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Kinder und Cannabis

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Die Liebe eines Elternteils zu seinem Kind kann Berge versetzen, besonders wenn dieses Kind schwer krank ist und die Schulmedizin versagt. In vielen Fällen gehörte dazu auch die Verletzung des Rechts, um Zugang zu einem Medikament, das in den meisten Ländern der Welt verboten ist, zu bekommen Dieses Medikament ist Cannabis. Bei Kindern mit schweren Krankheiten wie Epilepsie hat es anscheinend wundersame Auswirkungen. Aber ist Cannabis für Kinder wirklich sicher? Schauen wir uns die Details an.

Epilepsie im Kindesalter verändert die globale Cannabislandschaft

Seit fast 60 Jahren fällt Cannabis als Medikament unter das US-Gesetz über kontrollierte Substanzen, was bedeutet, dass es keinen therapeutischen Nutzen hat und sein Konsum strafbar ist. Diese Klassifizierung hat die Forschung unterdrückt und eine Veränderung seines rechtlichen Status auf der ganzen Welt gebremst. Angesichts mehrerer Fälle von Kindern mit medikamentenresistenter Epilepsie, die dank Cannabis einen dramatischen Rückgang der Anfälle erlebt haben, waren die Regierungen jedoch gezwungen, ihre Positionen zu überdenken.

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Da war zum Beispiel Charlotte Figi, die wegen einer seltenen Epilepsieform namens Dravet-Syndrom im Alter von fünf Jahren etwa 300 Anfälle pro Woche hatte. Als den Ärzten die Lösungen ausgingen, beschlossen ihre Eltern, medizinisches Cannabis zu probieren und wählten eine Sorte mit hohem CBD-Anteil. Zu ihrem Erstaunen hörten Charlottes Anfälle fast vollständig auf, nach ihr wurde eine Cannabissorte benannt (Charlotte’s Web) und sie wurde zum inoffiziellen Star der CNN-Dokumentation „Weed“ über medizinisches Cannabis.

In Irland wurde die Dravet-Patientin Ava Barry zum Aushängeschild der Kampagne ihres Landes zur Legalisierung von medizinischem Cannabis, als CBD-Öl ihre Anfälle um 80% reduzierte.

Die Eltern von Ava beobachteten eine spürbare Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens und der kognitiven Fähigkeiten von Ava. Dies wurde auch bei vielen anderen Kindern, die CBD gegen Epilepsie einnehmen, beschrieben. 

„Sie steht nun gerader“, berichtet Avas Mutter Vera. „Sie hält nun mehr Blickkontakt und als sie neulich einen Witz gehört hat, hat sich genauso gelacht wie die anderen Kinder. Ich habe sie noch nie so lachen gesehen.“

In der Hoffnung , dass sich Avas Anfälle noch weiter verbessern, wenn eine kleine Menge THC zu ihrem CBD-Öl hinzugefügt würde, was in ihrer Heimat Irland illegal war, zog die ganze Familie für die Behandlung in die Niederlande.

Zur gleichen Zeit drang die Geschichte des 12-jährigen Billy Caldwell aus Irland an die Öffentlichkeit. Billy, ebenfalls schwerer Epileptiker, bekam von einem Kinderneurologen in Kanada eine Kombination aus CBD und THC verschrieben. Bei der Einreise nach Großbritannien wurde Billys Medizin beschlagnahmt. Nach einer breit angelegten Medienkampagne und öffentlichem Aufruhr wurde Cannabis von der Regierung neuklassifiziert, was die Legalisierung von medizinischem Cannabis in Großbritannien einläutete.

Diese Geschichten gaben auch zusätzliche Impulse für die Forschung an CBD zur Behandlung von resistenten, seltenen Formen von Epilepsie bei Kindern, die letztendlich zur kürzlichen Zulassung des hochreinen CBD-Medikaments Epidiolex, das von GW Pharmaceuticals entwickelt wurde, führte. 

Diese positiven Resultate spiegeln die Ergebnisse einer retrospektiven Studie mit fünf auf Epilepsie bei Kindern spezialisierten israelischen Kliniken wider, die die epileptischen Anfälle der Kinder mit CBD-angereichertem, medizinischen Cannabisöl behandelten. Insgesamt führte CBD in 89% der Fälle zu einer Verringerung der Anfallshäufigkeit sowie zu einer „Verbesserung von Verhalten und Aufmerksamkeit, Sprache, Kommunikation, motorischen Fähigkeiten und Schlaf“.

Cannabis für Kinder – Weitere Erkrankungen

Autismus

Die Kraft und Entschlossenheit von Eltern, Alternativen für die Behandlung ihres Kindes zu finden, wenn die Schulmedizin keine Antworten mehr hat, hört nicht bei Epilepsie auf. Auch der Konsum von medizinischem Cannabis bei Kindern mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) hat in den letzten Jahren das öffentliche Interesse geweckt, vor allem weil sich die Eltern als Aktivisten dafür engagierten. 

In den USA gab Mieko Hester-Perez ihrem schwer autistischen Sohn Joey bereits im Alter von neun Jahren medizinisches Cannabis, um seinen Appetit zu fördern, nachdem er fast „verkümmert“ war. Durch den hohen THC-Gehalt des Cannabis nahm er nicht nur an Gewicht zu, sondern auch sein Verhalten veränderte sich. 

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„Wenn man ein Kind mit Autismus hat, hat man sehr einfache Ziele und eines meiner Ziele war es, meinen Sohn lächeln zu sehen“, sagt Mieko Hester-Perez. „Joey fing an, mit anderen Leuten zu interagieren. Er spricht nicht, aber er hat jetzt eine scherzhafte Persönlichkeit – das haben wir noch nie zuvor bei ihm gesehen.“ 

Die Erfahrung der israelischen Mutter Abigail Dar mit ihrem streng autistischen und nonverbalen Sohn Yuval ähnelt der von Mieko Hester-Perez. Obwohl ihm Neuroleptika verschrieben wurden, verletzte Yuval nicht nur seine Familienmitglieder, sondern auch sich selbst. Als er anfing, medizinisches Cannabis zu nehmen, änderte sich das alles. 

„Es war wie Zauberei“, sagt Abigail Dar. Mein Sohn wurde ein ruhiger Mensch, konzentrierter, mit einem Lächeln im Gesicht. Und über ein Jahr lang zeigte er kein selbstverletzendes Verhalten oder Ausbrüche, was für mich und ihn ein Wunder ist. Medizinisches Cannabis hat unser Leben verändert.“

Tatsächlich steht Israel an der Spitze der Forschung zum Konsum von medizinischem Cannabis bei autistischen Kindern und im vergangenen Jahr wurden zwei Studien veröffentlicht. Die erste kam aus Raphael Mechoulams Labor, erfolgte mit einem CBD-reichen Öl und ergab bei 85% der ProbandInnen eine signifikante bis moderate Verbesserung ihrer ASS-Symptome. Nur wenige Monate später veröffentlichte Dr. Adi Aran seine Ergebnisse, nachdem er 60 Kindern mit ASS CBD-reiches Cannabis verabreicht hatte. Bei 61% der ProbandInnen wurde eine deutliche Verbesserung der Verhaltensprobleme festgestellt, ebenso wie eine Verbesserung der Angst um 39% und der Kommunikationsprobleme um 47%. 

Es sollte jedoch beachtet werden, dass die Forscher im Rahmen von ASS bei Kindern oft auf die Beobachtungen der Eltern angewiesen sind, da viele Kinder nicht sprechen (können).

Krebs im Kindesalter

Wahrscheinlich ist es der schlimmste Albtraum für Eltern, wenn bei ihrem Kind Krebs diagnostiziert wird. Nicht nur sind Krebserkrankungen im Kindesalter in der Regel aggressiver, sondern die Eltern müssen auch mit ansehen, wie ihr die Nebenwirkungen von Krebsmedikamenten wie Chemotherapeutika ertragen muss. Interessanterweise ging es in einer der ersten Studien, in der ein therapeutischer Einsatz von Cannabis bei Kindern untersucht wurde, um ein potenzielles Antiemetikum gegen Chemotherapeutika-induzierte Übelkeit und Erbrechen. 

Die Studie wurde 1994 vom israelischen Pionier der Cannabinoidforschung, Raphael Mechoulam, durchgeführt. Dabei wurde den Kindern zwei Stunden vor der Chemotherapie eine Tablette mit 18 mg THC verabreicht. Nicht nur das Erbrechen wurde vollständig unterdrückt, auch die Nebenwirkungen waren vernachlässigbar. Die Tatsache, dass THC berauschende Wirkungen beim Menschen hat, bedeutet jedoch, dass die Verabreichung an Kinder ein Tabu ist, das die meisten Ärzte nicht in Frage stellen wollen und daher gab es keine weiteren Folgeuntersuchungen. 

Tatsächlich bleibt der Einsatz von THC im Kindesalter ein umstrittenes Thema unter Kinderärzten, obwohl sie bereit sind, andere verschreibungspflichtige Medikamente wie Opioide mit schwerwiegenden Nebenwirkungen zu verschreiben.

Die Verwendung von Cannabinoiden wie THC und seinem nicht berauschenden Cousin CBD als Krebsmedikament ist seit 20 Jahren ein spannendes Forschungsgebiet. Trotz der Fortschritte im Labor wurden nur wenige klinische Studien durchgeführt – und gar keine bei Kindern.

Aber auch hier haben viele Eltern auf der ganzen Welt ihren Kindern aus Liebe Cannabisöl gegeben, als nur noch wenig Hoffnung blieb. 

In Colorado gab Wendy Riddle ihrem dreijährigen Sohn Landon Cannabisöl, das sowohl THC als auch CBD enthielt, als bei ihm eine lymphozytäre Leukämie diagnostiziert wurde. Sie sagte dem CNN: „Ich denke, dass die Kombination aus Chemo und Cannabis den Krebs in Remission gebracht haben und jetzt wird das Cannabis dafür sorgen, dass das auch so bleibt.“ 

Sein Arzt bestätigte, dass Cannabis eine Rolle bei seiner außergewöhnlichen Reaktion auf die Behandlung gespielt haben könnte: „Wenn man sich die Kinder ansieht, die die gleiche Behandlung erhalten und Landon mit ihnen vergleicht, scheint es ihm besser zu gehen als erwartet.“ 

Aber in der Regel sind die meisten Onkologen oder Kinderärzte nicht empfänglich für die Behandlung von Kindern mit Cannabis, was auf mangelnde Belege der Wirksamkeit und unzureichende Kenntnisse über das Sicherheitsprofil der Pflanze hinweist.

Zerebralparese

Cannabis kann bei Erwachsenen mit Multipler Sklerose die Spastiken lindern. Daher sind die Forscher gespannt, ob die Effekte auch bei anderen Erkrankungen mit Spastiken auftreten, wie zum Beispiel einer Zerebralparese bei Kindern. 

Eine israelische Pilotstudie zur Zerebralparese bei PatientInnen im Alter von 1-17 Jahren, bei der verschiedene Verhältnisse von THC und CBD verabreicht wurden, ergab „eine signifikante Verbesserung der Spastiken und Dystonie, Schlafstörungen, Schmerzstärke“ und das mit sehr wenigen Nebenwirkungen.

Die Mutter eines zweijährigen Kindes, das an der Studie teilnahm, sagte der Haaretz: „Der Unterschied war schnell spürbar und zeigt sich dadurch, dass mein Sohn plötzlich viel ruhiger war. Sein Schlaf verbesserte sich deutlich, wodurch auch wir besser schliefen. Auch seine Motorik verbesserte sich, aber wir wissen nicht, ob das auf die Behandlung oder darauf, dass er älter wurde, zurückzuführen ist.

Hirnschäden bei Neugeborenen

Die Verabreichung von medizinischem Cannabis an Kinder ist zwar schon ein großes Tabu, aber wenn es um die Verabreichung von Cannabinoiden an Neugeborene geht, schrillen bei noch mehr Menschen die Alarmglocken. Aber genau das wird derzeit in einer laufenden klinischen Studie zur hypoxisch-ischämischen Enzephalopathie (Hirnschäden durch Sauerstoffmangel) getan. 

Die derzeitige Therapie für dieses Problem ist die Senkung der Körpertemperatur des Babys innerhalb von sechs Stunden nach der Geburt auf 33-34 °C (Hypothermie). Nun hoffen WissenschaftlerInnen, dass mit einer Kombinationstherapie aus Hypothermie und der intravenösen Verabreichung von reinem CBD die extrem positiven präklinischen Ergebnisse repliziert werden können. In Studien mit neugeborenen Ferkeln wurde diese Kombinationstherapie durchgeführt und sie reduzierte die Hirnschäden um fast 100%. 

Ist Cannabis bei Kindern sicher?

Die umfassendsten Informationen zur Sicherheit von medizinischem Cannabis bei Kindern stammen aus der Forschung zu Epidiolex als Antiepileptikum für Kinder mit seltenen Epilepsiearten. 

Dank der Forschung von GW Pharma wissen wir, dass CBD ein gutes Sicherheitsprofil bei Kindern hat. Alle berichteten Nebenwirkungen waren relativ gering und umfassten Müdigkeit, Durchfall und Appetitlosigkeit.

Ein Bereich, der jedoch Anlass zur Sorge gibt, ist die Frage, wie CBD, der Hauptbestandteil von Epidiolex, mit einigen Antiepilepsie-Medikamenten interagiert. WissenschaftlerInnen fanden heraus, dass die Verabreichung von CBD zusammen mit Clobazam, einem häufigen Epilepsiemittel für Kinder verhinderte, dass Clobazam im Körper durch Cytochrom-P450-Enzyme abgebaut wird. Dies führte zu einem höheren Clobazamspiegel im Blutplasma, was das therapeutische Fenster verändern und die Nebenwirkungen verstärken könnte.

Es sei auch daran erinnert, dass Epidiolex in Dosen von 5-20 mg pro Kilo Körpergewicht verabreicht wird – weitaus mehr als die Dosierung von Vollpflanzen-Cannabisölen. Es wird angenommen, dass nur hohe Dosen CBD den Stoffwechsel von verschreibungspflichtigen Medikamenten stören, aber diesbezüglich müssen noch mehr Forschungsarbeiten durchgeführt werden.

Dosis des medizinischen Cannabis bei Kindern

Medizinisches Cannabis ist eine personalisierte Medizin. In Fällen, in denen Kinder nicht vollständig ausdrücken können, wie sie sich nach Einnahme der cannabisbasierten Medikamente fühlen, gibt es jedoch zusätzliche Herausforderungen.

Zugelassene cannabisbasierte Medikamente wie Epidiolex verfügen über ein Dosierungsschema, das auf den Ergebnissen klinischer Studien basiert. Ansonsten befolgen Ärzte, die Kindern Cannabis verschreiben, die gleichen Schritte wie bei Erwachsenen. Langsam beginnen und die Dosis schrittweise steigern.

Bonni Goldstein, Ärztin aus Kalifornien und Ärztliche Direktorin von Canna-Centers Wellness & Education, teilt ihre Dosierprotokolle für eine Vielzahl pädiatrischer Erkrankungen in dieser hilfreichen Präsentation mit. Wenn Sie jedoch erwägen, Ihrem Kind medizinisches Cannabis zu geben, sollten Sie sich direkt an einen Cannabis-Arzt wenden, da jedes Kind anders ist. 

Wenn es um die Verschreibung von Cannabis an Kinder geht, hinkt die Ausbildung im medizinischen Bereich dem Wissen der PatientInnen/Eltern hinterher. Aber da immer mehr Studien über die Wirksamkeit und das Sicherheitsprofil von Cannabinoiden bei Kindern durchgeführt werden, werden Ärzte sicherlich bald auch cannabisbasierte Medikamente neben oder sogar anstelle von verschreibungspflichtigen Medikamenten verschreiben.

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