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Nov 26, 2019 4 min lesen

5 unwahre Behauptungen über CBD

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von Zoe Biehl
Man taking CBD tincture

Mittlerweile findet man viele Informationen über Cannabis – doch nicht alles entspricht auch der Wahrheit. Beispielsweise führt es häufig dazu, dass THC ungerechterweise verteufelt wird und im Schatten von CBD steht, das wegen seiner scheinbar wundersamen Heilkraft momentan hoch gelobt wird. Auch wenn CBD unglaubliche Eigenschaften besitzt, sollte man die Vorteile und Anwendungsgrenzen von beiden Stoffen im Blick behalten.

Deshalb lohnt es sich falsche Vorstellungen über CBD zu klären.

CBD ist das “gute” Cannabinoid und rein medizinisch, während THC das “schlechte” Cannabinoid ist und nur der Erholung dient

Falsch.

Beide Cannabinoide haben viel zu bieten und keinen der Stoffe sollte man grundsätzlich als “gut” oder “schlecht” abstempeln. Sowohl CBD als auch THC besitzen gleichzeitig medizinische und erholsame Eigenschaften.

THC ist bekannt dafür das umstrittene und bewusstseinsverändernde “High” im Körper auszulösen. Es bietet jedoch auch zahlreiche medizinische Vorteile. Zum Beispiel kann man mit THC Schmerzen behandeln, Übelkeit lindern, Entzündungen hemmen und den Stoffwechsel ankurbeln. 

CBD hemmt ebenfalls Entzündungen und wird zur Schmerzlinderung eingesetzt. Weitere medizinische Anwendung findet CBD im Bereich der Behandlung von Angstzuständen, Depressionen und sogar Psychosen. Am wahrscheinlich bekanntesten ist CBD jedoch für die Fähigkeit epileptische Anfälle zu reduzieren.

Zahlreiche Studien zeigten außerdem, dass THC und CBD verantwortlich für die Linderung von schmerzhaften Nebenwirkungen bei Krebspatienten waren. Es kann bei der Behandlung von Übelkeit und anderen Magen-Darm Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit einer Chemotherapie sowie bei signifikantem Gewichtsverlust und einer mit Krebs verbundenen Kräfteverfall (Kachexie) hilfreich sein. Es gibt außerdem noch sehr junge Forschungsergebnisse, die darauf hindeuten , dass THC und CBD im Zusammenspiel sogar das Wachstum von krebsartigen Tumoren sowie den Befall mit neuen Krebszellen verhindern können.

Darüber hinaus wird der medizinische Nutzen von Cannabis häufig als wirksamer angesehen, wenn sowohl THC als auch CBD als Wirkstoffe vorhanden sind – auch bekannt als der Entourage-Effekt.

Was den Freizeitgebrauch betrifft, denken viele Menschen, dass man, um die bestmögliche Wirkung von Cannabis zu erzielen, unbedingt das Cannabinoid THC benötigt. Allerdings bevorzugen eine Menge Konsumenten Cannabissorten mit einem höheren CBD-Gehalt, da CBD die natürliche Eigenschaft besitzt potenzielle Angstzustände zu reduzieren, die durch THC verursacht werden können. Des Weiteren besitzt CBD die Fähigkeit, auch die extremeren psychoaktiven Eigenschaften von THC zu hemmen. In anderen Worten führt also die Präsenz von CBD zu einem entspannteren, der Erholung dienendem, High oder Rausch.

CBD wirkt nicht psychoaktiv – und Psychoaktivität ist eine grundsätzlich negative Nebenwirkung

Unwahr.

Das Wort “psychoaktiv” ist oft mit Vorurteilen belastet, was offen gesagt, ungenau und beschränkend ist. 

Genau genommen wirken CBD und THC psychoaktiv, wenn auch auf verschiedene Art und Weise. 

Jegliche Substanzen, die auch die Laune beeinflussen, haben implizit Auswirkungen auf die Psyche. Und CBD wirkt sich ziemlich sicher auf die Stimmung aus. Es wird als Mittel zur Bekämpfung von Angstzuständen, Depressionen und Psychosen und zur Anhebung der Stimmung eingesetzt. 

Man kann sagen, dass CBD höchstwahrscheinlich psychoaktiv wirkt. Abgesehen davon ist es jedoch KEIN Rauschmittel und KEINE psychotrope Substanz. Das ist nämlich das, woran die meisten Menschen denken, wenn sie das Wort psychoaktiv hören. Um es noch einmal klarzustellen, CBD wirkt weder einschränkend oder halluzinogen noch ist es verantwortlich für das sogenannte “High”. 

Jedoch ist es wichtig zu beachten, dass sogar die Form der Psychoaktivität von THC, die einen Menschen “high” macht, nicht grundsätzlich schlecht ist. Als eine der Nebenwirkungen kann die ausgelöste Euphorie tatsächlich therapeutisch und gleichzeitig beruhigend wirken. Viele Konsumenten bestätigen außerdem, dass sie diese Euphorie als beruhigend und aufmunternd empfinden.

CBD wirkt am effektivsten, wenn es ohne THC verwendet wird

Eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall. Wie oben schon erwähnt verhalten sich THC und CBD wie beste Freunde. Die beiden Cannabinoide wirken synergistisch, das heißt, sie unterstützen sich gegenseitig und sind am effektivsten, wenn man sie zusammen einnimmt.

Eine Studie fand beispielsweise heraus, dass CBD in Verbindung mit allen Inhaltsstoffen von Cannabis besser wirkte als die isolierte Form. Zusätzlich benötigte man eine höhere Dosis isoliertes CBD, um einen therapeutischen Effekt zu erzielen.

Tatsächlich enthalten Cannabis und Hanf mehr Cannabinoide als uns bisher bekannt sind. Eines scheint jedoch offensichtlich – Cannabinoide entfalten ihre Wirkung am besten, wenn sie in Kombination verwendet werden. Hier spielt der Entourage-Effekt eine wichtige Rolle.

Eine Studie von spanischen Ärzten legte offen, dass Cannabis als ganze Pflanze weit effektiver bei der Behandlung bei drei Typen von Brustkrebs war, als der Inhaltsstoff THC allein. Die Ergebnisse einer anderen Studie aus Großbritannien deuten darauf hin, dass CBD die Wirkung von THC bei der Behandlung von Arthritis verstärkt.

Es ist von Patient zu Patient unterschiedlich, ob es angebrachter ist, pures CBD oder ganzheitliches Cannabis zu verschreiben. Trotzdem gibt es Belege dafür, dass generell die Kombination verschiedener Cannabinoide bei den meisten medizinischen Behandlungen erfolgreicher ist.

Aus Hanf gewonnenes CBD ist nicht so gut, wie CBD, das aus der Cannabispflanze gewonnen wird

Die Antwort zu dieser Frage gestaltet sich ein bisschen komplizierter. In der Theorie ist CBD immer dasselbe, unabhängig davon, aus welcher Pflanze es gewonnen wird. Wenn man es aber genau nimmt, wäre es besser zu sagen, dass CBD als Isolat immer dasselbe ist, egal woher es stammt.

Hanf ist lediglich die Bezeichnung für Cannabissorten, die weniger als 0,3 Prozent THC enthalten. Wenn eine Pflanze mehr als 0,3 Prozent THC enthält, bezeichnet man diese als Cannabis oder Marihuana.

Es ist zwar richtig, dass reines CBD unabhängig von der Pflanze aus der es stammt, dieselbe Verbindung ist. Wenn Sie jedoch die gesamte Pflanze verwenden möchten, ist der Entourage-Effekt der verschiedenen Cannabinoide, bei bestimmten Behandlungen mit Hanf möglicherweise weniger wirksam, da hier der THC-Gehalt geringer ist.

Ein weiteres Problem tritt bei der Qualität der Gewinnung von CBD auf. Alle Cannabissorten sind ausgezeichnete Pflanzen für die Phytosanierung. Das bedeutet, dass Cannabispflanzen dazu beitragen, die Umwelt von Giftstoffen wie etwa Schwermetallen und dem radioaktiven Strontium-90 zu befreien (das ist nur eines der vielen weiteren unglaublichen Merkmalen dieser Pflanze!). Das Problem hierbei ist, dass es rasch zur Vermischung von kontaminiertem und reinem Pflanzenmaterial kommen kann. 

Es kann sein, dass CBD aus Hanf mehr Schadstoffe enthält, da man mehr Fläche benötigt, um Hanf anzubauen, weil es weniger CBD enthält als medizinisches Cannabis. Wenn Hanf Schadstoffe aufnimmt, kann es passieren, dass diese auch im menschlichen Körper freigegeben werden.

Es ist wahrscheinlicher, dass man qualitativ hochwertiges CBD aus medizinischem Cannabis gewinnen kann, da es weniger Schadstoffe enthält und durch etliche Gesetze sorgfältig gekennzeichnet werden muss. Trotzdem kann man nicht immer darauf vertrauen. Wenn man CBD kaufen möchte, ist es wichtig Nachforschungen anzustellen, woher das CBD stammt, damit man am Ende kein verunreinigtes CBD konsumiert.

CBD hat keine Nebenwirkungen

Tatsächlich erleben einige CBD Konsumenten unerwünschte Nebenwirkungen. Laut Harvard Health wirkt CBD generell aber nicht betäubend. Trotzdem kann es zu einigen Nebenwirkungen wie etwa Übelkeit, Schwindel und Reizbarkeit kommen. CBD kann die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen, wie zum Beispiel des Medikaments Coumadin, das zur Hemmung der Blutgerinnung verwendet wird.

Dennoch stufen die meisten Studien CBD als sicher ein.

Es ist verständlich, dass beim aktuellen Wirbel um Cannabis, nicht alle Informationen verlässlich sein können. Trotzdem veröffentlichen Wissenschaftler jeden Tag immer mehr Informationen über Cannabis und forschen intensiv zu diesem Thema, um eben mit diesen falschen Vorstellungen über Cannabis aufzuräumen.

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