Cannabis ist die lateinische Bezeichnung für Hanf, wobei der Begriff „Cannabis“ in Deutschland häufiger für THC-haltige Pflanzen verwendet wird. Mit Hanf bezeichnet man inzwischen im Deutschen in der Regel nur Nutzhanf, welcher so gezüchtet wurde, dass er so gut wie kein THC mehr enthält (unter 0,3 Prozent THC).
Im folgenden Artikel werden wir uns zwei Varianten von Produkten ansehen und dir einen Überblick über Marihuana und Hasch verschaffen.
Rechtliche Rahmenbedingungen zu Cannabis in Deutschland
Seit dem 1. April 2024 gilt in Deutschland das Cannabisgesetz (CanG), das den privaten Besitz und Anbau für Erwachsene unter bestimmten Bedingungen erlaubt:
- Volljährige dürfen bis zu 25 Gramm Cannabis in der Öffentlichkeit und bis zu 50 Gramm zu Hause besitzen.
- Der Eigenanbau ist auf drei blühende Pflanzen pro Person begrenzt.
- Für Haschisch gelten dieselben Besitzgrenzen wie für Blüten, wobei die Herstellung mittels Lösungsmitteln (BHO, CO2-Extrakte) weiterhin illegal ist. 1 2
- Cannabis-Social-Clubs können seit Juli 2024 als nicht-gewinnorientierte Anbauvereinigungen agieren und ihre Mitglieder mit bis zu 50 Gramm monatlich versorgen. 3
- Wichtig: Die Weitergabe an Minderjährige bleibt strikt verboten und wird strafrechtlich verfolgt.
Was ist Marihuana?

Damit bezeichnet man die getrockneten, nicht bestäubten weiblichen Blüten samt ihrer feineren Blütenblätter („Sugar Leaves“). Die für das Harz verantwortlichen Trichome sitzen vor allem auf den Hüllblättern bzw. „Kelchen“ und den kleinen Blättern der Blüte, kommen aber auch in geringerer Dichte auf anderen Pflanzenteilen vor. Das getrocknete Material ist meist grün bis braun, teils auch leicht violett oder weißlich.
Wie wird Marihuana hergestellt?
Die Herstellung von Marihuana beginnt mit der Kultivierung der Cannabispflanze. Nach der Ernte werden die Blütenstände getrocknet und anschließend einem Reifeprozess unterzogen, dem sogenannten „Curing“.
Der Curing-Prozess und seine Bedeutung
- Das Fermentieren oder Aushärten ist ein langsamer, kontrollierter Prozess, der nach dem Trocknen stattfindet.
- Er trägt zur Verbesserung der Qualität der getrockneten Cannabisblüten bei, indem er die Reifung von Terpenen fördert und Cannabinoide stabilisiert.
- Während die Blüten trocknen, durchlaufen natürliche Substanzen ganz langsam den Prozess der Decarboxylierung – eine chemische Reaktion, bei der Cannabinoidsäuren wie THCA und CBDA eine Carboxygruppe verlieren, was sie in ihre aktiven Formen THC und CBD umwandelt.
- Ein faszinierender Aspekt des Curings ist die Veränderung des Terpenprofils. Forschungsergebnisse zeigen, dass nach einer Woche Trocknung und Curing z.B. monoterpene Verbindungen wie Beta-Myrcen um bis zu 55% abnehmen, während Sesquiterpene wie Alpha-Humulen und Beta-Caryophyllen zunehmen.
Was ist Haschisch?

Haschisch ist ein Cannabisprodukt, das überwiegend aus den gesammelten und verdichteten Trichomen der weiblichen Hanfpflanze besteht. Diese werden von den Blüten und den kleinen Blättern nahe der Blüte gewonnen, da dort die Harzkonzentration am höchsten ist. Je nach Herstellungsweise und Herkunft variiert Haschisch in Konsistenz (krümelig bis fest) und Farbe, die von hellem Beige über rötlich-braun bis hin zu dunklem Schwarz reichen kann.
Wie wird Haschisch hergestellt?
Haschisch wird aus dem Harz der weiblichen Cannabispflanze gewonnen. Dabei gibt es verschiedene Verfahren der Gewinnung. Besonders zu beachten bei diesen Methoden sind Faktoren wie unter anderem Temperatur und Druck, die dazu führen, dass sich pflanzliche Stoffe wie Cannabinoide oder Terpene jeweils in unterschiedlicher Quantität umwandeln und damit ein ganz eigenes Wirkprofil entsteht. Außerdem ist es wichtig zu beachten, dass der THC Gehalt je nach Herstellung schwankt sowie auch die empfohlenen Konsummehtode.
Hier findest du einige der wichtigsten Methoden zur Herstellung von Haschsich im Überblick:
| Methode | Herstellungsprozess | Besonderheiten / Beispiele |
|---|---|---|
| Trockensiebung | Getrocknete Pflanzenteile werden über feine Siebe geschüttelt oder gerieben. Dabei lösen sich Trichome als Pulver. | Diese Methode ist eine der einfachsten und ältesten Techniken; nur Siebe und Geduld benötigt |
| Charas (Handabrieb) | Blüten werden zwischen den Handflächen gerollt, Wärme löst Harz, das als klebrige Schicht an den Händen bleibt. | Tradition aus Indien & Nepal, uralte Methode |
| Traditionelle Pressung | Gesammeltes Harz wird mit Druck und Wärme zu Blöcken gepresst. | Regionale Varianten wie „Roter Libanese“ oder „Pakistani“ |
| Extraktion mit Eiswasser (Bubble Hash) | Pflanzenreste mit Eiswasser verrührt, Trichome lösen sich durch Kälte, dann Siebung und Trocknung. | Lösungsmittelfrei, sehr reine Endprodukte |
| Rosin | Cannabis wird unter hohem Druck und Hitze gepresst (75–120 °C). Dabei tritt das Harz lösungsmittelfrei aus. | Low Temp (75–95 °C): Sehr aromatisch, Terpenerhalt, cremige Konsistenz („Batter/Budder“), geringere Ausbeute. High Temp (95–120 °C): Höhere Ausbeute, schnellere Pressung, flüssigere Konsistenz („Shatter/Sap“), weniger Terpene. |
Wichtig: Laut §1 Absatz 5 des CanG gilt das abgesonderte Harz der Cannabispflanze in Reinform als Haschisch. BHO, CO2- oder Ethanol-Extrakte sind nach dem CanG aktuell definitiv verboten, da hier Lösungsmittel zur Gewinnung der Wirkstoffe verwendet werden. 4 5
Die Inhaltsstoffe der Produkte
In Cannabis sind mehr als 500 verschiedene chemische Verbindungen identifiziert worden. Dazu zählen über 140 Cannabinoide, unter ihnen die bekanntesten Wirkstoffe Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) mit psychotroper Wirkung und Cannabidiol (CBD) ohne vergleichbare psychotrope Effekte.
| Cannabinoid / Stoffgruppe | Beschreibung | Mögliche Wirkungen | Forschungsstand |
|---|---|---|---|
| Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) | Wichtigstes psychoaktives Cannabinoid, am besten untersucht | Veränderungen des Bewusstseins, Effekte auf Schmerzempfinden, Muskelspannung, Appetit, Übelkeit, Schlaf. | zahlreiche klinische und experimentelle Studien für verschiedene Bereiche |
| Cannabidiol (CBD) | Cannabinoid ohne ausgeprägte psychtrope Wirkung, wirken grundsätzlich minimal psychoaktiv | Angstlösend (anxiolytisch), stimmungsmodulierend, antipsychotisch; keine direkte Rauschwirkung. | Gut untersucht, Forschungen zur Wirkung im Bezug auf Angst, Stimmung, Psychosen im Gange |
| Terpene | Aromatische Kohlenwasserstoffe, tragen zu Geruch und Geschmack bei | Können Wirkung von Cannabinoiden modulieren, Stimmung beeinflussen, sorgen auch für Aroma | Erste Studien, Entourage-Effekt belegt, detaillierte Wirkungen noch in Erforschung |
| Flavonoide | Pflanzenfarbstoffe, tragen zu Aroma und Farbe bei | Antioxidativ, entzündungshemmend, mögliches Zusammenspiel mit Cannabinoiden. | Teilweise untersucht, medizinisches Potenzial wird erforscht |
| Phenole | Organische Verbindungen mit aromatischer Struktur | Antioxidativ, evtl. schützende Effekte für Zellen und Gewebe | Forschung in frühen Stadien, Wirkungen nicht abschließend geklärt. |
| Ester | Verbindungen, die zu Geruch und Geschmack beitragen | Einfluss auf Aromaprofil, möglicherweise auch subtile Wirkmodulation | Kaum erforscht im Kontext von Cannabis. |
| Schwefelhaltige Verbindungen | Spezielle Stoffe mit charakteristischem Geruch | Prägen intensives Aroma bestimmter Sorten, möglicherweise physiologische Effekte | Noch sehr wenig erforscht, Wirkung weitgehend unklar. |
| Sekundäre Pflanzenstoffe (allgemein) | Umfassen viele weitere Stoffe jenseits der Cannabinoide | Entourage-/synergistischer Effekt: Zusammenspiel prägt möglicherweise Gesamtwirkung und Aromaprofil | Konzepte wie der Entourage-Effekt anerkannt, Details in Erforschung. |
Wichtig: In Haschisch findet sich häufig ein überdurchschnittlich hoher Anteil an THC. Aufgrund der höheren Potenz birgt Haschisch ein größeres Risiko für Überdosierungen, insbesondere bei unerfahrenen Konsumenten. 6
Optimale Lagerung für Qualitätserhalt

Die richtige Lagerung ist entscheidend für die Erhaltung von Potenz und Aroma. Allerdings gibt es zwischen der Lagerung von getrockneten Blüten und Haschisch erhebliche Unterschiede, die man wissen sollte:
Cannabis-Blüten
- Aufbewahrung in luftdichten Glasgefäßen
- Temperatur: 15–21 °C
- Relative Luftfeuchtigkeit: 55–62 %
- UV-Licht vermeiden → beschleunigt THC-Abbau
- Verwendung von dunklen Behältern oder lichtgeschützten Orten
- Haltbarkeit: 6–12 Monate bei optimaler Lagerung
Haschisch
- Länger haltbar durch kompakte Form der „Haschischplatten“
- Lagerung: kühl, dunkel, trocken
- Idealerweise in Pergamentpapier eingewickelt
- Haltbarkeit: mehrere Jahre bei optimaler Lagerung
Die Aufbewahrung in Plastikbehältern sollte grundsätzlich vermieden werden, da sie statische Aufladung erzeugen und dadurch wertvolle Trichome zerstören könnten.
Konsumformen: Warum Vaporisieren dem Rauchen überlegen ist
Ein wichtiger Aspekt beim Cannabis-Konsum ist die Art der Anwendung. Während das Rauchen traditionell weit verbreitet ist, beginnen wissenschaftliche Studien deutliche Vorteile des Vaporisierens zu zeigen:
Gesundheitliche Vorteile des Vaporisierens
- Beim Rauchen von Cannabis erreicht die Glut 500–600 Grad, wobei etwa ein Drittel der empfindlichen Cannabinoide verbrannt wird und seine Wirksamkeit verliert. Weitere 40–50 Prozent entweichen über den nicht eingeatmeten Rauch. Nur 20–30 Prozent werden tatsächlich inhaliert und kommen im Körper an. 7
- Beim Vaporisieren werden keine toxischen Verbrennungsprodukte wie Kohlenmonoxid, Teer oder Ammoniak freigesetzt. 8 9
- Der Dampf eines Vaporisers enthält selbst bei höheren Temperaturen weniger schädliche Toxine als Rauch. Die Temperatur beim Vaporisieren liegt in der Regel zwischen 160 und 230 Grad Celsius, was ausreicht, um die gewünschten Cannabinoide und Terpene zu extrahieren.
- Die meisten therapeutischen Cannabinoide wie Cannabichromen (CBC) werden knapp unter der Verbrennungstemperatur bei 232 °C in den Dampf freigesetzt. 10
- Wissenschaftler der Johns Hopkins University School of Medicine stellten fest, dass in der Vaporisier-Gruppe die Wirkung stärker und die THC-Spitzenkonzentration im Blut höher war als bei Rauchern. 11
Kann man Haschisch auch vaporisieren?
Haschisch kann ebenso wie Cannabis-Blüten vaporisiert werden und bietet dabei die gleichen gesundheitlichen Vorteile gegenüber dem Rauchen. Denn Viele Vaporizer eignen sich für Haschisch, wobei manche spezielle Konzentrat-Pads als Zubehör anbieten. Das Vaporisieren ermöglicht zusätzlich eine präzisere Dosierungskontrolle und bessere Geschmacksentfaltung der Terpene, was besonders bei der höheren Potenz von Haschisch wichtig ist.
Vor dem Konsum sollte das konzentrierte Harz fein zerkleinert werden. Außerdem ist es empfehlenswert beim Konsum mit niedrigen Temperaturen zwischen 160–180 °C anzufangen.
Grundsätzlich ist es ratsam mit kleinen Dosierungen anzufangen, da bereits kleine Mengen ausreichen, und die Wirkung abgewartet werden sollte, bevor nachdosiert wird.
Fazit
Cannabisprodukte wie Marihuana und Haschisch unterscheiden sich vor allem im THC-Gehalt und damit in Potenz und Risiken. Haschisch enthält häufig deutlich mehr THC als Blüten und erhöht dadurch die Gefahr einer Überdosierung mit Symptomen wie Angst, Schwindel oder Herzrasen – besonders bei Unerfahrenen.12 13 Empfehlungen: Bei Haschisch stets mit sehr kleinen Mengen beginnen, Wirkung abwarten und nicht nachlegen. Bevorzugt vaporisieren statt rauchen, um Schadstoffe zu reduzieren und die Dosierung feiner zu steuern. Möglichst legale, geprüfte Produkte nutzen und auf klare Etikettierung der THC-Gehalte achten. Kein Mischkonsum mit Alkohol. In riskanten Situationen (Fahren, Maschinen) verzichten. Bei anhaltenden Nebenwirkungen ärztlichen Rat einholen.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Was ist der Unterschied zwischen Marihuana und Haschisch?
Marihuana sind getrocknete Blüten der Cannabispflanze, Haschisch besteht überwiegend aus verdichteten Trichomen (Harzdrüsen), wodurch es meist einen deutlich höheren THC-Gehalt hat.
Welches Produkt ist stärker?
Haschisch enthält im Schnitt etwa doppelt so viel THC wie Marihuana-Blüten. 14 Dadurch wirkt es potenter und birgt ein höheres Risiko für Nebenwirkungen.
Kann es bei Haschisch zu einer Überdosierung durch den THC Gehalt kommen?
Ja, aufgrund der höheren THC-Konzentration ist das Risiko für Überdosierungssymptome wie Angst, Kreislaufprobleme oder Halluzinationen bei Haschisch deutlich erhöht. 15 Deshalb ist eine besonders vorsichtige Dosierung erforderlich.
Welche Konsumform gilt als gesünder?
Das Vaporisieren ist dem Rauchen überlegen: Es setzt Cannabinoide effizienter frei, erzeugt weniger Schadstoffe und ermöglicht eine genauere Dosierung.
Was ist der Entourage-Effekt?
Dabei handelt es sich um das Zusammenspiel von Cannabinoiden, Terpenen und anderen Pflanzenstoffen, das die Wirkung von Cannabis beeinflusst und verstärken kann.
Quellen
- Deutscher Bundestag (2024): Nach langem Ringen: Bundestag verabschiedet Cannabis-Legalisierung. Verfügbar unter: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw08-de-cannabis-990684
- Bundesgesetzblatt (2024): Gesetz zum kontrollierten Umgang mit Cannabis und zur Änderung weiterer Vorschriften (Cannabisgesetz – CanG). BGBl. 2024 I Nr. 109.
- Bundesministerium für Gesundheit (2024): Cannabis-Social-Clubs: Regelungen für Anbauvereinigungen. BMG-Information Juli 2024.
- Spindle, T.R. et al. (2018): Acute Effects of Smoked and Vaporized Cannabis in Healthy Adults Who Infrequently Use Cannabis. JAMA Network Open. Johns Hopkins University School of Medicine.
- Hazekamp, A. et al. (2006): Evaluation of a Vaporizing Device (Volcano) for the Pulmonary Administration of Tetrahydrocannabinol. Journal of Pharmaceutical Sciences.
- European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (2023): European Drug Report 2023: Trends and Developments. EMCDDA, Lissabon.
- Freeman, T.P. & Winstock, A.R. (2015): Examining the profile of high-potency cannabis and its association with severity of cannabis dependence. Psychological Medicine.
Sources
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- Spindle, T.R. et al. (2018): Acute Effects of Smoked and Vaporized Cannabis in Healthy Adults Who Infrequently Use Cannabis. JAMA Network Open. Johns Hopkins University School of Medicine.
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- Freeman, T.P. & Winstock, A.R. (2015): Examining the profile of high-potency cannabis and its association with severity of cannabis dependence. Psychological Medicine.
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