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Kann Cannabis beim chronischem Müdigkeitssyndrom helfen?

von Jessica McKeil

Sep 22, 2019

Überblick

Das chronische Müdigkeitssyndrom (engl. Chronic Fatigue Syndrome, CFS), auch als myalgische Enzephalomyelitis (ME) bekannt, ist eine noch wenig erforschte Erkrankung mit verschiedenen Ursachen. Enttäuscht von dem Mangel an konventionellen (oder wirksamen) Therapiemethoden, wenden sich viele PatientInnen medizinischem Cannabis und anderen experimentellen Ansätzen zu.

Klinische oder vorklinische Forschungsstudien, die den Einsatz von Cannabis bei CFS/ME untersuchen, gibt es bisher nicht. Laut Informationen der medizinischen Bibliothek „US National Library of Medicine“ werden aktuell auch keine klinischen Studien zu diesem Thema durchgeführt. Grund dafür könnte der rechtliche Status von Cannabis in den USA und weltweit sein, der das Durchführen von Studien maßgeblich erschwert.

Viele Patienten mit CFS/ME probieren viele verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, doch sehen wenig Erfolg. Aus dieser Frustration heraus finden manche ihren Weg zum medizinischen Cannabis. Es scheint tatsächlich so, dass Cannabis für CFS-Patienten eine gewisse Hoffnung birgt, doch ist es noch ein weiter Weg, bevor dies klinisch untersucht werden kann.

Das Endocannabinoid-System

Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein Netzwerk von Rezeptoren und natürlichen, chemischen Botenstoffen in unserem Körper. Es sorgt für die Steuerung der Reaktionen auf äußere und innere Reize.

Das ECS ist eine relativ neue Entdeckung in der Medizin. Wissenschaftler nehmen an, dass es für die Regulierung vieler wichtiger physiologischer Prozesse verantwortlich ist, einschließlich Stress, Appetit, Schmerz, Entzündung, Gedächtnis und Stimmung. Die Hauptfunktion eines gesunden und vollständig funktionierenden Endocannabinoid-Systems ist es, die „Homöostase“ zu regulieren – den Körper und Geist in einem stabilen Gleichgewicht zu halten.

Der Zusammenhang zwischen dem Endocannabinoid-System und dem chronischen Müdigkeitssyndrom ist unklar. Es wird noch immer an den Ursachen und biologischen Prozessen der Erkrankung geforscht. Ohne dieses grundlegende Wissen lassen sich kaum Schlussfolgerungen ziehen.

Was man aktuell über CFS/ME und Endocannabinoide weiß beruht letztendlich auf den vielen Theorien über diese Krankheit. Ganz oben auf der Liste stehen Störungen des Immunsystems sowie Fehlregulationen des Zentralnervensystems. 

Andere Theorien ranken sich um eine Fehlfunktion der Stressregulation und ein Ungleichgewicht der Darmflora. Viele dieser wissenschaftlichen Spekulationen bewegen sich also in dem Bereich physiologischer Prozesse, die zumindest teilweise durch das Endocannabinoid-System reguliert werden, wie das Immunsystem, Stressreaktion und das Zentralnervensystem. Da ist es nicht verwunderlich, dass das ECS einen populären Ansatz zur Behandlung von CFS/ME darstellt. 

Die schiere Anzahl und Vielfalt der Theorien über die chronische Müdigkeit impliziert, dass sich niemand über eine Grundursache im Klaren ist. Im Moment können wir nur Vermutungen anstellen, die auf den verfügbaren Erkenntnissen basieren.

Behandlung mit Cannabis

Da keine Studien zu Cannabis als Therapiemethode bei CFS/ME verfügbar sind, werden Erkenntnisse am besten aus den Wirkweisen von Cannabis auf die Symptome der Erkrankung gewonnen. Das heißt, man untersucht, wie Cannabis bei krankheitsbedingten depressiven Verstimmungen, bei Autoimmunstörungen und der Linderung von Schmerzen helfen kann. Für jeden dieser Bereiche gibt es bereits konventionelle Ansätze im Kampf gegen CFS/ME. So lohnt es sich herauszufinden, inwieweit auch Cannabis in diesen Bereichen wirksam sein kann.

Depressionen hängen häufig mit CFS/ME zusammen. Die aktuelle Meinung über die Vorteile und Risiken von Cannabis zur Unterstützung dieser Stimmungsstörung ist gemischt und das Thema wenig verstanden. Patientenbefragungen berichten immer wieder von Depressionen als Hauptgrund für den medizinischen Cannabis-Konsum, aber es gibt auch Hinweise darauf, dass ein starker Cannabis-Konsum im Jugendalter das Risiko einer Depression im späteren Leben erhöhen kann. 

Als eines der drei möglichen von CFS/ME betroffenen Systeme, ist das Immunsystem ein wichtiger therapeutischer Ansatz. Eine Autoimmunerkrankung, die auftritt, wenn ein überaktives Immunsystem den Körper schädigt, anstatt ihn zu schützen, ist ein breiter Begriff, der Dutzende von verschiedenen Beschwerden umfasst, einschließlich rheumatoide Arthritis, Reizdarmsyndrom (RDS) und Multiple Sklerose (MS). Cannabis ist für seine immunmodulierende Wirkung bekannt. Sie wird durch mehrere Mechanismen erzielt, z.B. durch die Reduzierung der proinflammatorischen Zytokinexpression und die Erhöhung der antiinflammatorischen Zytokine. Mehrere klinische Studien haben gezeigt, dass Cannabis bei der Behandlung von spezifischen Autoimmunerkrankungen, einschließlich den oben genannten, wirksam ist.

CFS/ME geht oft mit chronischen Schmerzen unterschiedlicher Ausprägung einher. Chronische Schmerzen sind das Symptom, für das der Cannabis-Konsum am weitesten verbreitet ist. Laut eines Berichts der US-amerikanischen Wissenschaftsakademien „National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine” aus dem Jahr 2017 über die Auswirkungen von Cannabis auf die Gesundheit, tritt bei erwachsenen Patienten mit chronischen Schmerzen eher durch die Behandlung mit Cannabis oder Cannabinoiden eine klinisch signifikante Reduktion der Schmerzsymptome ein.

Da der Einsatz von Cannabis bei vielen CFS-Begleiterscheinungen vielversprechend ist, kann er für Betroffene offenbar von therapeutischem Nutzen sein. Doch es ist noch viel mehr Wissen über die Krankheit, über Cannabis und über die Wechselwirkung von beidem notwendig.

PatientInnen, der Cannabis zur Behandlung von CFS/ME ausprobieren möchten, sollten zunächst mit einem sachkundigen Arzt sprechen. Es wird angenommen, dass Cannabinoide, und insbesondere CBD, in gleichen Prozessen funktionieren wie viele konventionelle, die Leber beeinträchtigende Medikamente, so dass das Risiko einer möglichen Interaktion mit anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten, die in der Leber abgebaut werden, bestehen kann. Die Integration von Cannabis in einen umfassenden Therapieansatz bei CFS/ME erfordert viel Können und Sorgfalt.

Legale Nutzung

CFS/ME gehörte nicht zu den Erkrankungen, die in dem oben genannten Bericht über die gesundheitlichen Auswirkungen von Cannabis untersucht wurden. Zum Teil gilt die Erkrankung als Indikation für das Verschreiben von medizinischem Cannabis. Es ist jedoch nicht immer leicht Ansprüche auf Erstattung geltend zu machen, lesen Sie hier den Artikel, wie PatientInnen Ansprüche durchsetzen können. 

Allerdings haben Patienten mit CFS/ME wahrscheinlich Symptome oder Begleiterkrankungen, die als Indikationen gelten. Diese können Angst, Depression, Fibromyalgie oder chronische Schmerzen sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um herauszufinden, ob eine dieser Begleiterscheinungen für eine Cannabis-Therapie an Ihrem Wohnort in Frage kommt.

In Kanada müssen Ärzte vorgegebene Richtlinien des Bundes und der Provinzen für die Verschreibung von medizinischem Cannabis befolgen, müssen sich aber nicht an eine Liste von zugelassenen Indikationen halten (wie in den USA). Wenn ein Arzt in Kanada feststellt, dass Cannabis eine geeignete Behandlung für CFS/ME ist, kann er es aufgrund der Symptome und der Krankheitsgeschichte des Patienten verschreiben.  

Der medizinische Einsatz von Cannabis entwickelt sich rasant. Es gibt mittlerweile über 30 Länder auf der Welt, in denen Medizinalcannabis legal ist. Jedes Land hat seine eigenen zugelassenen Indikationen und Zugangsmöglichkeiten.

In Israel, wo der Zugang über ein Jahrzehnt sehr eingeschränkt war (und aktuell viel leichter geworden ist), gibt es nur eine Handvoll Beschwerden, die die Behandlung mit Cannabis zulassen. Israelische CFS-Patienten müssten den Weg über eine Begleiterkrankung gehen, und zwar wahrscheinlich nur über die Schmerzen. Einer englischen Quelle zufolge ist Cannabis nur für Patienten mit eindeutiger Neuropathie aus eindeutiger organischer Ursache zugelassen. Sie müssen mindestens ein Jahr in einer Schmerzklinik behandelt worden sein und die konventionellen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft haben.

Deutschland verfolgt einen viel liberaleren Ansatz, ähnlich wie in Kanada. In Deutschland sind Ärzte an allgemeine Richtlinien gebunden, müssen sich aber nicht an eine Liste von zugelassenen Indikationen halten, bevor sie Cannabis verschreiben. Zumindest in der Theorie und mit einem wohlwollenden Arzt könnten Patienten aufgrund von CFS medizinisches Cannabis erhalten (und nicht nur für die Behandlung einer Komorbidität).

Sollten Sie annehmen, dass Sie für den Gebrauch von Medizinalcannabis berechtigt sind, kontaktieren Sie einen Anbieter in Ihrer Nähe, um mehr über diese Behandlungsmöglichkeit zu erfahren.

Haftungsausschluss

Inhalte auf The Cannigma dienen nur zu Informationszwecken. Sie sind kein Ersatz für professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Vor Beginn einer Behandlung mit Cannabis sollten Sie sich immer von einem Arzt mit Erfahrung mit medizinischem Cannabis beraten lassen.

Über das chronische Müdigkeitssyndrom

Überblick

Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS), systemische Belastungsintoleranz (SEID) und myalgische Enzephalomyelitis (ME) sind unterschiedliche Bezeichnungen für dieselbe Erkrankung. Nicht selten bezeichnet man diese auch als CFS oder CFS/ME.

CFS ist eine chronische Krankheit. Sie ist durch extreme Müdigkeit oder Erschöpfung gekennzeichnet, für die es keine logische Erklärung gibt, weder eine ungewohnt anstrengende Aktivität noch ein anderes medizinisches Problem. Das chronische Erschöpfungssyndrom ist nicht dasselbe, wie sich öfter mal ausgelaugt oder müde zu fühlen − Menschen mit CFS fühlen sich nach jeder physischen oder mentalen Anstrengung unverhältnismäßig erschöpft.

CFS kann Monate oder sogar Jahre andauern. Nur ein Bruchteil aller CFS-Patienten genesen vollständig und kehren zu ihrer alten Spannkraft und Gesundheit zurück.

CFS betrifft Männer wie Frauen und Erwachsene wie Kinder. Man schätzt, dass in Deutschland 300.000-400.000 Patienten mit CFS leben. Wobei die Zahlen jedoch liegen könnten , da viele Fälle nicht diagnostiziert werden.

Bei Frauen tritt CFS doppelt so häufig auf wie bei Männern, wobei Menschen zwischen 25 und 45 Jahren der Gefahr einer Erkrankung am meisten ausgesetzt sind. An CFS erkranken können Menschen aller Hautfarben und mit jedem ethnischen oder sozio-ökonomischen Hintergrund, obwohl es unter Afroamerikanern und Latinos sowie unter Menschen aus den unteren Einkommensschichten am häufigsten auftritt. Man geht davon aus, dass die US-amerikanische Wirtschaft alljährlich 9 bis 25 Millionen Dollar für CFS ausgibt.

Symptome

Das Hauptsymptom von CFS ist anhaltende Müdigkeit. Im Gegensatz zur normalen Müdigkeit fühlt man sich dabei auch nach einer Ruhepause nicht besser. Wenn man sich zwingt, trotz der Erschöpfung mehr zu leisten, fühlt man sich sogar noch schlechter. Die mit CFS einhergehende Müdigkeit ist so schwerwiegend, dass sie das normale Aktivitätsniveau um 50% und mehr verringert und mehrere Monate lang anhält.

Zu den weiteren Symptomen von CFS gehören:

  • Konzentrationsstörungen im Alltag, bei der Arbeit oder in der Schule;
  • Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis;
  • Halsschmerzen;
  • vergrößerte Lymphknoten (angeschwollene Drüsen) im Nacken und unter den Armen;
  • Muskel- und Gelenkschmerzen, die nicht von Rötungen oder Schwellungen begleitet werden;
  • Kopfschmerzen, die ein neues oder schwereres Erscheinungsmuster aufweisen als zuvor;
  • Schlaf, bei dem man sich auch nach dem Aufwachen nicht frischer, ausgeruhter oder energiegeladener fühlt;
  • extreme Müdigkeit nach körperlicher Betätigung, hoher Konzentration oder jeder anderen anstrengenden Tätigkeit;
  • Angstzustände und Depressionen.

Viele CFS-Patienten leiden auch unter anderen Symptomen wie zum Beispiel Alkoholunverträglichkeit, Heuschnupfen oder weiteren Allergien sowie wiederholt auftretenden Problemen mit den Nasennebenhöhlen. Häufig zeigen sie auch Anzeichen von Depression, was aber für gewöhnlich die Wirkung von CFS ist, und kein Symptom davon.

Wann wird chronische Erschöpfung ein Fall für den Arzt?

In unserer geschäftigen Welt ist es relativ normal, sich oft müde und erschöpft zu fühlen. Es ist daher schwierig zu entscheiden, wann man einen Arzt aufsuchen sollte.

Im Allgemeinen gilt: wenn Sie sich über mehrere Monate hinweg anhaltend müde fühlen und sich auch nach einer Schlafpause keine Besserung zeigt, und wenn Ihre Müdigkeit in keinemi logischem Verhältnis zur vorangegangenen physischen und/oder mentalen Anstrengung steht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um nach der Ursache zu suchen.

Diagnoseprozess

Es gibt keinen spezifischen Test, mit dessen Hilfe Ärzte ein chronisches Erschöpfungssyndrom diagnostizieren können. Sie werden Sie stattdessen zu Ihren Symptomen befragen und mehrere Untersuchungen durchführen, um andere Krankheiten als Ursache auszuschließen. Normalerweise wird Ihr Arzt Ihnen Blut – und Urinuntersuchungen verordnen und dann Ihre medizinische Vorgeschichte untersuchen. Zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen, die ähnliche Symptome verursachen wie CFS, gehören:

  • Hypothyreose eine Unterfunktion der Schilddrüse, die verhindert, dass die Hormone erzeugt werden, die Sie brauchen, um Ihr Energieniveau und Ihren Schlafzyklus zu regulieren;
  • Schlafstörungen wie Schlafapnoe, Schlaflosigkeit oder ein Restless-Legs-Syndrom (RLS);
  • Psychische Probleme wie Angstzustände, Depressionen, Schizophrenie oder bipolare Störung;
  • Anämie, ein Mangel an roten Blutkörperchen, ist ebenfalls eine häufige Ursache von Müdigkeit;
  • Herz- oder Lungenprobleme, die dazu führen, dass Sie schneller erschöpft sind als normal.

Zudem gibt noch eine ganze Reihe weiterer Krankheiten und Funktionsstörungen, die dieselben Symptome hervorbringen können wie CFS. Im Gegensatz zu CFS klingen diese  jedoch meist schon nach kurzer Zeit von allein ab. Wenn Sie über einen längeren Zeitraum hinweg an denselben Symptomen leiden, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Arzt CFS diagnostiziert.

Ursachen

Die genauen Ursachen von CFS sind nicht bekannt. Wissenschaftler haben jedoch einige Theorien über dessen Auslöser und die Risikofaktoren, die die Entwicklung der Krankheit wahrscheinlicher machen. 

Bei den meisten Menschen erscheint CFS ziemlich plötzlich, oft nach einem grippalen Infekt, einem längeren Zeitraum mit großem Stress oder im Zug eines Traumas. Bei anderen hingegen entwickelt sich CFS langsam und schrittweise. 

Zu einigen der bekannten Auslöser von CFS gehören:

  • Eine Virusinfektion – zum Beispiel infektiöse Mononukleose (Drüsenfieber) ist eine häufige Ursache von CFS, ebenso wie ein Epstein-Barr-Virus, humanes Herpesvirus 6, und das Murine Leukämievirus. Dennoch konnte noch kein definitiver ursächlicher Zusammenhang nachgewiesen werden.  
  • Eine bakterielle Infektion wie Lungenentzündung oder Lyme-Borreliose.

Da viele CFS-Patienten ein hoch aktiviertes Immunsystem aufweisen, das bestimmte Teile des Körpers angreifen kann, vermuten die Wissenschaftler zudem, CFS könne mit autoimmunen Störungen verbunden sein.

Eine weitere Theorie ist, dass CFS mit einer hormonellen Gleichgewichtsstörung zusammenhängt. Einige CFS-Patienten weisen auch Abweichungen ihres Hypothalamus auf, also jenes Teils des Gehirns, der nicht nur für die Steuerung der Hormone zuständig ist, sondern auch der Hypophyse und der Nebennieren. Dort werden die Hormone produziert und dann in den Körper ausgeschüttet.

Weiter könnte auch ein genetisches Element mit beeinflussen, ob man an CFS erkrankt. Bei manchen Menschen besteht eine familiäre Vorgeschichte von CFS. Eine wissenschaftliche Theorie besagt, die Genaktivität in den weißen Blutkörperchen zeige bei CFS-Patienten ein abweichendes Bild und erklärt das zur Ursache der Symptome.

Dabei muss allerdings betont werden, dass nicht jeder, der an den genannten Problemen leidet, unbedingt auch CFS entwickelt.

Zu den weiteren Risikofaktoren einer CFS-Erkrankung zählen:

  • Alter − CFS kann in jedem Alter erscheinen, tritt jedoch am häufigsten während des vierten und fünften Lebensjahrzehnts auf;
  • Geschlecht − Frauen erkranken häufiger an CFS als Männer;
  • Stress und psychische Probleme − eine stressige Zeit, traumatisierende Lebensumstände oder vorhandene psychische Probleme.

Behandlung

Obwohl es kein spezifisches Heilmittel gibt, kann CFS behandelt werden. Bei den meisten Menschen beginnen die Symptome nach einigen Jahren abzuklingen, obgleich man nicht unbedingt seine vorherige Gesundheit wiedererlangt und durchaus Zeitspannen erleben kann, in denen die Beschwerden wieder vermehrt auftreten. Kinder und Jugendliche haben bessere Chancen auf eine vollständige Genesung.

Ärzte empfehlen zur Behandlung von CFS eine Kombination aus medikamentöser Behandlung, Therapien und einer Veränderung des Lebensstils. Dabei geht es eher darum, die Symptome zu erleichtern und dem Patienten dadurch mehr Lebensqualität zu schenken, als darum, die Erkrankung zu heilen.

Zu den Behandlungsmethoden von CFS zählen:

Medikamente

Wenn Sie an CFS leiden, wird Ihr Arzt Ihnen wahrscheinlich Medikamente wie folgende verschreiben:

  • Antidepressiva − da etwa 50-60 % aller CFS-Patienten auch Anzeichen einer Depression zeigen. Antidepressiva können Ihnen helfen, besser zu schlafen und leichter mit ihren Symptomen umzugehen.
  • Analgetika und Schmerzmittel wie Tylenol, Aspirin und NSAIDs, um die Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen zu reduzieren, die mit CFS einhergehen.
  • Antihistaminika und andere abschwellende Mittel zur Behandlung von Allergien und Heuschnupfen, an denen viele CFS-Patienten leiden.

Therapien

Eine Kombination aus kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) und abgestufter Bewegungstherapie kann bei der Behandlung von CFS durchaus wirkungsvoll sein.

Kognitive Verhaltenstherapie CBT

CBT beinhaltet Gespräche mit einem geschulten CBT-Berater, der Ihnen helfen kann, Techniken und Wege zu finden, mit Ihrem CFS umzugehen und dessen Einschränkungen Ihres Lebens zu überwinden. CBT kann Ihnen Ihr Gefühl der Kontrolle zurückgeben.

Abgestufte Bewegungstherapie

Diese wird in der Regel von einem Physiotherapeuten geleitet, der Ihnen helfen wird, ein Übungsprogramm zu erstellen, das sehr, sehr sanft beginnt − mit nur einigen Minuten sanfter Dehnungen pro Tag − und sich allmählich steigert. Dies hilft, die extreme Müdigkeit zu überwinden, die Sie nach jeder Übung fühlen.

Änderung des Lebensstils

Eine CFS-Erkrankung verändert Ihr Leben. Sie werden lernen müssen, wie Sie Ihre Energien für die grundlegendsten Aktivitäten sparen, wie Sie Stress meiden und Ihre täglichen physischen Anstrengungen auf ein Minimum reduzieren.

Alternative Therapien

Es gibt auch eine Reihe alternativer Therapien, die bei CFS-Patienten sehr beliebt sind. Dabei lässt sich allerdings kaum beweisen, ob irgendeine davon überhaupt funktioniert, da CFS-Symptome auch sehr gut auf Placebos ansprechen.

Akupunktur, Nahrungsmittelergänzungen wie Omega-3-Fischöle und natürliche Medikamente wie Melatonin und Magnesium zählen zu dem alternativen Angebot, das CFS-Patienten gern ausprobieren. 

Im Allgemeinen gilt: je jünger Sie sind und desto weniger physische Symptome Sie haben, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie Ihr CFS erfolgreich behandeln können.

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