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Kann Cannabis bei Lupus helfen?

von Sarah Pritzker

Sep 22, 2019

Überblick

Cannabis wurde im Laufe der Menschheitsgeschichte gern zur Linderung von Entzündungen und Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Darüber hinaus zeigt die Forschung, dass das körpereigene Endocannabinoid-System die Immunfunktion reguliert und eine Rolle bei der Entstehung und Unterdrückung von Autoimmunerkrankungen, einschließlich Lupus, spielen kann.

Diese Interaktion liefert eine plausible Erklärung dafür, warum einige Lupus-Betroffene Linderung durch Cannabis finden. Was ist der Zusammenhang zwischen dem Endocannabinoid-System und Lupus? Kann Cannabis eine natürliche Alternative oder Ergänzung zu Arzneimitteln sein? Was Sie wissen müssen:

Das Endocannabinoid-System

Das Endocannabinoid-System (ECS) besteht aus Endocannabinoiden, ihren Rezeptoren und den Enzymen, die sie synthetisieren und abbauen. Es hilft unserem Körper, einen gesunden Gleichgewichtszustand (Homöostase) aufrechtzuerhalten. Erst in den 90er Jahren entdeckt, spielt dieses System eine wichtige Rolle für die menschliche Gesundheit und reguliert die Immunfunktion, Stimmung, Kognition, Schmerz, Schlaf, Stoffwechsel und andere wichtige Prozesse. 

Die Hauptkomponenten des Endocannabinoid-Systems sind die Endocannabinoide Anandamid und 2-AG, die bei Bedarf im Körper produziert werden. Diese Verbindungen wirken über zwei Cannabinoid-Rezeptoren: CB1- und CB2-Rezeptoren. Während CB1-Rezeptoren reichlich im zentralen Nervensystem vorhanden sind, kommen CB2-Rezeptoren vor allem in Immunzellen vor, was die Rolle des Endocannabinoid-Systems bei der Regulierung des Immunsystems unterstreicht.

Diese Rezeptoren interagieren auch mit Phytocannabinoiden (pflanzlichen Cannabinoiden) wie CBD und THC, was erklärt, wie Cannabis Prozesse im Körper beeinflussen kann.

Immunfunktion

Das Endocannabinoid-System spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Immunfunktion und damit der Entstehung oder Unterdrückung von Entzündungen.

Vor allem Endocannabinoide beeinflussen nachweislich das Wachstum und Überleben von Immunzellen, die Produktion von proinflammatorischen Zytokinen, die Aktivierung von Immunzellen und die Migration von Entzündungszellen. Zusammengenommen sind diese Effekte besonders nützlich, um eine übermäßige Aktivierung und Entzündung des Immunsystems, was Autoimmunerkrankungen charakterisiert, zu reduzieren.

Tatsächlich zeigen jüngste Forschungsergebnisse, dass das Endocannabinoid-System an Erkrankungen beteiligt ist, die mit Autoimmunität und Entzündungen einher gehen, wie zum Beispiel Multiple Sklerose, Zöliakie und rheumatoide Arthritis.

Eine Studie ergab zum Beispiel, dass Menschen mit Multipler Sklerose im Vergleich zu gesunden Probanden einen höheren Anandamidspiegel im Gehirn hatten. Ähnliches kam 2008 in einer Studie mit Arthritispatienten heraus: Sie alle hatten einen erhöhten Anandamid- und 2-AG-Spiegel in ihrer Gelenkflüssigkeit.

Schließlich ergab eine Studie aus dem Jahr 2013 bei Menschen mit Zöliakie, dass sie in den Teilen des Verdauungstraktes, die von der Erkrankung betroffen waren, einen höheren Gehalt an CB1- und CB2-Rezeptoren hatten und dass sich diese Werte in der Erholungsphase der Erkrankung wieder normalisierten. 

Das Endocannabinoid-System & Lupus

Studien, die sich speziell mit dem Endocannabinoid-System bei LupuspatientInnen befassen, sind rar. Dies ist zum großen Teil darauf zurückzuführen, dass die Forschung zu Cannabis bis vor Kurzem weltweit aufgrund seines rechtlichen Status so gut wie verboten war. 

In der einzigen großen Studie zu diesem Thema wurde der Endocannabinoid-Spiegel von gesunden Menschen und Menschen mit Lupus verglichen. Dabei kamen zwei wichtige Ergebnisse heraus:

  • Menschen mit Lupus hatten einen erhöhten 2-AG-Spiegel, dem wichtigsten Endocannabinoid, das an CB2-Rezeptoren bindet.
  • Es gab einen Zusammenhang zwischen einem höheren 2-AG-Spiegel und einer geringeren Krankheitsaktivität, was darauf hindeutet, dass das Endocannabinoid-System den Lupus effektiv unterdrückt.

Die Forscher in dieser Studie kamen zu dem Schluss, dass „unsere Daten bestätigen, dass das Endocannabinoid-System Entzündungsreaktionen und Autoimmunität entscheidend moduliert, was ein Nachweis für den Nutzen cannabisbasierter Medikamente zur Unterstützung des Immunsystems darstellt“.

Aktuelle Daten deuten darauf hin, dass dieses System eine wichtige Rolle bei der Kontrolle von Entzündungen und der Immunreaktion spielt und dass die gezielte Anwendung von cannabisbasierten Medikamenten eine vielversprechende Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie Lupus ist.

Nun sind weitere Studien zur Beteiligung des Endocannabinoid-Systems am Lupus erforderlich, vor allem angesichts dessen, dass Lupus bis heute nicht besonders erfolgreich behandelt werden kann. 

Cannabis & Lupus

Es gibt wenig Studien zur Verwendung von medizinischem Cannabis bei LupuspatientInnen. Tatsächlich gibt es in diesem Bereich derzeit nur eine aktive klinische Studie, die sich mit der Wirkung von JBT-101 (Lenabasum), einem synthetischen Cannabinoid-Präparat, bei LupuspatientInnen befasst. 

In dieser Studie wird untersucht, ob dieses cannabisbasierte Medikament die mit Lupus einhergehenden Schmerzen und Entzündungen lindern kann, indem es die überaktive Immunantwort, die die Krankheit verursacht, beruhigt. Mit JBT-101 wurden bereits in anderen Studien zu entzündlichen und immunbezogenen Erkrankungen, einschließlich Mukoviszidose und systemischer Sklerose, positive Ergebnisse erzielt.

Es gibt noch viel mehr Hinweise darauf, dass Cannabis die Hauptsymptome des Lupus, nämlich Entzündungen und Schmerzen, lindern kann.

Die entzündungshemmenden Eigenschaften von THC, CBD und anderen cannabisbasierten Präparaten wurden bereits in Tiermodellen und einigen Humanstudien an Menschen mit Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose, rheumatoider Arthritis, Kolitis und Hepatitis nachgewiesen

Eine Studie aus dem Jahr 2006 ergab zum Beispiel, dass das Cannabismedikament Sativex die durch eine rheumatoide Arthritis (RA) verursachten Schmerzen reduziert. Diese Studie ist besonders relevant, da sowohl Lupus als auch RA durch Gelenkschmerzen und Entzündungen, die von einem überaktiven Immunsystem verursacht werden, gekennzeichnet sind.

Ebenso wurden die schmerzlindernden Wirkungen von Cannabis in Dutzenden von Humanstudien berichtet. Vor allem in einer systematischen Rezension aus dem Jahr 2015 von 28 klinischen Studien zum Cannabinoidkonsum bei chronischen Schmerzen kamen die Autoren zu dem Schluss, dass es „mäßig gute Belege für den Nutzen von Cannabinoiden bei der Behandlung chronischer Schmerzen gibt“. Diese Belege sind so stark, dass chronische Schmerzen die häufigste Bedingung für die Verschreibung von medizinischem Cannabis sind.

Darüber hinaus belegen weitere Forschungsergebnisse, dass Cannabis auch die Begleiterscheinungen des Lupus, wie Kopfschmerzen, epileptische Anfälle und Übelkeit, lindern kann.

Schließlich gibt es Einzelfallberichte von LupuspatientInnen, die sich durch den Konsum von Cannabis selbst Abhilfe geschaffen haben. Obwohl es sich hierbei nicht um streng durchgeführte klinische Studien handelt, stellen diese Berichte für LupuspatientInnen mit stark einschränkenden Schmerzen in den Gelenken und anderen Körperteilen einen Hoffnungsschimmer dar. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass weitere Studien erforderlich sind, um zu untersuchen, ob Cannabis den Lupus lindern kann. Es gibt jedoch viele Hinweise darauf, dass Cannabis Schmerzen und Entzündungen lindern kann, auch wenn die zugrunde liegende Ursache eine Autoimmunerkrankung ist.

Nebenwirkungen

Die wichtigsten Nebenwirkungen von Cannabis sind psychoaktiver Natur und umfassen Gedächtnisstörungen, Angstzustände, Euphorie und Paranoia. 

Nebenwirkungen

Diese Nebenwirkungen sind einer der Hauptgründe, warum viele Menschen auf Präparate mit hohem CBD-Gehalt (dem nicht-psychoaktiven Cannabinoid) zurückgreifen. Obwohl alle Arten von Cannabis kleinere Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Müdigkeit, Mundtrockenheit und Appetitveränderungen verursachen können, treten sie je nach Sorte häufiger oder seltener auf. Cannabis ist jedoch im Allgemeinen eine sichere Substanz, die seit Tausenden von Jahren verwendet wird, und seine Nebenwirkungen sind im Vergleich zu vielen anderen Arzneimitteln zur Behandlung von Lupus, wie NSAIDs, Kortikosteroiden und Immunsuppressiva, mild. Außerdem sind sie bei chronischen Schmerzen eine attraktivere Alternative als die weit verbreiteten Opiate, die in vielen Ländern zu einer Opiatabhängigkeit mit epidemieartigen Ausmaßen geführt haben.

Legaler Konsum

Nur wenige Länder mit Programmen für medizinisches Cannabis betrachten Lupus als qualifizierende Voraussetzung zur Verschreibung von Cannabis. Beispielsweise steht Lupus derzeit nur in drei US-Bundesstaaten auf der Liste der gültigen Indikationen.

Nichtsdestotrotz betrachten die meisten Länder und Bundesstaaten mit Programmen für medizinisches Cannabis chronische Schmerzen und Übelkeit als qualifizierende Voraussetzung. Wenn der Lupus so schwer ist, dass er diese Symptome verursacht, können Betroffene also doch ein Rezept bekommen, auch wenn Lupus selbst nicht namentlich aufgeführt ist.

Theoretisch kann man in Kanada, Deutschland, den Niederlanden und vielen anderen Ländern mit Programmen für medizinisches Cannabis Zugang zu Cannabis zur Behandlung von Lupus erhalten. Einige Programme, wie beispielsweise die in Großbritannien, sind jedoch restriktiver. 

In den USA kann man in drei Bundesstaaten medizinisches Cannabis gegen Lupus einnehmen: in Illinois, Hawaii und New Hampshire. 

Darüber hinaus kann man im District of Columbia und in folgenden 30 Bundesstaaten ein Rezept für medizinisches Cannabis bei lupusbedingten chronischen Schmerzen oder Übelkeit erhalten: Alaska, Arizona, Arkansas, Kalifornien, Colorado, Connecticut, Delaware, Florida, Louisiana, Maine, Maryland, Massachusetts, Michigan, Missouri, Montana, Nevada, New Jersey, New Mexico, New York, North Dakota, Ohio, Oklahoma, Oregon, Pennsylvania, Rhode Island, Washington, West Virginia, Utah und Vermont.

Fazit

Die Forschung zum Zusammenhang zwischen Lupus und dem Endocannabinoid-System steht noch ganz am Anfang und es ist noch zu früh, um ein endgültiges Fazit zu ziehen. 

Dennoch wissen wir, dass das ECS an einer gesunden Immunfunktion beteiligt ist und dass die gezielte Anwendung von cannabisbasierten Präparaten eine Linderung der lupusbedingten Entzündungen und Schmerzen bieten kann.

Darüber hinaus zeigt die Forschung, dass Cannabis auch bei anderen Symptomen des Lupus helfen kann, wie Kopfschmerzen, epileptischen Anfällen und Übelkeit.

Obwohl diese Belege allein nicht stark genug sind, damit Ärzte bei Lupus Cannabis empfehlen können, stellen sie für PatientInnen eine alternative Behandlungsform dar, besonders wenn Standardmedikamente nicht wirken oder schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen.

Haftungsausschluss

Inhalte auf The Cannigma dienen nur zu Informationszwecken. Sie sind kein Ersatz für professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Vor Beginn einer Behandlung mit Cannabis sollten Sie sich immer von einem Arzt mit Erfahrung mit medizinischem Cannabis beraten lassen.

Über Lupus

Überblick

Lupus ist eine Autoimmunerkrankung. Sie tritt auf, wenn das körpereigene Immunsystem die eigenen Organe und Gewebe anstelle von Keimen, Infektionen und Fremdkörpern angreift. Lupus ist eine systemische Erkrankung, d.h., dass er fast jeden Teil des Körpers befallen kann, einschließlich Haut, Gelenke, Knochen, Muskeln, Herz, Lunge und Gehirn. 

Der Name „Lupus“ kommt von dem starken Ausschlag, der mit dieser Erkrankung oft einhergeht und wie eine Wolfsmaske aussieht. „Lupus“ ist das lateinische Wort für „Wolf“.

Es gibt verschiedene Arten von Lupus, aber die häufigste ist der systemische Lupus erythematodes (SLE). Etwa 70% aller Lupusfälle sind SLE und damit die schwerste Form des Lupus. Andere Lupusarten sind:

  • Kutaner Lupus erythematodes, bei dem die Haut betroffen ist.
  • Medikamenteninduzierter Lupus, verursacht durch die Einnahme bestimmter Medikamente, der sich auflöst, sobald die Einnahme des Medikaments gestoppt wird.
  • Neonataler Lupus, der Babys von Frauen mit Lupus betrifft und in der Regel nach etwa 6 Monaten verschwindet.

Lupus ist eine relativ seltene Krankheit. Schätzungen zufolge erkranken in Deutschland 36,7 von 100 000 in Einwohnern am systemischen Lupus  und einem Verhältnis von Frauen zu Männern von 4 zu 1.   5 Millionen Menschen weltweit erkranken an Lupus. Jedes Jahr werden ca. 16.000 neue Fälle gemeldet.

Symptome

Jeder Lupus ist anders. Manche Menschen haben anhaltend schwere Symptome, aber die meisten Menschen haben leichte Symptome und Perioden, in denen sich die Symptome kurzzeitig verschlimmern. Die Symptome können allmählich oder sehr plötzlich auftreten. 

Die häufigsten Symptome bei Lupus sind:

  • Ein ausgeprägter schmetterlingsförmiger Ausschlag auf den Wangen und dem Nasenrücken und/oder ein schuppiger Ausschlag auf Gesicht, Hals, Ohren, Kopfhaut und/oder Brust.
  • Gelenkschmerzen (Arthralgie) in jedem Gelenk des Körpers.
  • Dauerhafte Müdigkeit, stärker als „normale“ Müdigkeit, die auch durch Ausruhen nicht besser wird.
  • Lichtempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht und Kunstlicht und die Kopfschmerzen, Müdigkeit und Ausschlag verursacht.
  • Fieber 
  • Haarausfall
  • Trockene Augen 
  • Atembeschwerden, Brustschmerzen, Kurzatmigkeit und/oder stechende Schmerzen in der Brust beim Atmen, Lachen, Niesen oder Husten. Manchmal wird dieser Brustschmerz durch eine Entzündung des Rippen- oder Brustfells (Pleuritis) oder eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis) verursacht.

Lupuserkrankte können auch Nierenprobleme wie eine Nephritis (Entzündung der Niere) mit hohem Blutdruck, Blut im Urin, schaumigem Urin und geschwollenen Beinen entwickeln. 

Weiterhin kann Lupus folgende Probleme verursachen:

  • Gedächtnisprobleme und Verwirrung
  • Entzündungen der Mundschleimhaut, die oft keine Schmerzen verursachen und nicht wie normale Entzündungen aussehen
  • Bluterkrankungen wie Anämie, niedrige Anzahl an Blutplättchen, niedrige Anzahl an weißen Blutkörperchen und häufige Blutgerinnsel.
  • Reynaud-Krankheit, bei der die Finger und Zehen bei Kälte rot oder blau werden

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn Sie einen unerklärlichen Ausschlag, Fieber, anhaltende Müdigkeit oder lang andauernde Kopf- und Gliederschmerzen haben, sollten Sie zum Arzt gehen.

Diagnose

Da Lupus sehr mild oder lebensbedrohlich verlaufen kann und die Symptome kommen und gehen, kann die genaue Diagnose des Lupus manchmal eine Herausforderung darstellen. Obwohl der Schmetterlingsausschlag sehr charakteristisch ist, entwickeln ihn viele Lupuserkrankte überhaupt nicht. Die beiden am häufigsten auftretenden Symptome sind Müdigkeit und Gelenkschmerzen, die auch Anzeichen für eine Arthritis, chronisches Fatigue-Syndrom oder Stress sein können, was die Identifizierung erschwert. 

Ihr Arzt wird mit einer vollständigen medizinischen Untersuchung beginnen, Ihre Gelenke sorgfältig prüfen und nach all Ihren Symptomen und Ihrer Krankengeschichte fragen. Wenn er Lupus vermutet, wird er Sie wahrscheinlich an einen Rheumatologen verweisen, der mehr Erfahrung mit der Diagnose dieser Krankheit hat. 

 

Um die Diagnose zu stellen, wird Ihr Arzt wahrscheinlich einige oder alle dieser Tests durchführen:

 

  • Blut- und Urintests, um zu überprüfen, ob Ihre Nieren und Leber richtig funktionieren. 
  • Ein großes Blutbild, um die Anzahl Ihrer roten und weißen Blutkörperchen und Blutplättchen zu überprüfen. 
  • Eine Biopsie eines kleinen Gewebestückchens aus dem betroffenen Bereich. Wenn bei aktiver Symptomatik eine Probe aus den Nieren oder direkt aus einer vom Ausschlag betroffenen Stelle entnommen wird, kann der Lupus sicher diagnostiziert werden.
  • Ein Bluttest auf antinukleäre Antikörper (ANA) erkennt Gruppen von Autoantikörpern, die sich bei Lupus im Blutkreislauf befinden. Wenn der ANA-Test positiv ist, werden weitere Tests auf bestimmte Antikörper wie zum Beispiel Antiphospholipid-Antikörper, die üblicherweise bei Lupus vorkommen, durchgeführt.
  • Bei einem Test auf Komplementproteine wird der Gehalt an Komplementproteinen gemessen, da dieser bei Lupus oft reduziert ist. 
  • Messung der Blutsenkungsreaktion (BSR) und des C-reaktiven Proteins (CRP), die beide bei Lupus oft erhöht sind.

Ursachen

Es gibt keine einzelne Ursache für Lupus. Er scheint durch eine Kombination aus genetischer Wahrscheinlichkeit und hormonellen oder umweltbedingten Auslösern verursacht zu werden. Nicht jeder Mensch mit genetischer Tendenz zum Lupus und auch nicht jeder Mensch, der den gleichen Umweltauslösern ausgesetzt ist, entwickelt ihn. 

Dies sind einige der häufigsten Ursachen und Risikofaktoren für Lupus:

  • Genetik. Wenn Sie einen nahen Verwandten mit Lupus oder einer ähnlichen Autoimmunerkrankung haben, ist es wahrscheinlicher, dass Sie diese Erkrankung auch entwickeln.
  • Geschlecht. Weit mehr Frauen als Männer haben Lupus. Die meisten Frauen, die Lupus bekommen, entwickeln ihn kurz nach der Pubertät, während der Schwangerschaft und bis zur Menopause. Im Allgemeinen sind Frauen anfälliger für Autoimmunerkrankungen – das gilt auch für Lupus. 
  • Alter. Lupus wird am häufigsten im Alter von 15 bis 45 Jahren diagnostiziert. 
  • Rasse und Ethnie. Menschen mit afro-karibischer Abstammung bekommen am ehesten Lupus, gefolgt von Menschen mit asiatischer und europäischer Abstammung. 
  • Auch Sonnenlicht kann bei Menschen Lupus auslösen.
  • Einige Infektionen, wie das Epstein-Barr-Virus, können Lupus provozieren oder einen Rückfall verursachen.
  • Bestimmte Medikamente, wie Antibiotika, Blutdruckmittel und einige Epilepsie-Medikamente können Lupus verursachen. Normalerweise lösen sich die Symptome auf, sobald Sie die Einnahme dieser Medikamente stoppen. 
  • Auch Umweltgifte wie Kieselsäure, Schwermetalle, Lösungsmittel und Pestizide können Lupus auslösen.

Behandlung

Lupus wird am häufigsten mit einer Kombination aus Medikamenten, Ernährung und Lebensstilveränderung behandelt, so dass der Patient weiterhin das gleiche produktive Leben führen kann wie der Rest der Menschheit. Gelegentlich flackert der Lupus sehr stark auf, aber meistens haben Menschen mit Lupus nur leichte Symptome. 

Medikamente gegen Lupus

    • Nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAIDs) sind bei Lupus die erste Wahl. Sie können rezeptfreie NSARs wie Ibuprofen oder Naproxennatrium einnehmen oder stärkere Mittel verschrieben bekommen. NSAIDs reduzieren die schmerzhafte Entzündung im Körper, die der Lupus verursacht.
    • Kortikosteroide umfassen Prednison, Prednisolon und Methylprednisolon. Sie wirken schnell und reduzieren Entzündungen drastisch, so dass sie oft eingesetzt werden, wenn der Lupus schwere Schäden an Gehirn oder Nieren verursacht. Sie können jedoch starke Nebenwirkungen haben, so dass Sie sie nur für einen kurzen Zeitraum einnehmen können. 
    • Krankheitsmodifizierende Antirheumatika wie Methotrexat, Hydroxychloroquin und Sulfasalazin können das Fortschreiten des Lupus verhindern, die Gelenkschäden verlangsamen und den Krankheitsverlauf verändern. 
    • Immunsuppressiva sind Chemotherapeutika, die die Arbeit des Immunsystems verlangsamen, so dass es nicht so viel Schaden am Körper anrichtet. Sie werden verwendet, um schwere Organschäden zu stoppen, aber sie können Sie auch sehr anfällig für andere Infektionen machen und bei Frauen Unfruchtbarkeit verursachen. 

 

  • Auch biologische Therapien wie Benlysta, das im April 2019 von der Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der USA für Lupus zugelassen wurde, werden ebenfalls verstärkt verschrieben. 

 

Lebensstil und Ernährung

Wenn man kann, sollte man sich regelmäßig bewegen, um die Gelenke geschmeidig zu halten und die Muskelkraft zu verbessern. Flackert der Lupus jedoch stark auf, sollte man eher Ruhe halten, damit sich die Gelenke erholen können. 

Menschen mit Lupus wird in der Regel empfohlen, sich ausgewogen mit Obst und Gemüse, Vollkorn und mageren Eiweißen zu ernähren und verarbeitete Lebensmittel und solche mit hohem Fettgehalt zu vermeiden. 

Auch direktes Sonnenlicht sollte vermieden werden und wer in die Sonne geht, sollte sich bedecken, da Licht ein Aufflackern auslösen kann. Außerdem ist es äußerst empfehlenswert, mit dem Rauchen aufzuhören. 

Alternative Behandlungsmethoden

Viele Menschen mit Lupus nehmen Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate ein, um ihre Lupussymptome zu verringern und ihre allgemeine Gesundheit zu fördern. Omega-3-Fettsäuren in Fischöl sind wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung beliebt, ebenso Antioxidantien wie Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E und Beta-Carotin. 

Auch Kalziumpräparate werden manchmal empfohlen, zusammen mit Dehydroepiandrosteron-Präparaten, die bei Müdigkeit und Muskelschmerzen helfen können. 

CBD-Öle und CBD-haltige Lebensmittel enthalten Cannabidiol, ein Extrakt aus der Cannabispflanze, das helfen kann, die Symptome und Schmerzen durch den Lupus zu lindern.

Komplikationen

Unbehandelt und in einigen seltenen Fällen trotz Behandlung kann Lupus zu schweren Komplikationen führen und sogar tödlich verlaufen. Zu den Komplikationen von Lupus gehören im Allgemeinen:

  • Ein höheres Risiko für die Entwicklung von Krebs
  • Allgemeine Anfälligkeit für Infektionskrankheiten, weil Lupus die Fähigkeit des Immunsystems zur Infektionsbekämpfung beeinträchtigt und die Behandlungen das Immunsystem schwächen können.
  • Komplikationen in der Schwangerschaft, u. a. ein viel höheres Risiko für Fehlgeburten, Präeklampsie und Frühgeburten.
  • Absterben von Knochengewebe (avaskuläre Nekrose), wenn der Knochen aufgrund einer schlechten Blutversorgung des Knochens abstirbt.

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