cannabisarten bemerkt und sie als Schlafmittel genutzt. 

Jüngste Umfragen unter CannabiskonsumentInnen zeigen ebenfalls ähnliche Trends. Eine Umfrage aus dem Jahr 2018 unter 1.000 CannabiskonsumentInnen, die Cannabis zu Freizeitzwecken kauften, ergab, dass 74% Cannabis zum Schlafen konsumierten und 84% gaben an, dass es half. Bemerkenswert ist, dass mehr als 83% auch angaben, dass sie nach der Umstellung auf Cannabis die Einnahme anderer Schlafmittel reduziert oder eingestellt haben. 

Dennoch befindet sich die Forschung zu Cannabis und Schlaf noch in einem frühen Stadium. Die Experten sind sich nicht einig, ob es sich um eine hilfreiche Lösung handelt oder ob es langfristig negative Auswirkungen haben kann. Der Mangel an Forschung zu diesem wichtigen Thema ist zum großen Teil auf den bis vor Kurzem noch geltenden regulatorischen und rechtlichen Status von Cannabis zurückzuführen. 

Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass Cannabis die Zeit bis zum Einschlafen verkürzen kann. So wurden beispielsweise in einer Studie mit körperlich gesunden Menschen mit Insomnie über einen Zeitraum von sechs Wochen die Auswirkungen von THC auf das Schlafverhalten getestet. Dabei kam heraus, dass THC die Einschlafzeit bei gesunden Menschen mit Insomnie signifikant verkürzte und die Aufwachhäufigkeit in der ersten Nachthälfte verringerte. 

In dieser Studie erlebten die Probanden jedoch eine unerwünschte Nebenwirkung – einen Kater bzw. ein anhaltendes High bis zum nächsten Tag. Da diese Nebenwirkung mit der Dosierung zunahm, empfahlen die Forscher Dosen von weniger als 30 mg THC. 

Andere Untersuchungen deuten darauf hin, dass niedrigere Dosen auch aus anderen Gründen besser sein könnten. Eine Studie ergab, dass Cannabis eine dosisabhängige Wirkung auf die Einschlafzeit hat: Es verringert die Einschlafzeit bei niedrigeren Dosen, verlängert sie aber bei höheren Dosen. 

Neben der Dosis können auch die Sorte und die chemische Zusammensetzung einen Einfluss darauf haben, wie Cannabis den Schlaf beeinflusst. In einer Studie untersuchten die Forscher die Präferenzen von CannabiskonsumentInnen bezüglich Cannabissorten bei Schlafstörungen und entdeckten einige bemerkenswerte Trends. Diejenigen, die Cannabis zur Linderung von Alpträumen verwenden, bevorzugten Sativa gegenüber Indica, während diejenigen, die an akuter Schlaflosigkeit litten und auch längere Einschlafzeiten hatten, eher Sorten mit einem höheren CBD-Gehalt bevorzugten. Wir sollten wahrscheinlich jede Untersuchung zu Sativa/Indica-Unterschieden mit Vorsicht genießen, da oft festgestellt wird, dass es keinen großen genetischen oder chemotypischen Unterschied zwischen Sativa/Indica gibt. Das deutet darauf hin, dass die unterschiedlichen chemischen Profile je nach Art der Schlafstörung besser oder schlechter wirken. 

Beide Faktoren könnten zusammen mit den genetischen Unterschieden zwischen den CannabiskonsumentInnen erklären, warum einige Studien eher über einen Nutzen bei der Schlafregulierung berichten und andere eher über Nachteile. 

Zum Beispiel argumentieren einige Forscher, dass THC zwar die Einschlafzeit verkürzt, aber auch den Schlaf insgesamt negativ beeinflussen kann. Eine Umfrage, die diese These unterstützt, ergab, dass CannabiskonsumentInnen in der Regel mehr Schlafstörungen hatten als diejenigen, die kein Cannabis konsumierten. 

Studien haben auch gezeigt, dass CBD einen positiven Einfluss auf den Schlaf haben kann. Eine Rezension aus dem Jahr 2017 ergab, dass CBD sowohl bei der Behandlung von REM-Schlafstörungen (bei denen die Menschen ihre Träume während des REM-Schlafes physisch ausleben) als auch bei einer übermäßigen Tagesmüdigkeit hilfreich sein könnte

Während noch mehr Untersuchungen erfolgen müssen, um zu verstehen, wie Cannabis den Schlaf beeinflussen kann, sagen die meisten Rezensionen, dass es Belege für die Wirksamkeit von Cannabis gibt – insbesondere bei Schlafstörungen im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen. So ergab beispielsweise die Metarezension der National Academy of Sciences zu Cannabis aus dem Jahr 2017, dass Cannabinoide bei PatientInnen mit Schlafstörungen im Zusammenhang mit obstruktiver Schlafapnoe, Fibromyalgie, chronischen Schmerzen oder Multipler Sklerose den Schlaf kurzfristig verbessern können. Die Einnahme von Cannabis kann also auf vielfältige Weise helfen, einschließlich der Verbesserung des Schlafes, was auch indirekt die zugrunde liegende Erkrankung verbessern kann, während gleichzeitig chronische Schmerzen und andere Symptome gelindert werden.

Die Autoren einer Rezension der University of Pennsylvania aus dem Jahr 2017 stimmen zu, dass Cannabis den Schlaf von Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe und chronischen Schmerzen verbessern kann und stellten auch fest, dass Cannabis Albträume im Zusammenhang mit einer PTBS reduzieren kann. 

Dennoch wird in beiden Rezensionen darauf hingewiesen, dass dringend mehr Forschung erforderlich ist. Während es starke Belege dafür gibt, dass Cannabis einen positiven Einfluss auf den Schlaf hat, brauchen wir mehr klinische Studien mit PatientInnen mit Insomnie, um zuverlässige Cannabistherapien zu entwickeln.

Legaler Konsum

Basierend auf den oben genannten Untersuchungen gibt es vielversprechende Belege und Daten, die zeigen, dass Cannabis zur Verbesserung des Schlafes beitragen kann, aber dabei spielen natürlich die Dosierung, die Sorte und die KonsumentInnen eine wichtige Rolle. Im Allgemeinen trägt eine niedrige Dosis THC eher zu einer kürzeren Einschlafzeit bei. Für Menschen mit chronischen Schmerzen aufgrund von Erkrankungen wie Fibromyalgie oder Multiple Sklerose könnte Cannabis eine große Hilfe bei der Schmerzlinderung sein, damit sie durchschlafen können. Menschen mit PTBS könnte es zu einer besseren Schlafqualität und einer Reduzierung der Alpträume verhelfen. Auch bei Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe können Verbesserungen eintreten und Menschen mit REM-Schlafstörungen oder übermäßiger Tagesschläfrigkeit können CBD als besonders hilfreich empfinden.

Dennoch besteht die Gefahr, dass ein langfristiger Cannabiskonsum die Schlafqualität beeinträchtigt oder dass hohe Dosen das Einschlafen erschweren könnten. Das High-Gefühl am nächsten Tag ist ebenfalls ein Risiko, das jedoch durch eine geringere Dosierung gemildert werden kann. Dennoch müssen diese Faktoren unbedingt berücksichtigt werden, bevor Cannabis gegen Schlaflosigkeit eingenommen wird. 

Wer also Cannabis gegen seine Schlaflosigkeit einnehmen möchte, sollte am besten mit einem Arzt oder einem Cannabinoid-Experten sprechen. Diese medizinischen Fachleute können prüfen, welche Cannabisbehandlung angesichts dieser Nebenwirkungen für Ihre Bedürfnisse am besten geeignet ist. 

Bevor Sie mit dem Cannabiskonsum beginnen, sollten Sie auch prüfen, ob Cannabis in Ihrem Land zur Behandlung von Schlaflosigkeit überhaupt zugelassen ist. Derzeit können Patienten mit Schlaflosigkeit und einer ärztlichen Empfehlung oder Verschreibung in den folgenden Ländern Cannabis konsumieren:

  • Österreich
  • Brasilien
  • Kambodscha 
  • Kanada
  • Chile 
  • Kolumbien 
  • Ecuador
  • Estland
  • Finnland
  • Deutschland
  • Griechenland
  • Guam
  • Mazedonien
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Paraguay
  • Peru
  • Spanien
  • Türkei
  • Uruguay

Wenn Sie eine Insomnie und eine ärztliche Empfehlung haben, können Sie auch in folgenden US-Bundesstaaten Cannabis konsumieren:

  • Kalifornien
  • Colorado
  • District of Columbia
  • Florida
  • Maine
  • Maryland
  • Massachusetts
  • Minnesota
  • Missouri
  • Nevada
  • Oklahoma
  • Oregon
  • West Virginia

About Insomnia

Überblick

Insomnie ist eine sehr häufige Erkrankung, die den Schlaf beeinträchtigt. Menschen mit Insomnie haben Schwierigkeiten beim Einschlafen, Durchschlafen oder beidem. Nach einer Studie hatte ein Drittel der befragten während der letzten 4 Wochen Ein- oder Durchschlafstörungen, etwa ein Fünftel berichtete zusätzlich über eine schlechte Schlafqualität. Unter zusätzlicher Berücksichtigung von Tagesbeeinträchtigungen wie Müdigkeit und/oder Erschöpfung ergab sich eine Prävalenz von 5,7%. Schlechter oder unzureichender Schlaf kann jeden Aspekt Ihres Lebens beeinflussen, einschließlich Antrieb, Konzentration, Gedächtnis und Funktionsfähigkeit und er ist sogar ein Risikofaktor für chronische Krankheiten.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Insomnie zu klassifizieren: 

  • Eine akute Insomnie liegt vor, wenn Sie für einen kurzen Zeitraum Schlafstörungen haben. Sie wird normalerweise durch Stress oder Veränderungen im Leben hervorgerufen, wie zum Beispiel durch eine schwierige Prüfung oder ein Vorstellungsgespräch, Reisen in eine andere Zeitzone oder schlechte Nachrichten. Akute Insomnie kann von selbst verschwinden, sobald Sie sich an die Veränderungen in Ihrem Leben angepasst haben oder die Stressphase beendet ist. 
  • Eine chronische Insomnie dauert über einen längeren Zeitraum an. Sie ist definiert als Schlafstörungen, die für mindestens 3 Nächte pro Woche, über mindestens 3 Monate hin anhalten. 
  • Eine primäre Insomnie ist eine Insomnie, die keine offensichtliche äußere Ursache hat.
  • Dem gegenüber steht die sekundäre Insomnie (oder komorbide Insomnie). Bei einer sekundären Insomnie, werden die Schlafprobleme durch einen externen Auslöser verursacht, zum Beispiel ein Medikament, zu viel Koffein, eine Erkrankung oder andere Schlafstörungen wie Schlafapnoe. Oftmals können auch Angst und Depressionen die Schlaflosigkeit verursachen. Im Allgemeinen geht eine sekundäre Insomnie von selbst weg, wenn die zugrunde liegende Ursache beseitigt wird. 
  • Bei Einschlafstörungen haben die Betroffenen Schwierigkeiten einzuschlafen. 
  • Bei Durchschlafstörungen haben die Betroffenen keine Probleme mit dem Einschlafen, sondern sie wachen viel zu früh oder mitten in der Nacht auf und liegen über einen längeren Zeitraum wach. 

Hinweis: Man kann auch mehr als eine dieser Arten von Schlafstörungen gleichzeitig haben. Bei den Betroffenen können neben der chronischen Insomnie weitere Faktoren, die zu Schlaflosigkeit führen, vorliegen, zum Beispiel schlechte Schlafhygiene, Depressionen, Angst oder andere externe Ursachen. Dies kann die primäre Insomnie verschlimmern.

Symptome

Das Hauptsymptom von Insomnie sind Schlafstörungen. Weitere Symptome im Zusammenhang mit Insomnie sind:

  • Lange Zeit wach liegen, bevor man einschlafen kann.
  • Aufwachen mitten in der Nacht oder nach kurzer Zeit und nicht wieder einschlafen können.
  • Sich morgens nicht ausgeruht oder erfrischt fühlen.
  • Sich den ganzen Tag über müde und schläfrig fühlen.

Mit einer Insomnie kann man sich auch im Laufe des Tages schlechter konzentrieren und fokussieren. Die Betroffenen sich gereizter als sonst, machen Fehler, obwohl sie sich konzentrieren und fühlen sich deprimiert und ängstlich. Menschen mit Insomnie haben oft Angst davor, nicht genügend Schlaf zu bekommen, was ihre Schlafstörungen noch mehr verstärkt.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Müdigkeit ist anscheinend ein normaler Bestandteil unseres vielbeschäftigten Lebens im 21. Jahrhundert, jedoch ist Schlaflosigkeit nichts, was man ignorieren sollte. Wenn Ihre Schlafprobleme Ihr alltägliches Funktionieren beeinflussen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Sie könnten ein Zeichen einer zugrunde liegenden Erkrankung sein oder durch eine behandelbare Ursache wie Schlafapnoe oder schlechte Ernährung bedingt werden. 

Eine Insomnie kann auch andere Gesundheitsprobleme verursachen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht oder Bluthochdruck sowie psychische Probleme wie Depressionen. Schläfrigkeit ist auch die Ursache für fast 20% aller schweren Autounfälle und sie erhöht das Sturzrisiko bei älteren Menschen, weshalb sie so schnell wie möglich behandelt werden sollte.

Ursachen

Eine Insomnie kann zahlreiche Ursachen haben. Eine primäre Insomnie kann durch Stress, emotionale Aufregung, Reisen, Arbeitszeiten wie Schichtarbeit, die den üblichen Schlafzyklus stören, oder große Lebensereignisse, die die Schlafroutine stören, ausgelöst werden. 

Auch eine sekundäre Insomnie kann eine Reihe von Ursachen haben:

  • Störungen der emotionalen oder psychischen Gesundheit. Depressionen, Angstzustände und posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) können sich auf den Schlaf auswirken. 
  • Neurologische Erkrankungen. Alzheimer und Parkinson sind nur zwei Beispiele für neurologische Erkrankungen, die zu Insomnie führen können. 
  • Chronische Schmerzen und/oder Beschwerden. Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen wie bei Arthritis, Magenschmerzen wie beim Reizdarmsyndrom oder Sodbrennen können so starke Schmerzen verursachen, dass die Betroffenen nicht mehr gut schlafen können. 
  • Krankheiten. Schilddrüsenüberfunktion, Asthma, Herzinsuffizienz, Schlaganfall, Diabetes, Krebs und andere Krankheiten. 
  • Wechseljahre und Hitzewallungen.
  • Schlafstörungen wie Schlafapnoe oder Restless-Legs-Syndrom. 
  • Medikamente. Einige Medikamente, zum Beispiel gegen Allergien, Asthma oder Bluthochdruck, Betablocker und einige Schlankheitsmittel können den Schlaf beeinträchtigen.
  • Andere Substanzen. Zu viel Koffein, Nikotin und Alkohol können Insomnie verursachen. 

Manchmal wird die Insomnie nicht besser, auch wenn die ursprüngliche Ursache verschwunden ist. Das liegt daran, dass der Körper bereits schlechte Schlafgewohnheiten entwickelt hat, die auch nach der Behandlung der zugrunde liegenden Ursache anhalten. 

Risikofaktoren für Insomnie

Jeder Mensch kann eine Insomnie entwickeln, aber manche Menschen sind gefährdeter als andere. Diese Lebensgewohnheiten und Risikofaktoren erhöhen die Chancen auf Entwicklung einer Insomnie:

  • Geschlecht. Frauen leiden häufiger an Insomnie als Männer. Jede vierte Frau macht irgendwann in ihrem Leben damit Bekanntschaft. Es wird angenommen, dass hormonelle Veränderungen während des Menstruationszyklus, der Menopause und der Schwangerschaft das Schlafmuster stören. 
  • Alter. Ältere Menschen haben in der Regel mehr Schlafstörungen, vor allem aufgrund von gesundheitlichen Rahmenbedingungen, die im späteren Leben häufiger auftreten, sowie einem Rückgang der körperlichen Aktivität. 
  • Stress. Wenn Sie bei der Arbeit, im Privatleben oder emotional unter großem Stress stehen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Insomnie höher. 
  • Unregelmäßiger Schlaf. Menschen, die in Schichten arbeiten oder viel reisen, tagsüber zu viel schlafen oder generell keine regelmäßige Schlafzeiten haben, haben eher Schlafstörungen.
  • Schlechte Schlafgewohnheiten. Kurz vor dem Schlafengehen eine große Mahlzeit, Koffein oder andere Stimulanzien einnehmen oder Computer und Smartphones benutzen, kann den Schlafzyklus beeinträchtigen.

Behandlung

Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten für eine Insomnie, aber es kann eine Weile dauern, bis man ermittelt hat, was für einen selbst am besten funktioniert. Als erstes muss man immer herausfinden, ob die Insomnie durch eine zugrunde liegende Erkrankung oder eine äußere Ursache, wie zum Beispiel eine schlechte Schlafumgebung, verursacht wird, um dann dieses Problem zu korrigieren. Der nächste Schritt ist immer die Optimierung der Schlafhygiene und die Änderung des Lebensstils, um eine bessere Schlafqualität zu fördern. 

Medikamente gegen Insomnie

Es gibt verschiedene Arten von Schlaftabletten, die für ein besseres Ein- und Durchschlafen eingenommen werden können, aber keine davon ist eine langfristige Lösung. Viele Schlaftabletten werden mit länger andauernder Einnahme weniger effektiv, was zu Schlaftablettenmissbrauch und Sucht führen kann. Schlaftabletten sollten nur dann als Teil einer längerfristigen Lösung betrachtet werden, wenn sie im Rahmen einer Therapie und Änderungen des Lebensstils eingenommen werden. 

Einige Medikamente können dazu führen, dass man sich am nächsten Morgen abgeschlagen fühlt oder andere Nebenwirkungen spürt. 

Kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie

In der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) bei Insomnie lernt man, wie man den Kreislauf der Schlaflosigkeit durchbrechen kann, indem man die Angst vor dem Schlaf überwindet und lernt, wie man sich entspannt. Die KVT wird von einem Therapeuten geleitet und findet in der Regel für 2-3 Monate einmal pro Woche statt. Die meisten Betroffenen, die eine KVT gegen Insomnie anwenden, stellen fest, dass sie genauso wirksam ist wie Medikamente und dass die Wirkung viel länger anhält. 

In einer KVT erlernt man Entspannungstechniken, Strategien gegen die Angst vor dem Einschlafen und bessere Schlafgewohnheiten. 

Man kann auch mit Schlafentzug arbeiten. Das bedeutet, dass man die im Bett verbrachte Zeit verringert und tagsüber keine Nickerchen einlegt, sodass man müde genug ist, um nachts richtig zu schlafen. 

Im Rahmen einer KVT wird manchmal auch eine Lichttherapie eingesetzt, um die innere Uhr zurückzusetzen, sodass sie erkennt, wann Schlafenszeit ist. 

Alternative Therapien, Nahrungsergänzungsmittel und Schlafmittel

Manche Menschen mit Insomnie verwenden alternative Therapien, wie Hypnose, Akupunktur, Meditation und Yoga. 

Zu den alternativen Schlafmitteln gehören:

  • Melatonin
  • Baldrianextrakt oder Baldriantee
  • L-Tryptophan
  • Antihistaminika 
  • Pflanzliche Mittel
  • CBD-Produkte

Natürliche und pflanzliche Heilmittel werden nicht von der Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der USA (FDA) reguliert, so dass ihre Stärke variieren kann und sie möglicherweise nicht so wirken wie sie es laut Werbung tun sollten. Manche Schlafmittel haben auch schlechte Wechselwirkungen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, so dass Sie immer einen Arzt konsultieren sollten, bevor Sie mit der Einnahme eines neuen Produkts beginnen. 

Veränderungen des Lebensstils

Sie können viel auf eigene Faust tun, um gesunde Schlafgewohnheiten zu entwickeln und den Schlaf zu bekommen, den Sie brauchen. Dies sind einige der wichtigsten Möglichkeiten zur Verbesserung Ihrer Schlafqualität:

  • Nehmen Sie kurz vor dem Schlafengehen keine großen Mahlzeiten zu sich, da dies Sodbrennen verursachen kann, die Sie wach halten.
  • Vermeiden Sie Stimulanzien wie Koffein, Nikotin und Softdrinks wie Cola oder Pepsi. Einige Menschen reagieren empfindlicher auf diese Substanzen und sollten den Konsum bereits früh am Tag stoppen, um nachts gut schlafen zu können.
  • Vermeiden Sie schweißtreibenden Sport wenige Stunden vor dem Schlafengehen.
  • Überprüfen Sie, dass keines Ihrer Medikamente, wie zum Beispiel rezeptfreie Erkältungs- oder Allergiepräparate, Schlaflosigkeit als Nebenwirkung verursacht.
  • Trinken Sie kurz vor dem Schlafengehen keinen Alkohol. Obwohl er durchaus beim Einschlafen helfen kann, wirkt er kontraproduktiv beim Durchschlafen.
  • Entwickeln Sie ein Zu-Bett-Geh-Ritual, das Ihnen vor dem Schlafengehen beim Entspannen hilft. Dies könnte beruhigende Musik hören, ein heißes Bad nehmen oder ein Buch lesen umfassen. 
  • Vermeiden Sie die Verwendung von Computern oder Smartphones kurz vor dem Schlafengehen, da das blaue Licht vom Bildschirm die Signale, die das Gehirn an den Körper sendet, um sich auf den Schlaf vorzubereiten, beeinflusst.
  • Schaffen Sie eine schlaffördernde Umgebung, in der es dunkel und ruhig ist und die richtige Temperatur herrscht. Entfernen Sie alle Ablenkungen aus Ihrem Schlafzimmer, einschließlich Fernseher oder Computer, so dass dieser Raum ausschließlich ein Ort zum Schlafen ist. 
  • Richten Sie sich einen regelmäßigen Schlafrhythmus ein, damit Sie jeden Tag etwa zur gleichen Zeit einschlafen und aufwachen, auch an Wochenenden und Feiertagen. Dies hilft Ihrem Körper, sich auf den Schlaf vorzubereiten, indem er rechtzeitig die richtigen Hormone freisetzt. 
  • Versuchen Sie, tagsüber kein Nickerchen zu machen, auch wenn Sie müde sind. Dies kann den Schlafzyklus Ihres Körpers durcheinander bringen und das Schlafen in der folgenden Nacht noch schwerer machen. 
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10 Min.

Kann Cannabis bei Schlaflosigkeit helfen?

von Dr. Emily Earlenbaugh

Sep 23, 2019

Das Endocannabinoid-System

Es besteht großes Interesse an der Behandlung von Insomnie mit Cannabis und erste Forschungsergebnisse zeigen, dass Cannabis einen signifikanten Einfluss auf den Schlaf hat. Dies scheint zum großen Teil darauf zurückzuführen zu sein, wie Cannabis das Endocannabinoid-System des menschlichen Körpers beeinflusst. 

Das Endocannabinoid-System ist eines der wichtigsten Systeme im menschlichen Körper und spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des inneren Gleichgewichts unseres Körpers (Homöostase). Es reguliert einige der wichtigsten Funktionen unseres Körpers, zum Beispiel: 

  • Stressreaktion
  • Entzündungen
  • Antrieb
  • Stimmung
  • Gedächtnis 
  • Muskelkontrolle
  • Hunger
  • Schmerzen
  • Schlaf 

Das Endocannabinoid-System setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen: Endocannabinoide, Rezeptoren und Enzyme. Endocannabinoide sind Moleküle, die den Cannabinoiden im Cannabis sehr ähnlich sind, aber sie werden vom menschlichen Körper auf natürliche Weise selbst produziert. Wenn alles korrekt funktioniert, binden sich die Endocannabinoide an Endocannabinoid-Rezeptoren (CB1- und CB2-Rezeptoren), die im ganzen Körper auf der Oberfläche von Zellen zu finden sind. Dann bauen spezielle Enzyme die Endocannabinoide ab und entsorgen sie. 

Interessanterweise kann das Endocannabinoid-System auch von Phytocannabinoiden (einige der aktiven Inhaltsstoffe von Cannabis, oft einfach nur als „Cannabinoide“ bezeichnet) stimuliert werden. Diese Moleküle können ebenfalls die CB1- und CB2-Rezeptoren aktivieren, um wichtige Körperfunktionen zu stimulieren und das Gleichgewicht wiederherzustellen. Daher bietet Cannabis so viele verschiedene und medizinische Vorteile. 

Vor allem beim Thema Schlaf könnte die Aktivierung dieser Rezeptoren hilfreich sein, da das Endocannabinoid-System an der Regulierung unseres Schlafs beteiligt ist. Zum Beispiel wurde herausgefunden, dass die Aktivierung von CB1-Rezeptoren Müdigkeit auslöst.

Studien mit Mäusen haben auch ergeben, dass die CB1-Aktivierung mit Veränderungen in der Stabilität und Länge der NREM-Phasen (non-rapid eye movement sleep), die für eine erholsame Nachtruhe entscheidend sind, verbunden war. 

Darüber hinaus testeten die Forscher auch, ob die CB1-Aktivierung für die Homöostase des Schlafs notwendig ist. Das ist die Methode, wie der Mensch Schlafmangel durch einen tieferen und längeren Schlaf ausgleicht. Dazu wurden Mäuse in eine Schlafmangelsituation versetzt und anschließend die Aktivierung ihrer CB1-Rezeptoren blockiert. Diese Blockierung hatte keinen Einfluss auf den NREM-Schlaf nach dem Schlafentzug. Als sie dann schlafen durften, schliefen diese Mäuse noch länger, um den verlorenen Schlaf aufzuholen. Die Autoren sagen, dass diese Arbeit die These unterstützt, dass die Aktivierung der Endocannabinoide über CB1-Rezeptoren für lange und stabile NREM-Schlafphasen notwendig ist, aber möglicherweise nicht für die Homöostase des Schlafs im Allgemeinen. 

Es ist also klar, dass die Aktivierung von Endocannabinoiden – insbesondere über CB1-Rezeptoren – eine wichtige Rolle bei der Schlafregulierung spielt. Dennoch geht aus diesen Forschungsergebnissen nicht hervor, inwiefern Cannabis den Schlaf des Menschen beeinflussen könnte, wenn es zur Behandlung von Schlaflosigkeit eingesetzt wird. Dazu müssen wir uns die klinische Forschung genauer ansehen.

Forschung zu Insomnie und Cannabis

Die Menschheit verwendet Cannabis schon sehr lange für einen besseren Schlaf. Bereits in der Antike haben die Menschen die sedierende Wirkung einiger Cannabisarten bemerkt und sie als Schlafmittel genutzt. 

Jüngste Umfragen unter CannabiskonsumentInnen zeigen ebenfalls ähnliche Trends. Eine Umfrage aus dem Jahr 2018 unter 1.000 CannabiskonsumentInnen, die Cannabis zu Freizeitzwecken kauften, ergab, dass 74% Cannabis zum Schlafen konsumierten und 84% gaben an, dass es half. Bemerkenswert ist, dass mehr als 83% auch angaben, dass sie nach der Umstellung auf Cannabis die Einnahme anderer Schlafmittel reduziert oder eingestellt haben. 

Dennoch befindet sich die Forschung zu Cannabis und Schlaf noch in einem frühen Stadium. Die Experten sind sich nicht einig, ob es sich um eine hilfreiche Lösung handelt oder ob es langfristig negative Auswirkungen haben kann. Der Mangel an Forschung zu diesem wichtigen Thema ist zum großen Teil auf den bis vor Kurzem noch geltenden regulatorischen und rechtlichen Status von Cannabis zurückzuführen. 

Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass Cannabis die Zeit bis zum Einschlafen verkürzen kann. So wurden beispielsweise in einer Studie mit körperlich gesunden Menschen mit Insomnie über einen Zeitraum von sechs Wochen die Auswirkungen von THC auf das Schlafverhalten getestet. Dabei kam heraus, dass THC die Einschlafzeit bei gesunden Menschen mit Insomnie signifikant verkürzte und die Aufwachhäufigkeit in der ersten Nachthälfte verringerte. 

In dieser Studie erlebten die Probanden jedoch eine unerwünschte Nebenwirkung – einen Kater bzw. ein anhaltendes High bis zum nächsten Tag. Da diese Nebenwirkung mit der Dosierung zunahm, empfahlen die Forscher Dosen von weniger als 30 mg THC. 

Andere Untersuchungen deuten darauf hin, dass niedrigere Dosen auch aus anderen Gründen besser sein könnten. Eine Studie ergab, dass Cannabis eine dosisabhängige Wirkung auf die Einschlafzeit hat: Es verringert die Einschlafzeit bei niedrigeren Dosen, verlängert sie aber bei höheren Dosen. 

Neben der Dosis können auch die Sorte und die chemische Zusammensetzung einen Einfluss darauf haben, wie Cannabis den Schlaf beeinflusst. In einer Studie untersuchten die Forscher die Präferenzen von CannabiskonsumentInnen bezüglich Cannabissorten bei Schlafstörungen und entdeckten einige bemerkenswerte Trends. Diejenigen, die Cannabis zur Linderung von Alpträumen verwenden, bevorzugten Sativa gegenüber Indica, während diejenigen, die an akuter Schlaflosigkeit litten und auch längere Einschlafzeiten hatten, eher Sorten mit einem höheren CBD-Gehalt bevorzugten. Wir sollten wahrscheinlich jede Untersuchung zu Sativa/Indica-Unterschieden mit Vorsicht genießen, da oft festgestellt wird, dass es keinen großen genetischen oder chemotypischen Unterschied zwischen Sativa/Indica gibt. Das deutet darauf hin, dass die unterschiedlichen chemischen Profile je nach Art der Schlafstörung besser oder schlechter wirken. 

Beide Faktoren könnten zusammen mit den genetischen Unterschieden zwischen den CannabiskonsumentInnen erklären, warum einige Studien eher über einen Nutzen bei der Schlafregulierung berichten und andere eher über Nachteile. 

Zum Beispiel argumentieren einige Forscher, dass THC zwar die Einschlafzeit verkürzt, aber auch den Schlaf insgesamt negativ beeinflussen kann. Eine Umfrage, die diese These unterstützt, ergab, dass CannabiskonsumentInnen in der Regel mehr Schlafstörungen hatten als diejenigen, die kein Cannabis konsumierten. 

Studien haben auch gezeigt, dass CBD einen positiven Einfluss auf den Schlaf haben kann. Eine Rezension aus dem Jahr 2017 ergab, dass CBD sowohl bei der Behandlung von REM-Schlafstörungen (bei denen die Menschen ihre Träume während des REM-Schlafes physisch ausleben) als auch bei einer übermäßigen Tagesmüdigkeit hilfreich sein könnte

Während noch mehr Untersuchungen erfolgen müssen, um zu verstehen, wie Cannabis den Schlaf beeinflussen kann, sagen die meisten Rezensionen, dass es Belege für die Wirksamkeit von Cannabis gibt – insbesondere bei Schlafstörungen im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen. So ergab beispielsweise die Metarezension der National Academy of Sciences zu Cannabis aus dem Jahr 2017, dass Cannabinoide bei PatientInnen mit Schlafstörungen im Zusammenhang mit obstruktiver Schlafapnoe, Fibromyalgie, chronischen Schmerzen oder Multipler Sklerose den Schlaf kurzfristig verbessern können. Die Einnahme von Cannabis kann also auf vielfältige Weise helfen, einschließlich der Verbesserung des Schlafes, was auch indirekt die zugrunde liegende Erkrankung verbessern kann, während gleichzeitig chronische Schmerzen und andere Symptome gelindert werden.

Die Autoren einer Rezension der University of Pennsylvania aus dem Jahr 2017 stimmen zu, dass Cannabis den Schlaf von Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe und chronischen Schmerzen verbessern kann und stellten auch fest, dass Cannabis Albträume im Zusammenhang mit einer PTBS reduzieren kann. 

Dennoch wird in beiden Rezensionen darauf hingewiesen, dass dringend mehr Forschung erforderlich ist. Während es starke Belege dafür gibt, dass Cannabis einen positiven Einfluss auf den Schlaf hat, brauchen wir mehr klinische Studien mit PatientInnen mit Insomnie, um zuverlässige Cannabistherapien zu entwickeln.

Legaler Konsum

Basierend auf den oben genannten Untersuchungen gibt es vielversprechende Belege und Daten, die zeigen, dass Cannabis zur Verbesserung des Schlafes beitragen kann, aber dabei spielen natürlich die Dosierung, die Sorte und die KonsumentInnen eine wichtige Rolle. Im Allgemeinen trägt eine niedrige Dosis THC eher zu einer kürzeren Einschlafzeit bei. Für Menschen mit chronischen Schmerzen aufgrund von Erkrankungen wie Fibromyalgie oder Multiple Sklerose könnte Cannabis eine große Hilfe bei der Schmerzlinderung sein, damit sie durchschlafen können. Menschen mit PTBS könnte es zu einer besseren Schlafqualität und einer Reduzierung der Alpträume verhelfen. Auch bei Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe können Verbesserungen eintreten und Menschen mit REM-Schlafstörungen oder übermäßiger Tagesschläfrigkeit können CBD als besonders hilfreich empfinden.

Dennoch besteht die Gefahr, dass ein langfristiger Cannabiskonsum die Schlafqualität beeinträchtigt oder dass hohe Dosen das Einschlafen erschweren könnten. Das High-Gefühl am nächsten Tag ist ebenfalls ein Risiko, das jedoch durch eine geringere Dosierung gemildert werden kann. Dennoch müssen diese Faktoren unbedingt berücksichtigt werden, bevor Cannabis gegen Schlaflosigkeit eingenommen wird. 

Wer also Cannabis gegen seine Schlaflosigkeit einnehmen möchte, sollte am besten mit einem Arzt oder einem Cannabinoid-Experten sprechen. Diese medizinischen Fachleute können prüfen, welche Cannabisbehandlung angesichts dieser Nebenwirkungen für Ihre Bedürfnisse am besten geeignet ist. 

Bevor Sie mit dem Cannabiskonsum beginnen, sollten Sie auch prüfen, ob Cannabis in Ihrem Land zur Behandlung von Schlaflosigkeit überhaupt zugelassen ist. Derzeit können Patienten mit Schlaflosigkeit und einer ärztlichen Empfehlung oder Verschreibung in den folgenden Ländern Cannabis konsumieren:

  • Österreich
  • Brasilien
  • Kambodscha 
  • Kanada
  • Chile 
  • Kolumbien 
  • Ecuador
  • Estland
  • Finnland
  • Deutschland
  • Griechenland
  • Guam
  • Mazedonien
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Paraguay
  • Peru
  • Spanien
  • Türkei
  • Uruguay

Wenn Sie eine Insomnie und eine ärztliche Empfehlung haben, können Sie auch in folgenden US-Bundesstaaten Cannabis konsumieren:

  • Kalifornien
  • Colorado
  • District of Columbia
  • Florida
  • Maine
  • Maryland
  • Massachusetts
  • Minnesota
  • Missouri
  • Nevada
  • Oklahoma
  • Oregon
  • West Virginia

About Insomnia

Überblick

Insomnie ist eine sehr häufige Erkrankung, die den Schlaf beeinträchtigt. Menschen mit Insomnie haben Schwierigkeiten beim Einschlafen, Durchschlafen oder beidem. Nach einer Studie hatte ein Drittel der befragten Deutschen während der letzten 4 Wochen Ein- oder Durchschlafstörungen, etwa ein Fünftel berichtete zusätzlich über eine schlechte Schlafqualität. Unter zusätzlicher Berücksichtigung von Tagesbeeinträchtigungen wie Müdigkeit und/oder Erschöpfung ergab sich eine Prävalenz von 5,7%. Schlechter oder unzureichender Schlaf kann jeden Aspekt Ihres Lebens beeinflussen, einschließlich Antrieb, Konzentration, Gedächtnis und Funktionsfähigkeit und er ist sogar ein Risikofaktor für chronische Krankheiten.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Insomnie zu klassifizieren: 

  • Eine akute Insomnie liegt vor, wenn Sie für einen kurzen Zeitraum Schlafstörungen haben. Sie wird normalerweise durch Stress oder Veränderungen im Leben hervorgerufen, wie zum Beispiel durch eine schwierige Prüfung oder ein Vorstellungsgespräch, Reisen in eine andere Zeitzone oder schlechte Nachrichten. Akute Insomnie kann von selbst verschwinden, sobald Sie sich an die Veränderungen in Ihrem Leben angepasst haben oder die Stressphase beendet ist. 
  • Eine chronische Insomnie dauert über einen längeren Zeitraum an. Sie ist definiert als Schlafstörungen, die für mindestens 3 Nächte pro Woche, über mindestens 3 Monate hin anhalten. 
  • Eine primäre Insomnie ist eine Insomnie, die keine offensichtliche äußere Ursache hat.
  • Dem gegenüber steht die sekundäre Insomnie (oder komorbide Insomnie). Bei einer sekundären Insomnie, werden die Schlafprobleme durch einen externen Auslöser verursacht, zum Beispiel ein Medikament, zu viel Koffein, eine Erkrankung oder andere Schlafstörungen wie Schlafapnoe. Oftmals können auch Angst und Depressionen die Schlaflosigkeit verursachen. Im Allgemeinen geht eine sekundäre Insomnie von selbst weg, wenn die zugrunde liegende Ursache beseitigt wird. 
  • Bei Einschlafstörungen haben die Betroffenen Schwierigkeiten einzuschlafen. 
  • Bei Durchschlafstörungen haben die Betroffenen keine Probleme mit dem Einschlafen, sondern sie wachen viel zu früh oder mitten in der Nacht auf und liegen über einen längeren Zeitraum wach. 

Hinweis: Man kann auch mehr als eine dieser Arten von Schlafstörungen gleichzeitig haben. Bei den Betroffenen können neben der chronischen Insomnie weitere Faktoren, die zu Schlaflosigkeit führen, vorliegen, zum Beispiel schlechte Schlafhygiene, Depressionen, Angst oder andere externe Ursachen. Dies kann die primäre Insomnie verschlimmern.

Symptome

Das Hauptsymptom von Insomnie sind Schlafstörungen. Weitere Symptome im Zusammenhang mit Insomnie sind:

  • Lange Zeit wach liegen, bevor man einschlafen kann.
  • Aufwachen mitten in der Nacht oder nach kurzer Zeit und nicht wieder einschlafen können.
  • Sich morgens nicht ausgeruht oder erfrischt fühlen.
  • Sich den ganzen Tag über müde und schläfrig fühlen.

Mit einer Insomnie kann man sich auch im Laufe des Tages schlechter konzentrieren und fokussieren. Die Betroffenen sich gereizter als sonst, machen Fehler, obwohl sie sich konzentrieren und fühlen sich deprimiert und ängstlich. Menschen mit Insomnie haben oft Angst davor, nicht genügend Schlaf zu bekommen, was ihre Schlafstörungen noch mehr verstärkt.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Müdigkeit ist anscheinend ein normaler Bestandteil unseres vielbeschäftigten Lebens im 21. Jahrhundert, jedoch ist Schlaflosigkeit nichts, was man ignorieren sollte. Wenn Ihre Schlafprobleme Ihr alltägliches Funktionieren beeinflussen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Sie könnten ein Zeichen einer zugrunde liegenden Erkrankung sein oder durch eine behandelbare Ursache wie Schlafapnoe oder schlechte Ernährung bedingt werden. 

Eine Insomnie kann auch andere Gesundheitsprobleme verursachen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht oder Bluthochdruck sowie psychische Probleme wie Depressionen. Schläfrigkeit ist auch die Ursache für fast 20% aller schweren Autounfälle und sie erhöht das Sturzrisiko bei älteren Menschen, weshalb sie so schnell wie möglich behandelt werden sollte.

Ursachen

Eine Insomnie kann zahlreiche Ursachen haben. Eine primäre Insomnie kann durch Stress, emotionale Aufregung, Reisen, Arbeitszeiten wie Schichtarbeit, die den üblichen Schlafzyklus stören, oder große Lebensereignisse, die die Schlafroutine stören, ausgelöst werden. 

Auch eine sekundäre Insomnie kann eine Reihe von Ursachen haben:

  • Störungen der emotionalen oder psychischen Gesundheit. Depressionen, Angstzustände und posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) können sich auf den Schlaf auswirken. 
  • Neurologische Erkrankungen. Alzheimer und Parkinson sind nur zwei Beispiele für neurologische Erkrankungen, die zu Insomnie führen können. 
  • Chronische Schmerzen und/oder Beschwerden. Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen wie bei Arthritis, Magenschmerzen wie beim Reizdarmsyndrom oder Sodbrennen können so starke Schmerzen verursachen, dass die Betroffenen nicht mehr gut schlafen können. 
  • Krankheiten. Schilddrüsenüberfunktion, Asthma, Herzinsuffizienz, Schlaganfall, Diabetes, Krebs und andere Krankheiten. 
  • Wechseljahre und Hitzewallungen.
  • Schlafstörungen wie Schlafapnoe oder Restless-Legs-Syndrom. 
  • Medikamente. Einige Medikamente, zum Beispiel gegen Allergien, Asthma oder Bluthochdruck, Betablocker und einige Schlankheitsmittel können den Schlaf beeinträchtigen.
  • Andere Substanzen. Zu viel Koffein, Nikotin und Alkohol können Insomnie verursachen. 

Manchmal wird die Insomnie nicht besser, auch wenn die ursprüngliche Ursache verschwunden ist. Das liegt daran, dass der Körper bereits schlechte Schlafgewohnheiten entwickelt hat, die auch nach der Behandlung der zugrunde liegenden Ursache anhalten. 

Risikofaktoren für Insomnie

Jeder Mensch kann eine Insomnie entwickeln, aber manche Menschen sind gefährdeter als andere. Diese Lebensgewohnheiten und Risikofaktoren erhöhen die Chancen auf Entwicklung einer Insomnie:

  • Geschlecht. Frauen leiden häufiger an Insomnie als Männer. Jede vierte Frau macht irgendwann in ihrem Leben damit Bekanntschaft. Es wird angenommen, dass hormonelle Veränderungen während des Menstruationszyklus, der Menopause und der Schwangerschaft das Schlafmuster stören. 
  • Alter. Ältere Menschen haben in der Regel mehr Schlafstörungen, vor allem aufgrund von gesundheitlichen Rahmenbedingungen, die im späteren Leben häufiger auftreten, sowie einem Rückgang der körperlichen Aktivität. 
  • Stress. Wenn Sie bei der Arbeit, im Privatleben oder emotional unter großem Stress stehen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Insomnie höher. 
  • Unregelmäßiger Schlaf. Menschen, die in Schichten arbeiten oder viel reisen, tagsüber zu viel schlafen oder generell keine regelmäßige Schlafzeiten haben, haben eher Schlafstörungen.
  • Schlechte Schlafgewohnheiten. Kurz vor dem Schlafengehen eine große Mahlzeit, Koffein oder andere Stimulanzien einnehmen oder Computer und Smartphones benutzen, kann den Schlafzyklus beeinträchtigen.

Behandlung

Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten für eine Insomnie, aber es kann eine Weile dauern, bis man ermittelt hat, was für einen selbst am besten funktioniert. Als erstes muss man immer herausfinden, ob die Insomnie durch eine zugrunde liegende Erkrankung oder eine äußere Ursache, wie zum Beispiel eine schlechte Schlafumgebung, verursacht wird, um dann dieses Problem zu korrigieren. Der nächste Schritt ist immer die Optimierung der Schlafhygiene und die Änderung des Lebensstils, um eine bessere Schlafqualität zu fördern. 

Medikamente gegen Insomnie

Es gibt verschiedene Arten von Schlaftabletten, die für ein besseres Ein- und Durchschlafen eingenommen werden können, aber keine davon ist eine langfristige Lösung. Viele Schlaftabletten werden mit länger andauernder Einnahme weniger effektiv, was zu Schlaftablettenmissbrauch und Sucht führen kann. Schlaftabletten sollten nur dann als Teil einer längerfristigen Lösung betrachtet werden, wenn sie im Rahmen einer Therapie und Änderungen des Lebensstils eingenommen werden. 

Einige Medikamente können dazu führen, dass man sich am nächsten Morgen abgeschlagen fühlt oder andere Nebenwirkungen spürt. 

Kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie

In der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) bei Insomnie lernt man, wie man den Kreislauf der Schlaflosigkeit durchbrechen kann, indem man die Angst vor dem Schlaf überwindet und lernt, wie man sich entspannt. Die KVT wird von einem Therapeuten geleitet und findet in der Regel für 2-3 Monate einmal pro Woche statt. Die meisten Betroffenen, die eine KVT gegen Insomnie anwenden, stellen fest, dass sie genauso wirksam ist wie Medikamente und dass die Wirkung viel länger anhält. 

In einer KVT erlernt man Entspannungstechniken, Strategien gegen die Angst vor dem Einschlafen und bessere Schlafgewohnheiten. 

Man kann auch mit Schlafentzug arbeiten. Das bedeutet, dass man die im Bett verbrachte Zeit verringert und tagsüber keine Nickerchen einlegt, sodass man müde genug ist, um nachts richtig zu schlafen. 

Im Rahmen einer KVT wird manchmal auch eine Lichttherapie eingesetzt, um die innere Uhr zurückzusetzen, sodass sie erkennt, wann Schlafenszeit ist. 

Alternative Therapien, Nahrungsergänzungsmittel und Schlafmittel

Manche Menschen mit Insomnie verwenden alternative Therapien, wie Hypnose, Akupunktur, Meditation und Yoga. 

Zu den alternativen Schlafmitteln gehören:

  • Melatonin
  • Baldrianextrakt oder Baldriantee
  • L-Tryptophan
  • Antihistaminika 
  • Pflanzliche Mittel
  • CBD-Produkte

Natürliche und pflanzliche Heilmittel werden nicht von der Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der USA (FDA) reguliert, so dass ihre Stärke variieren kann und sie möglicherweise nicht so wirken wie sie es laut Werbung tun sollten. Manche Schlafmittel haben auch schlechte Wechselwirkungen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, so dass Sie immer einen Arzt konsultieren sollten, bevor Sie mit der Einnahme eines neuen Produkts beginnen. 

Veränderungen des Lebensstils

Sie können viel auf eigene Faust tun, um gesunde Schlafgewohnheiten zu entwickeln und den Schlaf zu bekommen, den Sie brauchen. Dies sind einige der wichtigsten Möglichkeiten zur Verbesserung Ihrer Schlafqualität:

  • Nehmen Sie kurz vor dem Schlafengehen keine großen Mahlzeiten zu sich, da dies Sodbrennen verursachen kann, die Sie wach halten.
  • Vermeiden Sie Stimulanzien wie Koffein, Nikotin und Softdrinks wie Cola oder Pepsi. Einige Menschen reagieren empfindlicher auf diese Substanzen und sollten den Konsum bereits früh am Tag stoppen, um nachts gut schlafen zu können.
  • Vermeiden Sie schweißtreibenden Sport wenige Stunden vor dem Schlafengehen.
  • Überprüfen Sie, dass keines Ihrer Medikamente, wie zum Beispiel rezeptfreie Erkältungs- oder Allergiepräparate, Schlaflosigkeit als Nebenwirkung verursacht.
  • Trinken Sie kurz vor dem Schlafengehen keinen Alkohol. Obwohl er durchaus beim Einschlafen helfen kann, wirkt er kontraproduktiv beim Durchschlafen.
  • Entwickeln Sie ein Zu-Bett-Geh-Ritual, das Ihnen vor dem Schlafengehen beim Entspannen hilft. Dies könnte beruhigende Musik hören, ein heißes Bad nehmen oder ein Buch lesen umfassen. 
  • Vermeiden Sie die Verwendung von Computern oder Smartphones kurz vor dem Schlafengehen, da das blaue Licht vom Bildschirm die Signale, die das Gehirn an den Körper sendet, um sich auf den Schlaf vorzubereiten, beeinflusst.
  • Schaffen Sie eine schlaffördernde Umgebung, in der es dunkel und ruhig ist und die richtige Temperatur herrscht. Entfernen Sie alle Ablenkungen aus Ihrem Schlafzimmer, einschließlich Fernseher oder Computer, so dass dieser Raum ausschließlich ein Ort zum Schlafen ist. 
  • Richten Sie sich einen regelmäßigen Schlafrhythmus ein, damit Sie jeden Tag etwa zur gleichen Zeit einschlafen und aufwachen, auch an Wochenenden und Feiertagen. Dies hilft Ihrem Körper, sich auf den Schlaf vorzubereiten, indem er rechtzeitig die richtigen Hormone freisetzt. 
  • Versuchen Sie, tagsüber kein Nickerchen zu machen, auch wenn Sie müde sind. Dies kann den Schlafzyklus Ihres Körpers durcheinander bringen und das Schlafen in der folgenden Nacht noch schwerer machen. 

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