{"id":3216,"date":"2024-09-25T06:17:00","date_gmt":"2024-09-25T06:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cannigma.com\/?p=3216"},"modified":"2021-02-24T11:10:23","modified_gmt":"2021-02-24T11:10:23","slug":"homoeostase-und-das-endocannabinoid-system","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cannigma.com\/de\/physiologie\/homoeostase-und-das-endocannabinoid-system\/","title":{"rendered":"Hom\u00f6ostase und das Endocannabinoid-System"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Sie sich schon ein bisschen mit Cannabis besch\u00e4ftigt haben, sind Sie sicherlich auch dem Endocannabinoid-System begegnet. Es ist daf\u00fcr zust\u00e4ndig, das innere Gleichgewicht im menschlichen K\u00f6rper \u2013 die Hom\u00f6ostase aufrechtzuerhalten. Obwohl oft erw\u00e4hnt, wird diese Funktion selten erkl\u00e4rt. Wenn man jedoch versteht, wie das Endocannabinoid-System zur Hom\u00f6ostase beitr\u00e4gt, versteht man auch, dass cannabisbasierte Medikamente bei verschiedenen Krankheiten helfen (oder sie in einigen F\u00e4llen auch verschlechtern) k\u00f6nnten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Artikel werden wir uns also mit der Hom\u00f6ostase besch\u00e4ftigen und herausfinden, wie sich Cannabiskonsum auf diese wichtige Funktion auswirken k\u00f6nnte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was ist die Hom\u00f6ostase?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wort <a href=\"https:\/\/www.omicsonline.org\/open-access\/role-of-homeostasis-in-human-physiology-a-review.php?aid=87462\">\u201eHom\u00f6ostase\u201c<\/a> stammt von den griechischen W\u00f6rtern <em>homeo<\/em> f\u00fcr \u201e\u00e4hnlich\u201c oder \u201egleich\u201c und <em>stasis<\/em> f\u00fcr \u201estabil\u201c ab. Im Wesentlichen bezieht sich dieser Begriff auf einen Zustand der Stabilit\u00e4t bzw. des Gleichgewichts im K\u00f6rper \u2013 obwohl er auch auf das innere Gleichgewicht von Zellen oder anderen Systemen angewendet werden kann. Beim Menschen ist die Aufrechterhaltung der Hom\u00f6ostase die Methode, mit der unsere nat\u00fcrlichen Systeme die Bedingungen im K\u00f6rper optimal f\u00fcr unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden halten. Wenn sich die Bedingungen intern oder extern ver\u00e4ndern, werden bestimmte Mechanismen gestartet, um daf\u00fcr zu sorgen, dass unser K\u00f6rper nicht unter der Ver\u00e4nderung leidet. Im Rahmen dieser Mechanismen werden Hormone in den Blutkreislauf abgegeben, die dann k\u00f6rperliche Reaktionen hervorrufen und so dieses empfindliche Gleichgewicht aufrechterhalten. Dies wird als Feedback-Regulierung bezeichnet und ist der grundlegende Mechanismus, wie die Hom\u00f6ostase aufrechterhalten wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nehmen wir zum Beispiel den Mechanismus, wie sich der K\u00f6rper <a href=\"https:\/\/www.scientificamerican.com\/article\/what-is-homeostasis\/\">an Temperaturschwankungen anpasst<\/a>. Normalerweise f\u00fchlt sich der menschliche K\u00f6rper bei einer K\u00f6rpertemperatur von rund 37 \u00b0C am wohlsten. Wenn sich der K\u00f6rper jedoch \u00fcber diese normalen Temperaturen hinaus erw\u00e4rmt, startet er eine automatische Reaktion: Schwitzen, um die Haut zu befeuchten und die Temperatur zu senken. Wenn wir frieren, schwitzen wir weniger und die Durchblutung der Haut wird verringert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Reaktionen fallen in die Kategorie \u201enegative Feedback-Regulierung\u201c. Negativ bedeutet hier nicht, dass das Feedback schlecht oder problematisch ist, sondern dass es sich um eine gegens\u00e4tzliche Antwort handelt. Wenn die Bedingungen nicht ideal sind, reagiert unser K\u00f6rper mit einer Art negativem Feedback, um die Bedingungen wieder in Ordnung zu bringen. In diesem Fall haben wir eine nat\u00fcrliche negative Feedback-Schleife: Wenn die K\u00f6rpertemperatur zu hoch wird, wird sie gesenkt und wenn sie zu niedrig wird, wird sie erh\u00f6ht. Unabh\u00e4ngig davon, ob eine Temperaturabsenkung oder -erh\u00f6hung erforderlich ist: Das negative Feedback verschiebt die K\u00f6rpertemperatur zur\u00fcck in Richtung Idealzustand, um die Hom\u00f6ostase aufrecht zu erhalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die positive Feedback-Regulierung ist eine weitere M\u00f6glichkeit, um die Hom\u00f6ostase aufrecht zu erhalten, aber sie kommt seltener vor. In diesem Fall wird die \u00c4nderung beschleunigt und nicht verlangsamt. Bei stillenden M\u00fcttern bewirkt beispielsweise das Saugen des Babys, dass Prolaktin (das f\u00fcr die Milchproduktion verantwortliche Hormon) in die Blutbahn der Mutter freigesetzt wird. Wenn das Baby weiter saugt, wird proportional mehr Prolaktin freigesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt viele verschiedene Mechanismen, mit denen der K\u00f6rper sein Gleichgewicht, \u00e4hnlich zu dem bei der Temperaturregulation, aufrechterh\u00e4lt. An diesen hom\u00f6ostatischen Reaktionen sind unterschiedliche Systeme im K\u00f6rper beteiligt, wie zum Beispiel die Atemwege, das endokrine System, das Fortpflanzungssystem, das Harnsystem und das Nervensystem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Endocannabinoid-System und die Hom\u00f6ostase<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Endocannabinoid-System ist ein <a href=\"https:\/\/www.fundacion-canna.es\/en\/endocannabinoid-system\">wichtiges System<\/a> zur Regulierung der Hom\u00f6ostase. Es kann ebenso durch Phytocannabinoide (die aktiven chemischen Bestandteile in Cannabis) stimuliert werden, spielt aber auch ohne jegliche Hilfe von Cannabis eine bedeutsame Rolle im K\u00f6rper. In Studien wurde herausgefunden, dass es auf nat\u00fcrliche Weise zahlreiche Funktionen moduliert, zum Beispiel:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Schlaf<\/li><li>Schmerzen&nbsp;<\/li><li>Ged\u00e4chtnis<\/li><li>Lernen&nbsp;<\/li><li>Entz\u00fcndungen<\/li><li>Hunger<\/li><li>Antrieb<\/li><li>Muskelkontrolle<\/li><li>Temperatur<\/li><li>Stimmung<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Funktionen werden beeinflusst, wenn sich Cannabinoide (k\u00f6rpereigene chemische Botenstoffe) mit den Endocannabinoid-Rezeptoren (wie CB1, CB2 oder TRPV-1) verbinden und eine Kettenreaktion ausl\u00f6sen. Die Aktivierung dieses Systems kann uns m\u00fcde oder erregt, hungrig oder appetitlos, \u00e4ngstlich oder entspannt und vieles mehr machen. Anschlie\u00dfend bauen spezielle Enzyme die Endocannabinoide ab und entsorgen sie.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessanterweise kann dieses System auch durch die Cannabinoide in Cannabis aktiviert werden. Diese Inhaltsstoffe sind unseren Endocannabinoiden in ihrer Struktur auffallend \u00e4hnlich und k\u00f6nnen sich daher mit unseren Endocannabinoid-Rezeptoren verbinden und so die gleichen Effekte ausl\u00f6sen. Aus diesem Grund kann die Einnahme von Cannabinoiden zu vielen sp\u00fcrbaren Effekten wie Beruhigung, Hunger oder Schmerzlinderung f\u00fchren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Endocannabinoid-System moduliert und erh\u00e4lt die Hom\u00f6ostase auf vielen verschiedenen Wegen und Wissenschaftler haben sich einige Bereiche genauer angeschaut:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hom\u00f6ostase des Energieverbrauchs&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Bereich der Hom\u00f6ostase, auf den das Endocannabinoid-System Einfluss hat, ist die <a href=\"https:\/\/www.omicsonline.org\/open-access\/role-of-homeostasis-in-human-physiology-a-review.php?aid=87462\">Hom\u00f6ostase des Energieverbrauchs<\/a>. Das ist der Mechanismus, mit dem der K\u00f6rper das Energieniveau durch Nahrungsaufnahme und Stoffwechsel reguliert. Als Regulatoren des Stoffwechsels sind Endocannabinoide im Allgemeinen anabol, was bedeutet, dass sie die Kalorienaufnahme erh\u00f6hen, die Einlagerung f\u00f6rdern und den Energieverbrauch senken.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine M\u00f6glichkeit, wie Endocannabinoide (und Phytocannabinoide) den Energiestoffwechsel beeinflussen, besteht darin, den Appetit anzuregen. Die Stimulation von CB1-Rezeptoren durch Endocannabinoide wie Anandamid oder Phytocannabinoide wie THC sorgt f\u00fcr einen gesteigerten Appetit. Das ist f\u00fcr Menschen, die regelm\u00e4\u00dfig Cannabis konsumieren, keine \u00dcberraschung. Es ist seit langem bekannt, dass der Konsum von Cannabis zu einer Appetitsteigerung f\u00fchren kann, manchmal auch als \u201eFress-Flash\u201c bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus kann das Blockieren der CB1-Rezeptoren zu Appetitlosigkeit f\u00fchren. So wurden die CB1-Rezeptoren in klinischen Studien durch das Medikament Rimonabant blockiert, was zu einer geringeren <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC3136184\/\">Nahrungsaufnahme und damit einhergehend einer Gewichtsabnahme f\u00fchrte<\/a>. Das Medikament wurde jedoch vom Markt genommen, weil es schwere Stimmungsst\u00f6rungen verursachte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch ist die Appetitregulation nicht der einzige Mechanismus, mit dem das Endocannabinoid-System den Energieverbrauch reguliert. Neben der Eigenschaft den Appetit zu beeinflussen, scheint es auch in den Stoffwechsel einzugreifen. In einer Studie rauchten gesunde Freiwillige beispielsweise Cannabis und nahmen in den folgenden drei Tagen mehr Kalorien auf als \u00fcblich, vermutlich durch ihren gesteigerten Appetit. Nach drei Tagen lie\u00df die Appetitsteigerung jedoch nach. Dennoch nahmen die ProbandInnen w\u00e4hrend der dreiw\u00f6chigen Studienzeit an Gewicht zu, was darauf hindeutet, dass Cannabis einen Einfluss auf den Stoffwechsel hat, der \u00fcber die Steigerung des Appetits hinausgeht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnliche Ergebnisse gab es mit Studien an Nagetieren: Wurden ihre CB1-Rezeptoren blockiert, haben sie sich schnell an die appetithemmenden Effekte der Behandlung gew\u00f6hnt und es konnten gewichtsreduzierende Effekte beobachtet werden. M\u00e4use, die von Natur aus einen Mangel an CB1-Rezeptoren haben, sind in der Regel auch schlanker als ihre \u201enormalen\u201c Artgenossen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessanterweise deuten auch andere <a href=\"https:\/\/journals.plos.org\/plosone\/article?id=10.1371\/journal.pone.0144270\">Untersuchungen<\/a> darauf hin, dass die Stimulation der CB1-Rezeptoren zu einer Gewichtsreduzierung f\u00fchren kann. Zum Beispiel sind die Adipositasraten bei CannabiskonsumentInnen niedriger als bei Nicht-KonsumentInnen. Eine Studie ergab, dass M\u00e4use, denen THC verabreicht wurde, bei einer fettreichen Ern\u00e4hrung weniger Gewicht zulegten als Kontrollgruppen. Tats\u00e4chlich schien das THC das Darmbiom der M\u00e4use zu ver\u00e4ndern: Es ver\u00e4nderte sich von einem Adipositas-Profil zu einem Profil gesunder M\u00e4use.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Endocannabinoid-System scheint auch wichtige <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S0002934306013623\">Stoffwechselfunktionen<\/a> im Zusammenhang mit Glukoseintoleranz, Insulinresistenz, dem Triglycerid- und dem Cholesterinspiegel zu modulieren. Wenn wir genau verstehen w\u00fcrden, wie das alles zusammenh\u00e4ngt, k\u00f6nnte es zu gro\u00dfen Durchbr\u00fcchen in der Forschung zu Diabetes, \u00dcbergewicht und dem metabolischen Syndrom kommen, aber dazu bedarf es noch weiterer Forschung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eines ist jedoch klar: Das Endocannabinoid-System spielt eine gro\u00dfe Rolle bei der Hom\u00f6ostase unseres Energieverbrauchs.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Immunantwort&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Endocannabinoid-System wurde auch hinsichtlich seiner Rolle bei der Aufrechterhaltung der Hom\u00f6ostase des Immunsystems untersucht. Insbesondere haben sich die WissenschaftlerInnen mit der Rolle des Endocannabinoids Anandamid bei der <a href=\"https:\/\/www.pnas.org\/content\/114\/19\/5005\">Aufrechterhaltung der Darmgesundheit<\/a> besch\u00e4ftigt. Das Immunsystem des Darms muss in der Lage sein, fremde Antigene (Substanzen, die in der Regel eine Immunantwort ausl\u00f6sen w\u00fcrden) zu vertragen, um die Verdauung zu erm\u00f6glichen, aber dieser Prozess wird derzeit noch nicht vollst\u00e4ndig verstanden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">WissenschaftlerInnen haben jedoch k\u00fcrzlich festgestellt, dass Anandamid zu diesem Prozess beitr\u00e4gt. Wenn Anandamid vom K\u00f6rper produziert wird und sich mit dem CB2-Rezeptor verbindet, f\u00fchrt es zu einer Erh\u00f6hung der Anzahl der CX3CR1hi-Makrophagen (immunsuppressive wei\u00dfe Blutk\u00f6rperchen). Durch die F\u00f6rderung solcher immunsuppressiver wei\u00dfer Blutk\u00f6rperchen kann Anandamid dazu beitragen, die Hom\u00f6ostase im Darm und in der Bauchspeicheldr\u00fcse aufrechtzuerhalten \u2013 auch wenn Antigene vorhanden sind. Obwohl wir noch einen langen Weg vor uns haben, um die Rolle des Endocannabinoid-Systems bei der Hom\u00f6ostase des Immunsystems zu verstehen, zeigen diese Ergebnisse, dass es zumindest teilweise an diesem Prozess beteiligt ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Emotionale Hom\u00f6ostase&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">WissenschaftlerInnen haben auch festgestellt, dass das Endocannabinoid-System entscheidend an der <a href=\"https:\/\/europepmc.org\/abstract\/med\/19929814\">Regulierung von Emotionen und der Stressantwort<\/a> beteiligt ist. Betrachten wir zum Beispiel, wie Cannabiskonsum Angst und Panikreaktionen beeinflussen kann. Bei niedrigen Dosen bewirkt Cannabis in der Regel Entspannung, w\u00e4hrend es bei hohen Dosen Angst, Paranoia oder Panik verursachen kann. Diese Effekte werden als biphasisch bezeichnet, was bedeutet, dass dieselbe Substanz unter verschiedenen Bedingungen entgegengesetzte Effekte hervorrufen kann. Biphasische Effekte sind bei Cannabis \u00fcblich (wie wir sie bei Gewichtsverlust und Gewichtszunahme gesehen haben) und treten oft dosisabh\u00e4ngig auf.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Stimulation von CB1-Rezeptoren entweder Entspannung oder Angst hervorrufen kann, hat sich gezeigt, dass das <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC3136184\/\">Blockieren von CB1-Rezeptoren<\/a> zu starken Angstgef\u00fchlen f\u00fchrt. Wie wir oben in der klinischen Studie mit Rimonabant gesehen haben, wurden die CB1-Rezeptoren blockiert, um den Appetit zu z\u00fcgeln, was jedoch zu schweren Stimmungsst\u00f6rungen wie Angst und Depression f\u00fchrte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir also eine zu starke Endocannabinoid-Aktivierung (zum Beispiel wenn PatientInnen hohe Mengen an THC einnehmen) oder eine zu schwache Endocannabinoid-Aktivierung haben (zum Beispiel wenn die CB1-Rezeptoren blockiert werden), wird unsere emotionale Hom\u00f6ostase abgeschaltet. Daher kann die Aufrechterhaltung eines <a href=\"https:\/\/europepmc.org\/abstract\/med\/19929814\">Gleichgewichts der Endocannabinoid-Aktivierung<\/a> der Schl\u00fcssel zur psychologischen Gesundheit und Stabilit\u00e4t sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies sind nur einige Beispiele daf\u00fcr, wie das Endocannabinoid-System hilft, die Hom\u00f6ostase im K\u00f6rper aufrechtzuerhalten \u2013 und es gibt noch viele weitere Mechanismen. Dar\u00fcber hinaus hat die Forschung zu diesem wichtigen Thema gerade erst begonnen und in Zukunft werden wir sicherlich besser verstehen, wie genau die Hom\u00f6ostase vom Endocannabinoid-System abh\u00e4ngt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Einfluss von Cannabis auf die Hom\u00f6ostase&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da wir nun wissen, dass das Endocannabinoid-System bei der Aufrechterhaltung unserer Hom\u00f6ostase hilft, sollten wir auch hinterfragen, welche Auswirkungen der Cannabiskonsum auf diesen Prozess haben k\u00f6nnte. Schlie\u00dflich aktivieren die Cannabinoide in Cannabis dieses wichtige System auf die gleiche Weise wie nat\u00fcrliche Endocannabinoide, so dass es wahrscheinlich zu einigen Effekten kommen wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"667\"  srcset=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB4bWxucz0naHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmcnIHZpZXdCb3g9JzAgMCAxIDEnPjwvc3ZnPg== 100w\" src=\"https:\/\/dist.cannigma.com\/2019\/11\/Marijuana-products.jpg\" alt=\"Produkte\" class=\"wp-image-6804 lazyload \"\/ data-srcset=\"https:\/\/dist.cannigma.com\/2019\/11\/Marijuana-products.jpg\" alt=\"Produkte\" class=\"wp-image-6804\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und in der Tat zeigen die vielen Wirkungen von Cannabis, sowohl medizinische als auch nachteilige, dass Cannabis uns auf viele Arten beeinflussen kann. In Bezug auf die Aufrechterhaltung der Hom\u00f6ostase k\u00f6nnte Cannabis eine Hilfe sein, aber es k\u00f6nnte auch Schaden anrichten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei gesunden Menschen wirkt das Endocannabinoid-System bereits an der Aufrechterhaltung der Hom\u00f6ostase mit. Wer nun noch mehr Cannabinoide einnimmt, k\u00f6nnte das innere Gleichgewicht seines K\u00f6rpers st\u00f6ren. was wie oben beschrieben zu Angst, Gewichtszunahme usw. f\u00fchren kann- Dies kann zum Teil darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, dass ein zu hoher Cannabinoidspiegel auch zu einer <a href=\"https:\/\/europepmc.org\/abstract\/MED\/20952498\">Desensibilisierung der Endocannabinoid-Rezeptoren<\/a> f\u00fchren kann, was im Laufe der Zeit die nat\u00fcrliche Funktion der Endocannabinoide beeintr\u00e4chtigen kann.<a href=\"https:\/\/europepmc.org\/abstract\/MED\/20952498\">&nbsp;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus kann die St\u00f6rung der Hom\u00f6ostase durch Cannabis auch Auswirkungen haben, die man vielleicht nicht sofort sp\u00fcrt, aber die schwere Folgen nach sich ziehen k\u00f6nnen. Forscher haben festgestellt, dass Cannabiskonsum w\u00e4hrend der Schwangerschaft die <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/30659320\">Hom\u00f6ostase der Plazenta<\/a> beeinflussen kann, indem er den nat\u00fcrlichen Anandamidspiegel und die damit verwandten Enzyme st\u00f6rt. Dies kann zu Ver\u00e4nderungen der normalen Plazentaentwicklung und des fetalen Wachstums f\u00fchren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denken Sie also immer daran, dass es beim Endocannabinoid-System ums Gleichgewicht geht. Das hei\u00dft, zu viel kann genauso schlecht sein wie zu wenig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;Wenn das Endocannabinoid-System unzureichend arbeitet und nicht gen\u00fcgend Endocannabinoide gibt, bringt auch das unser System aus dem Gleichgewicht. In j\u00fcngster Zeit wurde eine Reihe von gesundheitlichen Problemen mit einer beeintr\u00e4chtigten Funktion der Endocannabinoide in Verbindung gebracht. Laut den Forschern, die dieses Ph\u00e4nomen untersucht haben, k\u00f6nnte in vielen dieser F\u00e4lle die Einnahme von Cannabis von <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC5576607\/\">Vorteil<\/a> sein und das Endocannabinoid-Rezeptorsignal wieder auf ein gesundes Niveau bringen. In diesem Fall k\u00f6nnte der Cannabiskonsum also tats\u00e4chlich dazu beitragen, das Gleichgewicht wiederherzustellen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Sie erw\u00e4gen, Cannabis f\u00fcr Ihre eigenen medizinischen Bed\u00fcrfnisse zu verwenden, wenden Sie sich am besten an einen Cannabinoid-Facharzt. Sie k\u00f6nnen gemeinsam mit Ihnen entscheiden, ob Cannabis f\u00fcr Ihre spezielle Situation geeignet ist.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Sie sich schon ein bisschen mit Cannabis besch\u00e4ftigt haben, sind Sie sicherlich auch dem Endocannabinoid-System begegnet. 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